PTA-Forum online

Jungbrunnen für das Gehirn

26.03.2012  10:46 Uhr

Von Annette van Gessel / Der Verzehr dunkler Beeren kann den Alterungsprozess bremsen, so US-Forscher. Vor allem Anthocyan-Farbstoffe sollen die Nervenzellen im Gehirn vor schädlichen Einflüssen schützen.

Dass Anthocyane als starke Antioxi­danzien Entzündungsprozesse hemmen, ist nicht neu. Sie sollen freie Radikale im Gehirn einfangen und es so vor Krankheiten bewahren. Um die vielen Effekte der Beerenfrüchte zu überprüfen, schauten sich die Ernährungswissenschaftler Dr. Marshall G. Miller und Barbara Shukitt-Hale aus Boston die Ergebnisse aus Zellkulturexperimenten, Tierversuchen sowie präklinischen Studien mit Beeren genauer an.

In Zellkulturen hemmten Anthocyane die Monoaminoxidasen (MAO) A und B, die die Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin abbauen. Möglicherweise könnte der reichliche Verzehr dunkler Beeren sowohl die Stimmung stabilisieren als auch vor Parkinson schützen. Der Beerenextrakt bewahrte zudem in Kulturen Acetylcholin-sensitive Zellen vor dem Untergang durch das Alzheimerprotein Beta-Amyloid.

Tierexperimente ergaben die günstige Wirkung einer »Diät« mit 2 Prozent Heidelbeeren und 2 Prozent Erdbeeren auf das räumliche Gedächtnis alternder Ratten. Als die Forscher das Gehirn der Nager untersuchten, wiesen sie eine reduzierte Cholinesterase-Aktivität nach, was auf einen antidementiven Effekt der Beerenwirkstoffe hinweist.Nach einer Beerendiät untersuchten Forscher bei den Versuchstieren die Neuronen im Striatum und Kortex. Das Ergebnis: Die Dichte war erhöht, die Dendriten stärker verzweigt. In bestimmten Hirnbereichen wie dem Gyrus dentatus war die Zellproliferation gestiegen, was darauf hin deutet, dass Beeren die Neuroge­nese ankurbeln.

Bislang ist noch unklar, ob sich die Ergebnisse aus den Tiermodellen auf Menschen übertragen lassen. In zwei Studien tranken Probanden mit leichten kognitiven Einschränkungen täglich zwölf Wochen lang jeweils 6 bis 9 ml Heidelbeer- oder Traubensaft pro Kilogramm Körpergewicht. In Kognitionstests erbrachten diese Patienten bessere Leistungen als die Vergleichsgruppe.

Vermutlich verändern Beerenfrüchte die Art, wie Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren, so die Forscher. Änderungen in der Signalübertragung könnten eine Entzündung im Gehirn sowie neuronale Schäden verhindern und die motorische Kontrolle sowie die Kognition verbessern. /

Quelle: Journal of Agricultural and Food Chemistry