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Nicht wegen Vitamin D ins Solarium

26.01.2015  11:34 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Gerade in den Wintermonaten stellen sich manche die Frage, ob sie nicht ein Sonnenstudio besuchen sollten, um die Bildung von Vitamin D anzuregen. Experten raten davon ab. Ob tatsächlich ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann nur ein Arzt diagnos­tizieren und, falls nötig, behandeln. Ohne ärztliche Kontrolle sollte sich niemand starker UV-Strahlung aussetzen.

Bislang kursierten widersprüchliche Empfehlungen bezüglich der UV-Exposition und Vitamin D. Deswegen ini­tiierte das Bundesamt für Strahlenschutz zusammen mit dem UV-Schutz-Bündnis, einem Expertengremium aus Wissenschaft und Medizin, eine wissenschaftliche Diskussion zu dem Thema.

Nun haben sich 20 Fachorganisationen aus den Bereichen Strahlenschutz, Gesundheit, Risikobewertung, Medizin und Ernährung auf eine gemeinsame Empfehlung zur »UV-Exposition zur Bildung des körpereigenen Vitamin D« geeinigt. Dabei wurde die Balance gesucht zwischen den gesundheitsfördernden und -schädigenden Wirkungen von UV-Strahlung auf der Haut.

Hinsichtlich der Nutzung von Solarien raten die Experten dringend davon ab, sich einer UV-Bestrahlung auszusetzen – weder prophylaktisch zur Vitamin-D-Bildung noch zur Selbsttherapie eines Vitamin-D-Mangels noch um braun zu werden. Dies gilt im Übrigen ebenso für intensives Sonnenbaden.

Die Experten weisen darauf hin, dass die erstmalige Nutzung eines Solariums im Alter unter 35 Jahren das Risiko für schwarzen Hautkrebs (ma­lignes Melanom) annähernd verdoppelt. Für die ausreichende Vitamin-D-Synthese genügt es nach derzeitigen Erkenntnissen, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Sonne auszusetzen, und zwar für die Hälfte der Zeit, die der Betreffende ohne Sonnenbrand in der Sonne bleiben kann. /

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz