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Verdauungsbeschwerden

Pflanzliche Enzyme als Therapieoption

Um gesund und leistungsfähig zu bleiben, sind Menschen auf eine funktionierende Verdauung angewiesen. Doch die Verdauungsleistungen des Körpers sind nie konstant: Mit zunehmendem Alter oder durch bestimmte Krankheiten nehmen sie ab. Eine Reihe von Arzneimitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft kann die gestörte Verdauung normalisieren und die Beschwerden lindern.
Ernst-Albert Meyer
24.04.2008
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Mit der Nahrung gelangen die für den Energiehaushalt, den Zellstoffwechsel und die Regenerationsvorgänge benötigten Substanzen in den Körper. Doch die Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße sind nicht resorbierbar, sondern müssen wegen ihrer hochmolekularen Strukturen enzymatisch in niedermolekulare Spaltprodukte zerlegt werden. Diese kleineren Einheiten können dann aus dem Darm ins Blut übergehen. 

Während Mund und Magen den Nahrungsbrei vorbereiten, ist der Dünndarm das Zentrum der Resorption. Hier wirkt mit einem pH-Wert von 7 bis 9 der alkalische Pankreas-Saft, das Produkt der Bauchspeicheldrüse. Täglich werden etwa 2 Liter Pankreas-Saft in den Zwölffinger-darm sezerniert. Neben den wichtigen Pankreas-Enzymen enthält der Saft Bikarbonat-, Chlorid-, Natrium-, Kalium- und Calcium-Ionen. Dabei neutralisiert das Natriumbikarbonat den aus dem Magen kommenden sauren Speisebrei und garantiert einen pH-Wert von 7,5 bis 8. In diesem Milieu wirken die Verdauungsenzyme optimal.

Spaltung der Kohlenhydrate

Die meisten Kohlenhydrate nimmt der Mensch in Form von Stärke aus Kartoffeln oder Reis, also in Polysaccharidform auf. Deren enzymatischer Abbau beginnt schon im Mund durch das Enzym Amylase aus den Speicheldrüsen.Trotz der kurzen Einwirkzeit spaltet die Amylase bereits bis zu 50 Prozent der Stärke in kurze Zuckerketten. Auch die Bauchspeicheldrüse produziert Amylase. Diese hat jedoch im pH-Wert des Dünndarms (6,7 bis 6,9) ihr Wirkungsoptimum und sorgt für die weitere Spaltung der Kohlenhydratketten. Den restlichen Abbau zu Einfachzuckern übernehmen die Enzyme aus der Dünndarmschleimhaut, zum Beispiel die Glukosidasen, bevor die Resorption erfolgt. 

Die Eiweißanteile der Nahrung werden zunächst durch die Salzsäure im Magen denaturiert und durch das Enzym Pepsin zum ersten Mal zerlegt. Im Dünndarm sind die Proteasen der Bauchspeicheldrüse, Chymotrypsin und Trypsin, aktiv. Sie spalten die Eiweißkörper in Dipeptide aus zwei Aminosäuren. Dipeptidasen in der Dünndarmschleimhaut trennen diese abschließend in einzelne Aminosäuren auf, die schnell resorbiert werden. 

Rund 90 Prozent der Nahrungsfette sind Triglyceride (Neutralfette), die zu ihrer Mehrzahl aus langkettigen Fettsäuren mit 16 und 18 C-Atomen bestehen. Nur ein kleiner Anteil setzt sich aus kurzkettigen (2 bis 4 C-Atome) und mittelkettigen (6 bis 10 C-Atome) Fettsäuren zusammen. Etwa 10 Prozent der Nahrungslipide sind Phospholipide, vor allem Lecithin, Cholesterolester und die fettlöslichen Vitamine A, E, D und K.

Im sauren Milieu des Magens werden die Fette zunächst emulgiert, bevor der Fettabbau durch die Magenlipase beginnt. Doch im alkalischen Milieu des Dünndarms erfolgt die eigentliche Spaltung der Triglyceride in freie Fettsäuren und Glycerol durch die Pankreas-Lipase.