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Kritik am Versandhandel mit Arzneimitteln

24.04.2008  09:51 Uhr

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Kritik am Versandhandel mit Arzneimitteln

BVpta / Nach Bekanntwerden des Jahresberichts 2007 des Bundeskriminalamtes (BKA) hat die Vorsitzende des Bundesverbandes der Pharmazeutisch-technischen AssistentInnen (BVpta), Sabine Pfeiffer, ein schnellstmögliches Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln gefordert. Das BKA hatte von einer deutlich gestiegenen Kriminalität beim Arzneimittelversand über das Internet berichtet. Dieser Handel sei inzwischen international organisiert und habe bedenkliche Dimensionen angenommen. Daher warnen auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU-Kommission eindringlich vor den Gefahren des illegalen Versandhandels.

»Es ist für keinen Verbraucher nachprüfbar, ob es sich bei einer Internetapotheke um einen seriösen Anbieter oder um einen Geschäftemacher handelt«, erklärt Pfeiffer. Niemand sei wirklich davor geschützt, im weltweiten Netz an einen kriminellen Scharlatan zu geraten. Aber auch der »legale« Versandhandel müsse schnellstmöglich wieder untersagt werden, fordert die BVpta-Vorsitzende mit Blick auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 12. März. Nach dem Urteil der Richter ist es der Drogeriemarktkette »dm« nun erlaubt, mit einer niederländischen Versandapotheke zusammenarbeiten. Das Prinzip gleicht dem der Entwicklung von Fotos. Der Kunde steckt sein Rezept im Drogeriemarkt in eine Tüte und kann dann nach zwei Tagen seine Arzneimittel abholen. 

»Hier wird der Verbraucherschutz mit Füßen getreten«, erzürnt sich Pfeiffer. »Der dm-Kunde kommt noch nicht einmal virtuell mit einer Apotheke in Verbindung, geschweige denn in den Genuss einer Beratung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gesetzgeber die Abgabe von Arzneimitteln mit Fotoarbeiten gleichstellen wollte, als er im Jahr 2004 den Versandhandel zuließ.«

Pfeiffer fordert die Politiker dazu auf, diese Auswüchse zum Anlass zu nehmen, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln wieder komplett zu verbieten. Der BVpta unterstützt die Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, dies über den Bundesrat zu erreichen. Andere Bundesländer teilen offenkundig den Vorstoß von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Unmittelbar nach Verkündung des »dm-Urteils« hatte sich auch Sachsens Gesundheitsministerin Helma Orosz für schnelle politische Entscheidungen ausgesprochen. Beim Arzneimittelversand gehe es immer häufiger nur um den Preis, der Patientenschutz gerate dabei aus dem Blick, erklärte die CDU-Politikerin.

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