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Arzneipflanzen-Porträt

Bittere Schleifenblume

Die Bittere Schleifenblume, Iberis amara, aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) ist auch als Bitterer Bauernsenf bekannt.
Annette Immel-Sehr
16.01.2017
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Merkmale

Meist einjährige krautige Pflanze.

Bis 40 cm hoher, meist verzweigter Stängel mit kurzer Behaarung, längliche Laubblätter, stumpf gezähnt, duftende weiße, selten blassviolette Blüten, die an kleine Schleifchen erinnern, traubiger Blütenstand, Blüte: Mai bis August

Früchte: runde Schötchen (4 bis 7 mm)

Großblütige Sorten der Bitteren Schleifenblume als Gartenzierpflanze

Heimat

Westliches Mittel- und Südeuropa von Nordspanien bis Südengland, in Deutschland vom Aussterben bedroht; trockenwarme, kalkhaltige, steinige Lehmböden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Frische, blühende oberirdische Pflanze

Inhaltsstoffe

Bitter schmeckende Cucurbitacine (Hauptsubstanzen Cucurbitacin E und Cucurbitacin I), Senföle, Flavonolglykoside

Anwendung

Als Extrakt bei Reizmagen oder Reizdarm, anregende Wirkung auf die Magen- und Gallensaftsekretion; außerdem krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften.

Keine Anwendung als Tee wegen mangelnder Daten zur richtigen Dosierung und Zubereitung

Neben- und Wechselwirkungen

Nicht bekannt

Präparatebeispiel

In 9er-Kombination mit Kümmelfrüchten, Marien­distelfrüchten, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut und Süßholzwurzeln: Iberogast®

Schon gewusst?

Die Firma Bayer baut die Bittere Schleifenblume in der Gegend um Darmstadt auf einer Fläche von etwa 10 Hektar an. Sobald die Pflanze in voller Blüte steht, ­werden täglich Proben entnommen, um den opti­malen Erntezeitpunkt zu bestimmen. Direkt nach der Ernte wird die Pflanze eingefroren und bei minus 29 °C gelagert. So kann sie über das ganze Jahr als Frischpflanze verarbeitet werden.