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Nichtraucherschutz rettet Leben

23.03.2012  16:36 Uhr

Von Annette van Gessel / Seit Einführung der Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland werden deutlich weniger Menschen aufgrund eines Herzinfarkts in eine Klinik eingewiesen. Weniger Qualm bedeutet weniger Herzerkrankungen, wie eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit bestätigt.

In den Jahren 2004 bis einschließlich 2008 hat die DAK-Gesundheit von 3 700 384 DAK-Versicherten im Alter ab 30 Jahren die Krankenhauseinweisungen aufgrund von Angina Pectoris und eines akuten Myokardinfarkts erfasst sowie damit verbundene Behandlungskosten ausgewertet. Diese Studie ist die bisher größte weltweit und in Deutschland die erste zu diesem Thema.

Die Auswertung der Daten ergab, dass nach Einführung der Nichtraucherschutzgesetze in den Bundesländern zwischen August 2007 und Juli 2008 die stationären Behandlungen infolge einer Angina Pectoris um 13,3 Prozent, aufgrund eines Herzinfarktes um 8,6 Prozent zurückgingen. Nach Angaben des Statistischen Bundes­amtes starben im Jahr 2010 rund 353 000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, davon knapp 60 000 an einem Herzinfarkt. Im Jahr 2008, nach Einführung der Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland, hat die Kasse bei diesen Indikationen 1880 Krankenhauseinweisungen weniger verzeichnet. Insgesamt standen unter dem Strich 7,7 Millionen Euro Minderausgaben. Hochgerechnet seien dies für die gesetzliche Krankenversicherung 37 500 weniger Krankenhauseinweisungen bei den untersuchten Indikationen und Einsparungen von 150 Millionen Euro.

In die Rechnung nicht einbezogen seien Einsparungen bei Reha-Leistungen und Arbeitsausfall, betont Professor Dr. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. »Die Ergebnisse unserer Studie machen deutlich, wie groß die Bedeutung der Nichtraucherschutzgesetze für die Gesundheit ist«, so Rebscher. »Und sie zeigt, dass diese Gesetze effektiv die Gesundheit der Menschen in unserem Land schützen.«

Je strikter die Gesetze, desto größer der Rückgang der Herzerkrankungen. Nicht berücksichtigt seien mögliche Minderausgaben für weitere Krankheiten wie COPD, die mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden. Die DAK-Gesundheit appelliert deshalb an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, für ein einheitliches und ausnahmsloses Rauchverbot zu sorgen. Bayern könne mit seinem konsequenten Nichtraucherschutz als Blaupause für andere Bundesländer dienen. /

Quelle: DAK-Gesundheit