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Impfung mit Zusatznutzen

26.01.2015  11:34 Uhr

Von Verena Arzbach / Eine Impfung schützt in manchen Fällen nicht nur vor der Erkrankung, gegen die sie eingesetzt wird. Forscher haben unlängst herausgefunden, dass Kinder zum Beispiel nach einer Masern-Impfung auch seltener an anderen Infekten wie Durchfall oder Atemwegsinfekten erkranken als ungeimpfte Kinder. Wie diese unspezifischen Impf­effekte genau entstehen und warum sie bei Mädchen und Jungen unterschiedlich stark ausfallen, wird zurzeit in weiteren Studien untersucht.

Diese unspezifischen Effekte von Impfungen sind bislang vor allem in Untersuchungen in Asien und Afrika beschrieben worden, nicht hingegen in Industrienationen. In den meist weniger entwickelten Regionen sind diese »Zusatz­effekte« besonders wichtig, da sie die Kinder vor mehreren Infekten schützen und die Sterblichkeit so verringern können.

Im vergangenen Jahr hatten dänische Forscher gezeigt, dass aber auch Kinder in Industrienationen davon profi­tieren: Kinder, die in Dänemark mit einer Lebend-Vakzine gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft wurden, wurden danach auch seltener wegen anderer Infektionen, insbesondere Atemwegsinfekte, ins Krankenhaus eingeliefert.

Bei Mädchen scheinen diese unspezifischen Impfeffekte stärker auszufallen als bei Jungen. Warum genau, konnten die Forscher noch nicht klären. Sicher ist jedenfalls, dass sich das Immunsystem von Männern und Frauen unterscheidet. Frühere Studien haben gezeigt, dass Frauen besser auf Impfungen reagieren, also mehr Antikörper und Zytokine produzieren. Das macht sie gegenüber der Krankheit weniger anfällig. Die Ursache dafür könnten Hormone oder die Aktivität unterschiedlicher Gene sein. /

Quelle: JAMA, PNAS