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Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bei Allergien

19.02.2016  13:23 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / US-amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kinder mit allergischen Erkrankungen etwa doppelt so häufig wie gesunde Gleichaltrige unter hohem Blutdruck und erhöhten Cholesterolwerten leiden.

»Entzündungsprozesse bei Asthma und Heuschnupfen können damit zusammenhängen, aber auch eine durch die Krankheit hervorgerufene bewegungsärmere Lebensweise kann mit dafür verantwortlich sein. Dies zeigt, dass Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten bereits in der Kindheit ihren Ursprung haben können«, kommentiert Dr. Hermann Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbands für Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Studie. Allergische Erkrankungen erhöhen demnach unabhängig von Übergewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Insbesondere schwere Formen von Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis können die körperliche Aktivität beeinträchtigen, Schlafstörungen verursachen und andere Krankheiten verschlimmern, beispielsweise Infektionen der Atemwege. »Regelmäßige Untersuchungen der Cholesterolwerte und Messungen des Blutdrucks können bei diesen Kindern sinnvoll sein. Bei aus­geprägter Müdigkeit kann auch der ­Eisenspiegel kontrolliert werden«, rät Kahl.

Denn eine weitere Studie legt nahe, dass Kinder mit atopischen Erkrankungen zu Blutarmut beziehungsweise Eisenmangel neigen. Dabei spielt vermutlich auch eine Rolle, dass Eltern oft vorsorglich Lebensmittel vom Speiseplan ihrer Kinder streichen, um die Allergie einzudämmen. Somit könnte der Eisenmangel auch auf einer Fehl­ernährung beruhen. /

Quelle: BVKJ