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Pollenflug

2010 wird ein Jahr der Birken

23.03.2010  21:01 Uhr

Pollenflug

2010 wird ein Jahr der Birken

PTA-Forum / Bedingt durch das lang anhaltende Winterwetter setzt der Pollenflug 2010 erst spät ein, denn die Kälte verzögerte die Baumblüte. In milden Wintern blühen Haseln und Erlen oft schon im Januar und verteilen ihre Pollen mit dem Wind. 

Im Unterschied dazu verzeichneten die Messstationen in diesem Jahr erst Mitte Februar vereinzelt Pollen in der Luft. »Der Pollenflug kommt spät, aber mit Macht«, warnt Professor Dr. Hans Merk, Allergologe an der Universitäts-Hautklinik in Aachen und Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Nach seiner Einschätzung werden die ersten warmen Frühlingstage in Deutschland einen massiven Pollenflug auslösen. 

Zum verspäteten Flug von Hasel- und Erlenpollen kommt in diesem Jahr eine extrem starke Belastung durch Birkenpollen. Birken setzen alle zwei Jahre besonders viele Pollen frei. »2010 ist ein Mastjahr für die Birken. Vermutlich kommt es bei Patienten mit einer Birkenpollenallergie in diesem Jahr zu besonders heftigen Allergiesymptomen«, so Merk. Eine exakte Voraussage sei jedoch nicht sicher möglich, da die Pollenbelastung außerdem von Witterungsverhältnissen wie Temperatur, Wind und Niederschlag abhängt.

Auf Symptome achten

Birkenpollen gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen und allergischem Asthma. In einer Untersuchung des Globalen Europäischen Netzwerks für Allergien und Asthma (GA2LEN) sind 31,5 Prozent der Patienten eines Allergiezentrums in Berlin gegen Birkenpollen sensibilisiert. Der Birkenpollenflug beginnt meist Mitte März und hat im April seinen Höhepunkt. In Jahren mit einer besonders starken Pollenbelastung der Luft spüren viele Menschen erstmals die typischen Symptome einer Allergie, weil sich diese zum ersten Mal bemerkbar macht. Wer jetzt im Frühling starke Atemwegsbeschwerden hat, sollte auch an eine Pollenallergie denken. Nicht immer ist eine Erkältung der Auslöser für Schnupfen, Niesen und Husten. Die Pollenallergie kann sich hinter allen Beschwerden verbergen, die saisonal auftreten, also immer wieder zur gleichen Jahreszeit. Grundsätzlich nimmt in Deutschland die Zahl der Allergiker zu und immer mehr Menschen leiden ganzjährig unter Symptomen, so auch unter Kreuzallergien beziehungsweise Nahrungsmittelallergien. 

ÄDA-Präsident Merk rät Betroffenen, frühzeitig einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Arzt aufzusuchen. Bei rechtzeitiger und regelmäßiger Anwendung lindern Antiallergika die Symptome am besten. Medikamente gegen den viralen Schnupfen helfen bei Pollenallergie nicht, mit Ausnahme des kurzfristigen Einsatzes von abschwellenden Nasensprays. 

Hyposensibilisierung erwägen

»Pollenallergiker sollten sich außerdem bei einem Facharzt testen und beraten lassen, ob bei ihnen die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) indiziert ist. Diese Behandlung kann das Immunsystem tolerant gegenüber den Allergieauslösern machen. Der Effekt hält über die dreijährige Behandlungsphase hinaus an und verringert die Gefahr eines Etagenwechsels zu allergischem Asthma«, erläutert Merk. Er warnt davor, Heuschnupfen auf die leichte Schulter zu nehmen, da die allergische Entzündung sich auf die Bronchien ausdehnen und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und Husten führen kann. Heuschnupfen sollten die Betroffenen auf jeden Fall rechtzeitig behandeln, um das Asthmarisiko zu senken und zu verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird.

Quelle: Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA)