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Gynäkologie

Homöopathie gegen Frauenleiden

01.05.2009
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Gynäkologie

Homöopathie gegen Frauenleiden

von Ines Afflerbach, Hamburg

In den letzten Jahren ist der Marktanteil homöopathischer Mittel in der Apotheke stetig gestiegen. Vor allem Mütter kaufen gerne Mittel für sich und ihre Kinder im Rahmen der Selbstmedikation. PTA und Apotheker sollten sich auch in der Homöopathie gut auskennen, damit sie die Kunden umfassend informieren können.

Welche homöopathischen Mittel sich als »Add-on-Therapie« bei einigen typischen Frauenkrankheiten eignen, stellte Dr. Markus Wiesenauer auf dem Fortbildungskongress für PTA während der Interpharm in Hamburg vor. Wiesenauer ist sowohl Arzt als auch Apotheker und kennt daher den Apothekenalltag gut. Heute arbeitet er als Arzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren in seiner eigenen Praxis und ist Autor diverser Fachbücher. Er führte die PTA durch einen sehr interessanten und kurzweiligen Vortrag.

»Sehr wichtig ist es, dem Kunden oder Patienten zu erklären, dass keine Methode hundertprozentig Erfolg bringen kann«, so Wiesenauer. Die Homöopthie hält aber zahlreiche Mittel bereit, die die vollständige Genesung günstig beeinflussen und einer erneuten Erkrankung vorbeugen. In vielen Fällen können daher PTA oder Apotheker homöopathische Mittel zusätzlich zum verordneten Medikament des Arztes empfehlen.

Wichtig zu wissen: Selbst wenn einige der verwendeten Substanzen in ihrer reinen Form Allergien auslösen oder giftig für Mensch und Tier sein können, in den Potenzen D6 und D12, die in der akuten Therapie verwendet werden, haben die Substanzen diese Wirkungen verloren. Bei diesen Potenzen tritt auch nicht die in der Homöopathie bekannte »Erstverschlimmerung« auf. 

Vaginalentzündung

Vielen PTA ist das Mittel Belladonna (Tollkirsche) aus der Apotheke bekannt. Das Homöopathikum ist aber nicht nur eine gute Empfehlung für Kinder mit beginnender Mittelohrentzündung, wenn der Krankheitszustand als »rot, heiß und pulsierend« beschrieben wird. Da sich Belladonna für alle heißen und brennenden Schleimhäute eignet, ist die Potenz D6 außerdem das zusätzliche Mittel der Wahl bei Vaginalentzündungen. Die akute, schmerzhafte Entzündung schreitet dadurch nicht weiter voran und klingt schneller wieder ab. »Dem Arzneimittel ist es egal, wo die Verletzung oder Entzündung sitzt!«, so Wiesenauer.

Auch nach einer Bein- oder Intimrasur reagiert die Haut oft gereizt, ist stark gerötet, heiß und brennt. Mit Hilfe von Belladonna D6 klingen die Beschwerden wieder rasch ab. Genauso bietet Belladonna D6 aber auch Hilfe bei auftretender Rötung der Haut nach dem Aufenthalt in der Sonne oder nach einer Verbrennung. 

Gegen vaginale Entzündungen, die nach Antibiotikagabe auftreten können, und bei wiederholten Infekten ist Okoubaka (schwarzafrikanischer Rindenbaum) in der Potenz D3 sehr gut geeignet. Es wirkt ausleitend, entgiftend und stabilisierend. Die Darmflora wird mit diesem »homöopathischen Probiotikum saniert«, empfahl Wiesenauer. Sogar Männern mit ständig wiederkehrender Entzündung der Prostata bringt Okoubaka D3 nachhaltige Linderung. 

Patienten, die unter Reizungen im Urogenitalsystem leiden und immer wieder von Harnwegsinfekten betroffen sind, hilft Staphisagria (Stephanskraut) in D6.

Nach dem Kaiserschnitt

Damit nach der Geburt die Narbe eines Kaiserschnittes gut verheilt, sei für die Mutter die Einnahme von Staphisagria D6 ein besonders guter Tipp, so Wiesenauer. Wenn zu den Leitsymptomen der Patientin Lustlosigkeit und das Gefühl, der »Alltag überlagere alles«, gehören, dann kann sie mit der Einnahme von Helonias dioica (Einhornwurzel) in D6 wieder aus diesem schweren Gemütszustand befreit werden. Das Mittel hilft ebenso Müttern nach ihrer Schwangerschaft in der Stillzeit, die mit dem Problem der »Lustlosigkeit« kämpfen.

Der Einsatz von Bellis perennis (Gänseblümchen) in D6 unterstützt die Abheilung kleinflächiger Hämatome. Bellis perennis D6 lässt auch bei Schwangeren Blutergüsse schneller wieder abklingen, die durch heftige Bewegungen des ungeborenen Kindes entstanden sind. Natrium Chloratum D12 ist bei trockener Vaginalschleimhaut zu empfehlen. Bewährt hat sich sein Einsatz ebenfalls bei trockenem Auge und trockener Mundschleimhaut.

Die Berichte über die drei weiteren Vorträge zu den Themen »Erektile Dysfunktion beim Mann: Welche Hilfen gibt es?«, »Lust statt Frust: Lustpflaster für alle Frauen mit Libidoproblemen« und »Sexuell übertragbare genitale Infektionen aus der Sicht des Frauenarztes« folgen in der nächsten Ausgabe des PTA-Forums.

E-Mail-Adresse der Verfasserin:
i.afflerbach(at)web.de