PTA-Forum online

Übelkeit gefährdet Ungeborenes

25.02.2013  10:01 Uhr

Von Verena Arzbach / Manche Schwangere leiden wie jüngst Herzogin Kate, die Frau des britischen Thronfolgers William, unter extremer Schwangerschaftsübelkeit mit starkem Erbrechen. Tritt die Übelkeit erst im zweiten Trimenon auf, ist das Risiko einer Schwangerschaftshypertonie und einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta hoch.

Schwedische Forscher um Dr. Marie Bolin von der Universität Uppsala untersuchten den Zusammen­hang zwischen extremem Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) und Störungen der Plazentafunktion. Dafür werteten sie Daten des schwedischen Geburtenregisters von mehr als einer Million Schwangerschaften aus. Insgesamt 12 270 Frauen ließen sich wegen starker Übelkeit und Erbrechen vor der 22. Schwangerschaftswoche im Krankenhaus behandeln.

Demnach ist das Risiko der werdenden Mütter mit Hyperemesis gravidarum, eine Schwangerschafts­hypertonie (Präeklampsie) zu entwickeln, leicht erhöht. Bei Frauen, bei denen das Erbrechen erstmals nach der 12. Schwangerschaftswoche auftrat, war die Gefahr sogar mehr als doppelt so hoch. Dabei scheint das »späte« Schwanger­schafts­erbrechen das gefährlichere zu sein: Verglichen mit Schwangeren, die nicht unter Übelkeit litten, war bei Patientinnen mit später Hyperemesis gravidarum das Risiko einer vorzeitigen Plazentaablösung dreifach erhöht. Um fast 40 Prozent stieg die Wahrscheinlichkeit, dass das Neugeborene für sein Alter zu klein und/oder untergewichtig zur Welt kommt. Trat die Schwanger­schaftsübelkeit im ersten Trimenon auf, konnten die Forscher hingegen keinen signifikanten Zusammen­hang zwischen vorzeitiger Plazenta­ablösung und geringem Geburtsgewicht herstellen.

Forscher bringen die Hyperemesis gravidarum in Verbindung mit hohen Blutspiegeln des Hormons humanes Choriongonadotropin, kurz hCG, das ebenfalls das Risiko einer Präeklampsie sowie eines geringen Gewichts und einer geringen Größe bei der Geburt erhöht. Hohe Level an hCG im zweiten Trimenon ließen sich möglicherweise auf Störungen bei der Einnistung des befruchteten Eis in der Gebärmutter zurückführen. Eine weitere Erklärung könnten auch zu hohe Spiegel des Schilddrüsenhormons Thyroxin bei Patientinnen mit später Hyperemesis gravidarum sein: Auch dieses Hormon könnte die Entwicklung der Plazenta beeinflussen, vermuten die Forscher. /

Quelle: British Journal of Obstetrics and Gynaecology (BJOG)