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Übergewicht

Naturheilkunde gegen zu viel Pfunde

25.03.2010  11:25 Uhr

Übergewicht

Naturheilkunde gegen zu viel Pfunde

von Oliver Ploss

In Deutschland sind immer mehr Erwachsene übergewichtig, aber auch zunehmend Kinder und Jugendliche. Neben diätetischen Maßnahmen empfehlen ganzheitlich orientierte Therapeuten übergewichtigen Patienten, verstärkt auf die Stoffwechsel-Balance zu achten, vor allem während einer Diät.

Prinzipiell kann ein Mensch nur dann übergewichtig werden, wenn seine tägliche Kalorienzufuhr längerfristig den körpereigenen Energieverbrauch übersteigt. Fachleute sprechen dann von einer positiven Energiebilanz. Oder von der anderen Seite aus betrachtet: Wenn der Energieverbrauch durch die körperlichen Aktivitäten unter der Kalorienzufuhr liegt, bezeichnen sie dies als negative Bewegungsbilanz. Dies kann genetische, biochemische und psychosoziale Gründe haben. Der relative Anteil der einzelnen Faktoren ist von Individuum zu Individuum unterschiedlich. Nachgewiesenermaßen steht fest, dass Kinder übergewichtiger Eltern im Vergleich zu Kindern schlanker Eltern ein deutlich erhöhtes Risiko aufweisen, im späteren Leben selbst übergewichtig zu werden. Daraus darf man dennoch nicht schließen, dass der genetische Faktor dominiert. Bei einem großen Teil der Übergewichtigen ist das Essverhalten gestört. Sie essen häufiger, schneller und vor allem wesentlich größere Mengen, denn im Unterschied zu Normalgewichtigen verspüren sie erst später ein Sättigungsgefühl, sogar bei Nahrungsmitteln mit einer hohen Energiedichte. Außerdem schätzen sie die tatsächliche Energiezufuhr als viel zu niedrig ein. 

Neben internen Signalen beeinflussen auch äußere Faktoren das Essverhalten. Dazu gehören der soziale Kontext während des Essens, aber auch das Aussehen und die Zubereitung der Speisen. Diese Dinge beeinflussen zwar ebenfalls das Essverhalten Normalgewichtiger, dennoch reagieren Übergewichtige übersteigert auf diese Reize. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Übergewichtige fettreiche Speisen bevorzugen.

Jeder 5. Deutsche ist adipös

Mediziner stufen Übergewicht dann als Krankheit ein, wenn dadurch wichtige Organfunktionen beeinträchtigt sind. Bewiesenermaßen erhöht starkes Übergewicht die Anfälligkeit für Krankheiten und die Sterblichkeitsrate. Als Maß für das Übergewicht dient der Body-Mass-Index, kurz BMI = Körpergewicht in kg geteilt durch Körperlänge im Quadrat in m2. Von Übergewicht sprechen Mediziner bei einem BMI ab 25, von Adipositas ab 30. Aktuell ist etwa jeder fünfte Bundesbürger zwischen 14 und 80 Jahren adipös. Die gesundheitlichen Folgen des Übergewichts sind vielfältig und können jedes Organ betreffen. Wie stark die Komplikationen ausgeprägt sind, hängt meist von der Dauer und dem Ausmaß des Übergewichts ab. Grundsätzlich fördert Übergewicht die Entstehung des metabolischen Syndroms und der Arteriosklerose mit schweren Folgen wie Durchblutungsstörungen, Diabetes mellitus vom Typ 2, Herzinfarkt und Schlaganfall. 

Herz und Lunge nehmen Schaden

Untersuchungen haben ergeben, dass sich bei Adipösen das Herzzeitvolumen und der linksventrikuläre Füllungsdruck erhöhen. Das Blutvolumen kann um bis zu 50 Prozent über dem Wert Normalgewichtiger liegen, der periphere Gefäßwiderstand ist eher erniedrigt. Bei vielen Übergewichtigen wird zudem mit dem Urin weniger Natrium und Wasser ausgeschieden, was die Entwicklung einer Hypertonie begünstigt. Der Bluthochdruck wiederum ist eine Hauptursache für weitere kardiovaskuläre Erkrankungen. Bei extrem Übergewichtigen entwickelt sich zudem im Laufe der Jahre eine schwere Herzinsuffizienz.

Die Lunge arbeitet mit der Zeit nur eingeschränkt, vor allem werden die Alveolen nicht mehr ausreichend belüftet. Insgesamt ist die Ventilation massiv gestört, und damit wird die totale Lungenkapazität vermindert. 

Fast jeder dritte Übergewichtige leidet mehr oder weniger ausgeprägt am Schlaf-Apnoe-Syndrom. Da der Sauerstoffpartialdruck während des Schlafs regelmäßig abfällt, kommt es zur Aktivierung des Sympathikus und damit zu einem Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Langfristig resultiert auch daraus ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.

Gefahr eines Diabetes lauert

Übergewichtige setzen nach dem Verzehr Glucose-haltiger Lebensmittel oder Getränke vermehrt Insulin frei. Zudem ist ihr Nüchterninsulinspiegel erhöht und ihre Insulinempfindlichkeit herabgesetzt. Bereits mäßiges Übergewicht fördert auf Dauer die Bildung eines manifesten Diabetes mellitus vom Typ 2. Bei Übergewichtigen ergaben Laboruntersuchungen sehr oft erhöhte Serumtriglyceridwerte sowie Werte für ein erniedrigtes HDL-Cholesterol und ein erhöhtes atherogen wirksames LDL-Cholesterol, bei oft normalem Gesamtcholesterol. Eine typische Folge dieser veränderten Fettparameter ist die Fettleber. Mit dem Körpergewicht steigt auch sehr häufig der Harnsäurespiegel an, und damit erkranken Adipöse an Gicht. Infolge der veränderten Zusammensetzung der Gallensäuren erhöht sich bei Übergewichtigen oft das Risiko, Gallensteine zu bekommen.

Schmerzhafte Gelenkerkrankungen empfinden Übergewichtige subjektiv als besonders belastend. Am stärksten betroffen sind der Lumbalbereich, die Hüften, die Knie und die Sprunggelenke. Chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates sind der häufigste Grund für die frühe Arbeitsunfähigkeit Adipöser.

Gewicht auf Dauer vermindern

Die meisten Programme zur Gewichtsreduktion erweisen sich als nicht nachhaltig. Nicht zuletzt, weil die meisten Pakete zwar aus vielen Maßnahmen bestehen, jedoch vor allem der Sekundär- und nicht der Primärprävention dienen. Das gleiche gilt für die Behandlung der Adipositas. Ein wirksames Konzept muss die Energie- und Bewegungsbilanz umkehren sowie Änderungen des Lebensstils einschließen. Bei Kindern sollten psychosoziale Interventionen dazugehören. Spezielle Diäten oder Pharmaka sollten nur in der Anfangsphase eingesetzt werden. Sie wirken motivierend, weil sich meist rasch Erfolge erzielen lassen.

Ziel muss sein, das Gewicht langsam, aber stetig um circa 0,5 kg pro Woche innerhalb von drei bis sechs Monaten zu reduzieren. Durch eine negative Energiebilanz soll übermäßiges Körperfett abgebaut werden, um damit die durch das Übergewicht bedingten Beschwerden zu bessern oder am besten ganz zu beseitigen. Jede Therapie muss langfristig angelegt sein. Die schnelle Gewichtsabnahme wird nicht angestrebt, sondern die Normalisierung der Essgewohnheiten. Auch muss der Patient im Laufe der Zeit lernen, wieder ein normales Hunger- und Sättigungsgefühl zu entwickeln. In der Naturheilkunde hat sich die Kombination diätetischer, phytotherapeutischer, homöopathischer und stoffwechselunterstützender Maßnahmen bewährt. 

Jeder Übergewichtige oder Adipöse sollte einige diätetische Tipps beachten. In seiner Ernährung sollte er Folgendes erhöhen: 

  • hochwertige pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel Olivenöl, Distelöl, Rapsöl, ab und zu auch Leinöl,
  • Fisch wegen der Omega-3-Fettsäuren,
  • Ballaststoffe, zum Beispiel Weizen- oder Haferkleie, Vollkornprodukte,
  • Obst und Gemüse.

 

Gleichzeitig sollte er möglichst verzichten auf:

  • tierische Fette,
  • »versteckte« Fette aus Wurst, Käse oder Schokolade,
  • Zucker in Kuchen oder Süßigkeiten,
  • Weißmehlprodukte.

 

Bitter hilft gegen Bauchfett

Das Geschmackssignal »bitter« überdeckt in Speisen oder Getränken das Signal »süß«, denn beide Signale nutzen den gleichen Übertragungsweg im Nervensystem. Bitter wirkt allerdings etwa 10 000-mal intensiver als süß. In Tierversuchen verhinderten zahlreiche bitterstoffhaltige Nahrungsmittel trotz einer energiereichen Nahrung die Gewichtszunahme und stoppten vor allem die Entstehung von Bauchfett. Das passt zu der Beobachtung, dass Menschen, die bestimmte bittere Substanzen nicht wahrnehmen können, häufiger übergewichtig sind.

Studien zeigten, dass die Stimulation der Bitter-Rezeptoren in der Mundhöhle regulierend auf den Stoffwechsel wirkte, vor allem auf den Energiestoffwechsel. Trotz energiereicher Nahrung nahmen die Probanden weniger zu und lagerten visceral weniger Fett ein. Die Stimulation der Bitter-Rezeptoren wirkte außerdem wie eine natürliche »Essbremse«, denn durch den bitteren Geschmack entstand bei den Studienteilnehmern eine Art Ablehnung gegenüber nachfolgenden üppigen Mahlzeiten. 

In der Vergangenheit wurde aus immer mehr Gemüsesorten und anderen Nahrungsmitteln der Großteil der Bitterstoffe zugunsten eines angenehmeren Geschmacks herausgezüchtet. Dies hat jedoch zur Folge, dass die physiologische Essbremse ausgetrickst wurde: Der süßere Geschmack weckt die Lust auf mehr, ohne dass dafür der körperliche Bedarf besteht.

In einer Studie mit über 500 Personen wiesen die beiden Mediziner Dr. Vinzenz Nowak und Dr. Bernhard Neesen die Wirksamkeit des Urbitter® Bio Granulats nach. Die Probanden mussten regelmäßig vor jedem Essen einen Teelöffel des Granulats circa eine Minute lang im Mund zerkauen. Bereits nach wenigen Tagen verbesserte sich die Verdauung deutlich. Nach nur drei Monaten lag die durchschnittliche Gewichtsreduktion bei 4,1 kg. 

Die Probanden empfanden es als besonders positiv, dass sie hauptsächlich ihren Bauchspeck verloren. Urbitter® Bio Granulat Dr. Pandalis ist die Kombination der bitterstoffreichen Heilpflanzen Artischocke (Cynara scolymus), Löwenzahn (Taraxacum officinale), Wegwarte (Cichorium intybus) und Brennnessel (Urtica dioica). Das Granulat fördert indirekt die Produktion und Sekretion aller relevanten Verdauungssekrete. Zudem regt es die Motorik des Magens und die rhythmische Peristaltik des Dünndarms an. Aber auch die Ballaststoffe (Guar) der Büschelbohne, Pektine (zum Beispiel aus Apfelschalen) und das Mark aus der Konjakbohne (wie in Bionorm® Kps.) finden in der unterstützenden Behandlung des Übergewichtes ihre Anwendung.

Den Stoffwechsel anregen

Gegen Übergewicht empfehlen ganzheitlich orientierte Therapeuten außerdem homöopathische Mittel, die die Ausscheidungs- und Entgiftungsleistung des Körpers anregen. Die Arzneimittel fördern die Ausscheidungskapazitäten von Leber, Niere, Darm, Haut und Lymphgefäßsystem, um den Körper von angefallenen Stoffwechselschlacken zu befreien und so die erforderliche Ausgangssituation für den Stoffwechsel unterstützende Maßnahmen zu schaffen. 

Außerdem sind naturheilkundlich arbeitende Therapeuten davon überzeugt, dass sich die Menschen in den westlichen Industriegesellschaften falsch ernähren und damit ihren Körper übersäuern. Ihr Fazit: Die übliche Ernährung mit Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Zucker und viel Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukten ist stark säurelastig und gleichzeitig arm an Basen. Auch das American Journal of Clinical Nutrition schrieb im Jahr 2005: »Die Übersäuerung über unsere Lebensmittelauswahl zählt zu den sieben epidemiologisch anerkannten, krankmachenden Charakteristiken unserer westlichen Zivilisation!«

Stress, Bewegungsarmut und ein hoher Koffeinkonsum (Kaffee, Cola) verstärken noch weiter die Basenverluste, und der Stoffwechsel muss zwangsläufig entgleisen. In dem übersäuerten Zustand ist die Gewichtsreduktion nicht möglich, weil beim Abnehmen weitere Säuren wie Ketosäuren aus dem Fettstoffwechsel anfallen, die die Säurebelastung verstärken. Der Teufelskreis aus Ernährung, Übersäuerung und Übergewicht kann nur durch eine vermehrte Basenzufuhr durchbrochen werden, zum Beispiel durch Präparate wie Zellamare Base® Pulver.

Basenverluste ausgleichen

Geeignete Präparate zum Basenausgleich sollten Kalium, Magnesium und Citrate enthalten. Kaliumionen puffern Säuren innerhalb der Zellen, Magnesiumionen außerhalb der Zellen und Citrate bewirken eine starke und lang anhaltende Pufferung. Die Basenpräparate sollten frei sein von Zucker und Carbonaten, aber auch von Natrium, um einer zusätzlichen Wassereinlagerungen entgegenzuwirken.

Wichtig für den Fettstoffwechsel ist außerdem eine gut funktionierende Enzym- und Fettverbrennung innerhalb der Zelle. Da die Funktionsfähigkeit der Enzyme stark vom Säure-Base-Haushalt abhängt, ist ein basischer Stoffwechsel auch unter diesem Aspekt von Bedeutung.

Diese Maßnahmen ergänzen naturheilkundlich arbeitende Therapeuten oft durch die Akupunktur der Ohren oder bestimmter anderer Körperstellen.

E-Mail-Adresse des Verfassers:
dr_ploss(at)yahoo.de