PTA-Forum online
Akne-Haut

Richtig reinigen und pflegen

Unabhängig davon, wie ausgeprägt Jugendlichen ihre Akne-Läsionen ins Gesicht geschrieben stehen, kommt der Reinigung und Pflege der Haut eine wesentliche Rolle zu. Auch wenn mangelnde Hygiene keine Akne verursacht, kann die Verwendung ungeeigneter Präparate das Hautbild verschlechtern. Deshalb ist eine fachkundige Beratung bei der Auswahl geeig­neter Zubereitungen so wichtig.
Elke Wolf
25.01.2016
Datenschutz

Unreine Haut, auch als Prä-Akne bezeichnet, glänzt und ist von zahlreichen Mitessern bedeckt. Bei diesem Erscheinungsbild handelt es sich um den fett-feuchten Hautzustand in seiner stärksten Ausprägung. Talg und Schweiß ­werden überreichlich produziert und führen zu einem Überschuss an Hydrolipidemulsionen an der Haut­oberfläche, die Lipidspreitung ist stellenweise gestört.

Solange die Talgdrüsenausgänge frei sind, bleibt es beim Zustand der fettigen Haut, erst wenn der Abfluss gestört ist, kommt es durch Mitesser zur Prä-Akne. Man unterscheidet offene (Blackheads) und geschlossene (Whiteheads) Komedonen. Unbehandelt oder nach mechanischen Manipulationen können die geschlossenen Komedonen leichter zu Akne-Knötchen heranreifen als die ­offenen. Die Übergänge von fett-feuchter Haut/Prä-Akne zu Akne sind fließend und werden durch falsche Pflege mit ungeeigneten Präparaten provoziert.

Mit Hautveränderungen hat sich fast jeder Jugendliche auseinanderzusetzen. Manch epidemiologische Studie hat eine Prävalenz von bis zu 95 Prozent im Alter zwischen 15 und 18 Jahren ausgemacht. Jungs trifft es meist stärker. In rund 70 Prozent der Fälle sind es jedoch nur Unreinheiten mit Mitessern und dezenten Akne-Knötchen, die sich mit rezeptfreien Präparaten in den Griff bekommen lassen. Moderate und schwere Erscheinungsformen – und die haben immerhin bis zu 30 Prozent der Jugendlichen – sollten vom Dermatologen begleitet werden. Mit einer konsequenten Therapie sind dann gute Behandlungserfolge möglich. Lebenslange Akne-Narben können vermieden werden. Basis ist aber auch dabei die richtige Reinigung und Pflege.

Die zu Akne neigende Haut braucht Reinigungs- und Pflegemittel, die helfen, den normalen Hautzustand wiederherzustellen. Diese vermindern den bestehenden Überschuss von Talgdrüsenlipiden auf der Hautoberfläche, wirken der follikulären Hyperkeratose (Verhornung) entgegen, dämmen die mikrobielle Besiedlung ein und beeinflussen entzündliche Prozesse positiv. Geeignet sind Dermokosmetika, bei denen als Zweckbestimmung »bei zu Akne neigender Haut« oder »bei unreiner Haut« angegeben ist.

Penibel säubern

Eine gründliche Reinigung holt Talgdrüsenlipide, Schmutz und Zellrückstände von der Haut, welche für die Vermehrung Akne-assoziierter Bakterien wie Propioni- und Coryne-Bakterien sowie Staphylokokken relevant sind. Zu empfehlen sind seifenfreie Syndets mit einem pH-Wert von 5,5, fettfreie Reinigungsgele oder schwach saure Emulsionen mit geringem Lipidanteil (wie Sebamed® Clear Face, Eucerin® Dermo Purifyer). Antibakterielle Zusatzstoffe wie Nicotinamid oder Montaline C40 können hilfreich sein. Zu stark entfettende Reinigungsmaßnahmen sind nicht angezeigt, da sie eine reaktive Nachproduktion von Talg initiieren könnten.

Anschließend empfiehlt sich ein Gesichtstonikum, am besten eine schwach saure Lösung mit einem Alkoholanteil von bis zu 30 Prozent (zum Beispiel Eucerin® Dermo Purifyer Gesichtstonic). Häufig sind diesen Substanzen mit komedonolytischer (keratolytischer), antiseborrhoischer, antimikrobieller, adstringierender und antientzündlicher Wirkung beigesetzt.

Hydrophile Grundlagen

Nach dem Tonisieren folgt die Tagespflege mit leichten, schwach sauren hydrophilen Systemen wie O/W- For­mu­lierungen, Hydrodispersionsgelen oder reinen Hydrogelen. Die zugesetzten Wirkstoffe können antiseptisch, kerato­lytisch oder adstringierend sein. Auch die Nachtpflege sollte fettarm sein. Die nebenstehende Tabelle listet die Wirkstoffe auf, die am häufigsten in Kosmetika gegen unreine Haut verwendet werden.

Häufig eingesetzte Wirkstoffe in kosmetischen Zubereitungen gegen unreine Haut

Wirkung Wirkstoff
desinfizierend, antibakteriell Ethanol, Isopropanol, Salicylsäure, Zink PCA
entzündungshemmend Bisabolol, Allantoin, Benzoylperoxid
keratolytisch α- und β-Hydroxysäuren, Lipohydroxysäuren, Tioxolon
fettemulgierend Tenside
adsorbierend Bentonit

Quelle: Raab, W., Kindl, U., Pflegekosmetik, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2012