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Homöopathie

Schluss mit Kopfschmerzqualen

25.04.2007  21:11 Uhr

Homöopathie

Schluss mit Kopfschmerzqualen

von Brigitte M. Gensthaler, München

Dumpfer Druck im Hinterkopf, Pochen in den Schläfen, dröhnende Schmerzen hinter der Stirn: Wie sehr Kopfschmerzen peinigen können, weiß fast jeder. Im Kampf gegen den Schmerz haben sich auch Homöopathika bewährt.

Viele Patienten berichten in der Apotheke, dass ihre gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen einen bestimmten Auslöser haben oder ganz typisch verlaufen. Diese Schilderung liefert meist den entscheidenden Hinweis auf das passende homöopathische Mittel. Das sollte der Patient am besten schon bei den ersten Anzeichen des Schmerzes einnehmen und nicht warten, bis die Pein unerträglich wird. Als Einzeldosis gelten fünf Tropfen (alkoholhaltig!) oder Globuli oder eine Tablette.

Wichtig ist, dass Betroffene den Arzt um Rat fragen, wenn sie wiederholt an Kopfschmerzen oder Migräne leiden, wenn die Schmerzen nach einer Kopfverletzung, zum Beispiel einem Sturz, auftreten oder von heftigem Fieber, Übelkeit und Sehstörungen begleitet werden.

Belladonna D6 (Atropa belladonna) ist das richtige Mittel, wenn Kopfschmerzen plötzlich und heftig beginnen, in Schläfen und Stirn pulsieren (»wie ein Hammerwerk« im Kopf) und das Gesicht heiß und rot anläuft. Der Kopf scheint vor Hitze zu platzen. Arme und Beine sind dagegen meist kalt. Die genannten Symptome können nach intensiver Sonneneinstrahlung auftreten, aber auch Folge von Angst und Schreck sein. Dann sind alle Sinne überempfindlich; jede Erschütterung, Bewegung, vor allem Bücken, Licht und Geräusche verschlechtern das Befinden. Drückt der Patient mit den Händen fest gegen den Kopf oder beugt ihn zurück, kann ihm dies etwas Erleichterung bringen. Belladonna D6 nehmen die Patienten akut halbstündlich bis stündlich, bei Besserung zwei- bis dreimal täglich.

Als typisches »Kater-Mittel« nach einer durchzechten Nacht hat sich Nux vomica D12 bewährt. Die Betroffenen haben zu üppig gegessen, reichlich Alkohol und Kaffee getrunken und viel geraucht. Am schlimmsten ist es morgens nach dem Erwachen: Der Kopf brummt, das Gesicht ist verquollen, Magen und Darm rebellieren. Das Konstitutionsmittel Nux vomica eignet sich vor allem für Menschen mit reizbarem aufbrausenden jähzornigen Temperament und für sogenannte »Managertypen«, die ständig unter Hochspannung stehen und überarbeitet sind. Nux vomica hilft auch gut bei Stress- und Spannungskopfschmerzen nach Arbeitsüberlastung. Man nimmt jede Stunde eine Dosis, bis die Beschwerden nachlassen.

Beginnen dumpfe drückende Schmerzen im Nacken, ziehen sich »wie ein Band« um den Kopf herum und setzen sich über den Augen fest, hilft Gelsemium sempervirens D6 oder D12. Das Mittel hilft auch bei Migräne mit dumpfem Schmerz, Schwindelgefühl und verschwommenem Sehen. Typisch ist, dass der Patient sich schwach, benommen und sehr erschöpft fühlt. Patienten, die auf Gelsemium ansprechen, sind in der Regel sensibel, schüchtern und furchtsam. Gemütserregungen wie Angst, Aufregung und Kummer, aber auch Lampenfieber, haben das körperliche Leiden ausgelöst. Die Patienten nehmen bei akuten Beschwerden stündlich, bei Besserung dreimal täglich eine Dosis.

Klagt der Patient über halbseitige, meist linksseitige neuralgische Schmerzen in und um die Augen, im Gesicht und an den Zähnen, kann ihm Spigelia anthelmia D6 helfen. Typisch ist, dass der heftig einschießende Schmerz im Hinterkopf beginnt, einseitig zur Schläfe zieht und zum Auge ausstrahlt. Schon kleine Berührungen, Bewegung, Luftzug und alle Geräusche verschlimmern die Beschwerden, die tagsüber ohnehin stärker sind.

Homöopathen sagen: Sie steigen und sinken »mit dem Lauf der Sonne«. Zu Beginn der Schmerzen soll der Patient halbstündlich bis stündlich, bei Besserung zweimal täglich eine Dosis einnehmen.

Nicht jede Migräneattacke verläuft gleich. Beginnt der Anfall früh am Morgen, steigert sich bis Mittag/Nachmittag und lässt abends nach, das heißt, die Beschwerden »nehmen mit der Sonne zu« und betreffen typischerweise die rechte Seite, spricht die Migräne gut auf Sanguinaria canadensis D6 an. Typischerweise beginnt der Schmerz am Hinterkopf, zieht nach vorne und setzt sich über dem rechten Auge fest. Die Patienten haben ein hochrotes Gesicht, klagen über Übelkeit und galliges Erbrechen und sind sehr empfindlich gegenüber Licht, Lärm, Erschütterung und Bewegung. In der akuten Phase nimmt der Patient halbstündlich bis stündlich eine Dosis.

Ein bewährtes Mittel bei Kopfschmerzen und Migräne, die nach großer geistiger Anstrengung und nahezu immer bei Entspannung und an arbeitsfreien Tagen auftreten, ist Iris versicolor D6. Die Betroffenen nennen ihre Beschwerden »Wochenend- oder Sonntagsmigräne«. Diese beginnen mit Sehstörungen und werden begleitet von ausgeprägten Säurebeschwerden, zum Beispiel saurem Aufstoßen, Sodbrennen, andauernder Übelkeit und saurem Erbrechen, das aber keine Linderung verschafft. Stete leichte Bewegung wird als wohltuend empfunden; in Ruhe, abends und nachts werden die Beschwerden stärker. Der Patient nimmt anfangs halbstündlich bis stündlich, dann dreimal täglich eine Dosis.

Bei Kopfschmerzen und Migräne, die schon morgens beginnen, sich bis zum Erbrechen steigern und von Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen oder Doppeltsehen begleitet sind, lohnt sich der Einsatz von Cyclamen europaeum D6. Das Mittel eignet sich für Patienten, die sich niedergeschlagen, schwindlig und matt fühlen, am liebsten alleine sein wollen und denen Wärme und Bewegung gut tut. Bei betroffenen Frauen ist die monatliche Blutung meist unregelmäßig. Die übliche Einnahme von Cyclamen D6 ist dreimal täglich eine Dosis.

 

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