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Gesundheitstage

Trotz Asthma aktiv leben

01.05.2009
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Gesundheitstage

Trotz Asthma aktiv leben

PTA-Forum / Unter dem Motto »You can control your Asthma« findet am 5. Mai 2009 wieder der Welt-Asthma-Tag statt. Die »Global Initiative for Asthma« ruft weltweit dazu alle im Gesundheitswesen Tätigen auf, mit Aktionen auf das wichtige Thema aufmerksam zu machen. Diesmal sollen Kinder und Eltern darüber informiert werden, dass die Krankheit weder die Alltagsaktivitäten, noch den Schlaf oder den Sport beeinträchtigen muss.

Eigentlich müssten Asthma-Patienten in den Industrieländern medizinisch optimal versorgt sein. Diese Auffassung vertraten auch 82 Prozent der deutschen Asthmatiker während einer Telefonumfrage im Rahmen einer europäischen Studie. Sie gaben an, sie hätten eine gute oder sogar vollständige Kontrolle über ihr Asthma. Als dann aber die Interviewer detailliert nach einzelnen Symptomen fragten, offenbarte sich ein anderes Bild: Tatsächlich litten immer noch etwa 75 Prozent an Husten, Kurzatmigkeit, Einschränkungen bei sportlichen Aktivitäten oder sogar Engegefühl in der Brust. 70 Prozent hatten in den letzten Monaten Bedarfsmedikamente benötigt. Demnach können die meisten Asthma-Patienten anscheinend nicht richtig einschätzen, ob ihr Asthma gut eingestellt ist.

Akzeptieren die Patienten, dass Beschwerden ihre Lebensqualität einschränken, laufen sie Gefahr, dass sich ihr Asthma immer weiter verschlechtert. Die »Global Initiative for Asthma« (GINA) hat im November 2006 eine internationale Leitlinie mit eindeutigen Kriterien herausgebracht. Danach ist Asthma erst dann richtig behandelt, wenn der Betroffene

  • minimale bis gar keine Krankheitsbeschwerden mehr hat,
  • nachts nicht mehr wegen Symptomen aufwacht,
  • nie oder selten Bedarfsmedikamente braucht,
  • seine Aktivitäten im Alltag nicht mehr eingeschränkt sind – einschließlich der meisten sportlichen Betätigungen,
  • seine Lungenfunktionswerte (Peak-Flow und FEV1) weitgehend normal sind,
  • nie oder nur ganz selten akute Atemnot erlebt.

Diese Informationen sollten alle Eltern kennen, deren Kind Asthma hat. Denn nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, haben die kleinen Patienten eine Chance, alt zu werden. Wie können Eltern prüfen, ob das Asthma durch die Therapie gut eingestellt ist? Im Internet bietet zum Beispiel der Pharmahersteller Glaxo-SmithKline den Asthmakontroll-Test ACTTM an (unter www.luft-zum-leben.de weiter unter Service – Asthmakontrolltest). Die Eltern und Kinder müssen wenige Fragen beantworten und können danach den Erfolg der Asthmatherapie grob einschätzen. Den Test können Apothekenmitarbeiter auch ausdrucken und gemeinsam mit Betroffenen durchführen.

Sinnvoll ist, wenn die Eltern außerdem täglich den Peak-Flow ihrer Kinder messen und so die Therapie kontrollieren. Die Geräte verordnet der Arzt, und die Apotheken können sie bestellen, zum Beispiel unter www.drbeckmann.de , www.cegla.de , www.pari.de , www.vitalograph.de  oder www.zan.de  (elektronisches Gerät). Ganz wichtig ist, dass die Messungen korrekt durchführt werden. PTA und Apotheker könnten beispielsweise am Welt-Asthma-Tag, die Patienten, groß und klein, im Gebrauch der Geräte schulen. Im Internet finden Interessierte einen Demo-Film zur Peak-Flow-Messung unter www.pina-infoline.de , Stichwort pina-Medien neben anderen Demo-Filmen über den Gebrauch von Asthmasprays, Pulvern oder Spacern.

Anleitung zur Peak-Flow-Messung

Viele Eltern wissen oft nicht, dass die Messung dreimal wiederholt werden muss, und sie nur den höchsten Wert in einem Tagebuch notieren sollen. Die einzelnen Werte besitzen keine große Aussagekraft, wichtiger ist es, den Verlauf der Erkrankung zu beobachten. Wenn sich das Asthma über zwei bis drei Wochen stabilisiert und das Kind kaum Beschwerden hat, können die Eltern aus den Messwerten den persönlichen Bestwert bestimmen. Das ist der höchste Wert während dieser Phase. Er ist wichtig, damit die Eltern das Ampelsystem nutzen können. Anhand dieses Wertes können sie die Grenzwerte für die drei Ampelbereiche berechnen: Liegt zukünftig ein Messwert unter 60 Prozent dieses persönlichen Bestwertes, muss das Kind sofort einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen (roter Bereich). Liegt der Wert zwischen 60 und 80 Prozent, sollten die Eltern möglichst bald einen Termin beim Arzt vereinbaren. Dieser erhöht vorübergehend die Medikamentendosis oder verordnet zusätzlich andere Arzneimittel (gelber Bereich). Liegen die Messwerte im Bereich zwischen 80 und 100 Prozent, ist das Asthma des Kindes gut eingestellt (grüner Bereich). Asthmatagebücher können Apothekenmitarbeiter bei verschiedenen Herstellern bestellen. Manche Firmen bieten inzwischen den Eltern an, Tagebücher online zu führen.

Ideen für Aktionen

  • Peak-Flow-Meter vorstellen und Messungen vorführen,
  • schriftlichen Asthmakontrolltest für Kinder durchführen,
  • Asthma-Demo-Sprays, -Inhalationshilfen und -Spacer ausstellen,
  • Asthma-Quiz für Kinder ausarbeiten, Luftballons zum Aufblasen als Präsent für jeden Teilnehmer,
  • Vorträge über die Erkrankung Asthma allgemein, Asthma-Therapie und -Kontrolle,
  • Kooperation mit Patienten-Initiative vor Ort suchen,
  • lokale Sportwettkämpfe unterstützen,
  • der lokalen Presse oder dem Lokalradio Interviews geben.

Praktische Gestaltung der Aktionen

Neben der Aufklärung über die korrekte Messung des Peak-Flow-Werts können die Mitarbeiter der Apotheken weitere Aktionen planen. Der Kasten enthält einige Ideen. Durch die Schaufenstergestaltung können sie zusätzlich auf die spezielle Aktion aufmerksam machen. Wichtige Botschaften für Plakate könnten sein:

  • Asthma kann man nicht heilen, aber Asthma kann man kontrollieren.
  • Kinder mit Asthma können ein beschwerdefreies Leben auch mit Sport führen.
  • Lassen Sie nicht zu, dass Ihr Kind unter Asthma leidet.
  • Aktiv leben trotz Asthma.

Die Apotheke sollte während der Aktion auch Aufklärungsbroschüren über Asthma bereithalten. Neben einem großen Angebot von Industrie und Krankenkassen bieten folgende gemeinnützige Organisationen Infomaterial an:

  • Broschüre »Bewusster leben mit Asthma«, Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., Fliethstraße 114, 41061 Mönchengladbach, Tel. 02161 814940, Mail: info(at)daab.de
  • Broschüre »Allergien und Asthma erfolgreich behandeln – bei Kindern und Erwachsenen«, Deutsches Grünes Kreuz e. V., Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Frau Anette Weber, Tel. 06421 293123; größere Stückzahlen werden gegen Erstattung der Versandkosten abgegeben.