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Rauchen erhöht Brustkrebsrisiko

25.02.2014
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Von Elke Wolf / Gute Nachrichten für Raucher gibt es bekanntlich nicht. Dazu gehört auch das Ergebnis einer kürzlich veröffent­lichten Studie. Danach ist das Risiko junger Raucherinnen oder Ex-Raucherinnen deutlich erhöht, schon vor der Menopause an Estrogenrezeptor-(ER)-positivem Brustkrebs zu erkranken. Auf sogenannte tripel-negative Tumoren scheint dagegen der Nikotin­konsum keinen Einfluss zu haben.

An der Fall-Kontroll-Studie hatten 960 Frauen teilgenommen, bei denen ein Arzt im Alter zwischen 20 und 44 Jahren ein Mammakarzinom diagnostiziert hatte. Bei 778 Frauen war der Rezeptorstatus ER-positiv, bei 182 tripel-negativ, das heißt, den Karzinomen fehlten Estrogen- und Progesteronrezeptoren sowie der epidermale Wachstumsfaktor HER2/neu. Den Patientinnen stellten die Studienautoren um Masaaki Kawai vom Fred Hutchinson Cancer Center in Seattle eine Kontrollgruppe von 938 Frauen ohne Krebs gegenüber.

Ein Ergebnis der Wissenschaftler: Im Vergleich zu Frauen, die nie rauchten, erkranken (Ex-)Raucherinnen mit einer um 30 bis 40 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an einem prämenopausalen Karzinom. Allerdings war nur die Quote an ER-positivem Karzinom erhöht. Bei den ER-positiven Tumoren erkannten die Forscher auch einen Zusammenhang zur Dauer und Intensität des Zigarettenkonsums: Bei Frauen, die mehr als 15 Jahre gequalmt hatten, lag das Erkrankungsrisiko um 60 Prozent höher als bei konsequenten Nichtraucherinnen. Dieses Risiko sinkt wieder auf Normalniveau, wenn die Frauen vor mindestens zehn Jahren das Rauchen beendet hatten.

Dass sich der negative Einfluss des Rauchens auf ER-positive Mammakarzinome beschränkt, ist nicht neu. Bisherige Beobachtungen deuteten auf eine ähnlich hohe Erkrankungsrate hin, informieren die Studienautoren. Sie vermuten, dass dies mit der estrogenen Wirkung vieler im Tabak enthaltener Karzinogene zusammenhängt. So hätten etwa polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Amine und Nitrosamine das Potenzial, die Entstehung von Brustkrebs zu fördern. Diese Substanzen lassen sich auch im Brustgewebe von Raucherinnen nachweisen. /

Quelle: Cancer online