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Zu viele Antibiotika gegen Schnupfen

18.02.2011  15:00 Uhr

PTA-Forum / Akute Schleimhautentzündungen in Nase und Nebenhöhlen werden zu 96 Prozent von Viren verursacht. Viele Erkältete wissen, dass Antibiotika gegen Viren machtlos sind und nur gegen Bakterien wirken. Oft vermuten Laien, aber auch etliche Ärzte, dass gelber Schleim im Verlauf einer akuten Rhinosinusitis auf eine Bakterieninfektion hinweist. Dieses Anzeichen scheint aber nicht eindeutig zu sein.

»Nach der Virus-Infektion kommt es oft zum Einstrom von bestimmten weißen Blutkörperchen in das Nasensekret. Daraus resultiert ein eitriger Ausfluss, der oft als bakteriell missverstanden wird«, erklärt Professor Dr. Claus Bachert vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). Daher sollten Ärzte ihren Patienten mit Rhinosinusitis nicht so häufig Antibiotika verordnen, so der Facharzt für Nasen-Ohren-Heilkunde.

»Antibiotika sollten nur gegeben werden, wenn die Beschwerden entsprechend schwer sind, etwa bei örtlich begrenzten Stirnkopfschmerzen und Fieber«, sagt Bachert. Auch könnten Antibiotika Komplikationen kaum verhindern, entkräftete der HNO-Arzt ein weiteres Argument für die Verordnung dieser Arzneimittel.

Die unkritische Anwendung von Antibiotika führt aber dazu, dass sich resistente Krankheitskeime entwickeln. Gegen diese sind die üblichen Antibiotika wirkungslos. Angemessen sei hingegen die Behandlung der Rhinosinusitis mit abschwellenden Nasentropfen und unter Umständen kortisonhaltigen Sprays.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie