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Pollen fliegen immer früher

26.01.2015  11:34 Uhr

Von Elke Wolf / Hasel und Erle gehören zwar zu den klassischen Frühblühern, doch in diesem Jahr sind ihre Pollen besonders zeitig unterwegs. Bereits in den ersten beiden Januarwochen wurden vor allem im Südwesten Deutschlands Hasel- und Erlenpollen in der Luft gemeldet, teilt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) mit.

Früher habe die Hasel erst im Februar geblüht. »Jetzt gibt es immer mehr Jahre, in denen die Haselnusspollen teilweise schon Ende Dezember fliegen«, berichtet Professor Dr. Karl-Christian Bergmann, Al­lergologe und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Warme Winter wie im Vorjahr und auch aktuell haben dazu geführt, dass die pollenfreie Phase, normalerweise zwischen November und Februar, immer kürzer ausfällt.

Auch die Birke ist ihrer Zeit im Schnitt zwei Wochen voraus, heißt es von Seiten des DAAB. Dieser Baum ist für Allergiker von großer Bedeutung, denn die Hälfte aller Baumpollen, die bei Pollenallergikern Heuschnupfen auslösen, stammt laut Bergmann von der Birke. Die Blütezeit für Gräserpollen von Ende Mai bis Mitte Juli sei dagegen geblieben. Die Blühzeit für Kräuterpollen wie Beifuß und Ambrosia verlaufe dagegen länger, bis in den Oktober hinein. Im November des vergangenen Jahres registrierte der DAAB noch immer blühende Brennnesseln.

Eine weitere Beobachtung: Die Zahl der Menschen mit Kreuzallergien hat extrem zugenommen. Denn wer auf eine Pollenart reagiert, dessen Risiko ist tendenziell erhöht, auch auf andere anzusprechen. Letztlich sei es eine Eigenschaft der Immunreaktion, dass der Körper im Laufe der Zeit auf immer mehr Dinge allergisch reagiert, heißt es beim DAAB. Auch das ist ein Grund dafür, dass die symptomfreien Zeiten für Heuschupfen-Patienten immer kürzer werden. /

Quelle: Deutscher Allergie- und Asthmabund