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Neujahrsempfang der Apothekerkammer Nordrhein

05.02.2018  10:35 Uhr

Von Angelika Gregor / Anfang Januar lud die Apothekerkammer Nordrhein wieder­ zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang. Neben Vertretern aus Politik und Apotheker­schaft war zu dieser Ver­anstaltung auch der BVpta eingeladen.

Zur Einstimmung auf den Tag wurden die Gäste auch in diesem Jahr wieder­ mit einem Orgelkonzert in der Düsseldorfer Maxkirche begrüßt. Im benachbarten Maxhaus begann dann der Empfang mit einer Begrüßungs­rede des Kammerpräsidenten Lutz Engelen­, der die zahlreich erschienenen Gäste willkommen hieß. In seiner Ansprache ging Lutz Engelen auf das Jahr 2017 ein, das für die deutsche Apothekenlandschaft nicht als erfolgreich bezeich­net werden kann. Die zahl­reichen Apothekenschließungen, das Urteil­ des Europäischen Gerichtshofs und zum Ende des Jahres das Gutachten zur Apothekenhonorierung sind die Bilanz des vergangenen Jahres, die mit Sorge betrachtet werden muss und keinen­ Grund zu Optimismus zulässt.

Als Festredner war in diesem Jahr Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit­, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, an­gekündigt worden, der allerdings wegen der Sondierungsgespräche für eine mögliche Regierungsbildung in Berlin, an denen er teilnahm, kurzfristig absagen musste. Seine Ansprache wurde deshalb von Helmut Watzlawik vor­getragen, Leiter der Abteilung Gesundheit in NRW.

Gesundheitspolitische Ziele

Helmut Watzlawik stellte dem Auditorium die Pläne seines Ministeriums für die kommende Legislaturperiode vor. Neben der Behebung des Ärztemangels – vor allem in ländlichen Gegenden ein drängendes Problem – gehört zu den Vorhaben der neuen Landes­regierung eine Neuausrichtung der Krankenhausfinanzierung, um hier ambitioniert gegen­ den Mangel an Fachpersonal vorgehen zu können. Mit Blick auf die Apotheken sieht die Regierung einen Bedarf, den Notdienst neu zu ordnen. Hier sollen abgelegene Wohngebiete besser eingebunden werden – eine Forderung, die Engelen nicht unerwidert lassen konnte. Er merkte hierzu an, dass Ur­sache hier oftmals Verkehrsanbindungen seien, die von den Gemeinden eingestellt wurden. Und Apotheken seien nicht dafür zuständig, derartige kommunale Aufgaben zu übernehmen beziehungsweise auszubügeln. Natürlich wurde auch das krimi­nelle Ver­gehen bei der Her­stellung von Zytostatika in Bottrop ange­sprochen. Hierzu war allerdings anzumerken, dass die Kammern keine Kontrollfunktion ausüben und folglich die AK Nordrhein in diesem Fall auch nicht in die Pflicht genommen werden kann.

Angeregte Diskussionen zu aktuellen Themen

Beide Redner thematisierten noch eine Vielzahl weiterer Aspekte und Pro­bleme, die den Anwesenden erneut bewusst­ machten, dass das gesamte Gesundheitssystem – und in unserem Fall die inhabergeführte Indivi­dual­apotheke – schwere Zeiten zu durch­leben hat. Denn die Heraus­forderungen, die vor allem auch auf die Apotheken zukommen, sind enorm. Einig­ war man sich in dem Punkt, dass für alle Seiten zufriedenstellende Lösungen­ nur möglich sind, wenn alle Beteiligten im Gesund­heitswesen zusammenarbeiten. Am Ende war durch die Reden reichlich Diskussionsstoff geboten, über den anschließend in lockerer­ Runde­ noch ausführlich de­battiert wurde. /