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Neue Aufklärungskampagne

Rote Karte dem Schlaganfall

26.03.2012  15:44 Uhr

Von Verena Arzbach, Leverkusen / In Deutschland bekommen jährlich etwa 262 000 Menschen einen Schlaganfall, darüber hi­naus ist der Apoplex hierzulande die dritthäufigste Todes­ursache. Mit Schirmherr Michael Ballack stellte Bayer HealthCare daher die bundesweite Präventionskampagne »Rote Karte dem Schlaganfall« vor.

Die Risikofaktoren sind identifiziert: Arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Rauchen, Bewegungsmangel und Vorhofflimmern begünstigen den Gefäßverschluss durch einen Thrombus und damit einen Schlaganfall. Bei vielen Patienten liegen gleich mehrere dieser Faktoren vor, beispielsweise beim metabolischen Syndrom. Da ein Großteil dieser Risikofaktoren beeinflussbar ist, sei es am sinnvollsten, so früh wie möglich mit der Schlaganfallprävention zu beginnen, so die Experten. Die Aufklärungskampagne »Rote Karte dem Schlaganfall« hat Bayer HealthCare Deutschland in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der Sporthochschule Köln entwickelt.

Studien hätten belegt, dass bereits eine leichte sportliche Aktivität das Risiko eines Apoplex beträchtlich senken könne, erläuterte Professor Dr. Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln, auf einer Pressekonferenz von Bayer HealthCare in Leverkusen.

Training für jedermann

Das Institut hat daher ein spezielles Trainingsprogramm zur Schlaganfallprävention entwickelt. Michael Ballack stellt die einfachen Übungen zur Stärkung von Herz und Kreislauf Schritt für Schritt auf einer DVD sowie einem Poster vor, sodass sie jeder nachmachen kann, auch im Wohnzimmer. »Ich bin selbst ein sehr aktiver Mensch und weiß, wie wichtig Bewegung für einen gesunden Körper ist. Das möchte ich gerne weitergeben«, so der Fußballstar. Bereits als Teenager wurde er mit dem Thema Schlaganfall konfrontiert, als ein guter Freund im Alter von 14 Jahren während eines Fußballspiels zusammenbrach. Die Kampagne liegt ihm daher besonders am Herzen.

Mehr als 80 Prozent aller Schlaganfälle entstehen durch einen Thrombus. Die Blutgerinnsel bilden sich zum Teil im Herzen und gelangen über den Blutkreislauf zum Gehirn. Wird eine Schlagader blockiert, kommt es zu einer Ischämie. Ist Hirngewebe bereits drei Minuten mit Sauerstoff unterversorgt, sterben Teile ab, die nicht mehr regenerieren. Schnelles und richtiges Handeln im Notfall sei daher für die Patienten besonders wichtig, betonte Dr. Jürgen Fröhlich von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Die Stiftung hat in ganz Deutschland bereits 212 sogenannte »Stroke Units« zertifiziert. Diese spe­ziellen Klinikabteilungen sind für die Notfallversorgung von Schlaganfall­patienten ausgerüstet und ermöglichen zudem eine schnelle und sichere Diagnostik.

Kontrolluntersuchung ab 35

Schlaganfälle und ihre Folgen verur­sachen heute bereits mehr als 2 Prozent aller Gesundheitskosten. Die Experten der Deutschen Schlaganfall-Hilfe befürchten, dass die Zahl der Schlagan­fälle in den nächsten zehn Jahren weiter ansteigen wird. Bis zu 70 Prozent aller Schlaganfälle in Deutschland könnten vermieden werden, sind sich Fachleute einig. Voraussetzungen dafür sind eine gesunde Lebensweise und die Kontrolle von Risikofaktoren. Fröhlich empfahl daher die Vorsorgeuntersuchung »Check-up 35«, mit der jeder sein individuelles Schlaganfallrisiko ermitteln kann. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Kosten dieser Untersuchung. /

Materialien anfordern

Interessierte können die Materialien zur Kampagne kostenlos unter folgender Adresse bestellen: Rote Karte dem Schlaganfall, Postfach 190245, 40112 Düsseldorf, Fax 0211 132807, E-Mail an infomaterial(at)rote-karte-dem-schlaganfall.de

E-Mail-Adresse der Verfasserin

arzbach(at)govi.de