PTA-Forum online
Fruchtsäuren

Aha-Effekt für die Haut

Allerdings: Je saurer der pH-Wert, desto höher ist ihr irritierendes Potenzial. Hautreizungen äußern sich in einem Brennen, Röten oder Spannungsgefühlen der Haut. Um diese unerwünschten Wirkungen möglichst klein zu halten, sollten PTA und Apotheker für die Heim­anwendung zum einen Präparate auswählen, die beruhigende, pflegende Zusätze enthalten. Und zum anderen: Auch die Kombination mehrerer, dafür niedrig konzentrierter Fruchtsäuren sorgt für bessere Verträglichkeit. Die PTA sollte daruf hinweisen, dass ein leichtes Bitzeln der Haut zu Beginn einer Glykolsäure-Behandlung als normal gilt und nur wenige Minuten anhält. Vielleicht lässt sich die Anwendungshäufigkeit langsam steigern.

So wirken Fruchtsäuren

  • Zellstoffwechsel und Kollagenproduktion werden angeregt.
  • Regelmäßige Anwendung verbessert dauerhaft und sichtbar die Hauterneuerung.
  • Wirkstoffe werden besser auf- genommen und tiefer in die Haut geschleust.
  • Die Dicke der Haut wird optimiert. Dickere Haut hat weniger Falten.
  • Wasserbindungsfähigkeit der Haut wird erhöht.
  • Alterserscheinungen, etwa Fältchen, werden gemildert.
  • Verbesserte Hyperpigmen­tierung, die Haut wird eben­mäßiger.
  • Vergrößerte Poren werden verkleinert.
  • Optimierte Akne-Behandlung: die Entstehung neuer Unreinheiten verringert sich, da tote Hautzellen und zu viel Talg entfernt werden, die die Poren verstopfen.
  • Akne-Narben werden abgetragen.

Bei pH-Werten über 6 treten keine Hautirritationen mehr auf, allerdings sind auch keine Auflockerungen der Hornschicht und keine Steigerung der Mitoserate mehr zu beobachten. Nur der feuchtigkeitsspendende Effekt bleibt erhalten.

 

Tiefschürfend

Präparate für die Selbstanwendung sind so formuliert, dass sie bei guter Verträglichkeit je nach Produkt täglich oder ein- bis zweimal wöchentlich in die Pflegeroutine integriert werden können. Dabei muss die Haut weder auf die Anwendung vorbereitet, also abgesäuert werden. Noch ist eine Neutralisation nach der Anwendung nötig. Für keratolytische Effekte sollten die Präparate mindestens 6 Prozent, maximal 15 Prozent Fruchtsäure enthalten. Als ideal gelten Konzentrationen zwischen 8 und 10 Prozent.

 

Anders sieht es bei den professionellen Fruchtsäurepeelings beim Hautarzt aus. Sie arbeiten mit hohen Konzen­trationen der α-Hydroxy­säuren mit bis zu 70 Prozent bei extrem niedrigem pH-Wert, teils unter 3. Diese extremen Bedingungen induzieren eine Epidermolyse, also eine komplette Ablösung der Epidermis von der Dermis. Dass ein solch tiefschürfender Eingriff in die Hautbarriere in die Hände eines Dermatologen gehört, erklärt sich von selbst. Diese extreme Hautirritation macht nach wenigen Minuten eine Neutralisation mit Natriumbicarbonat-haltiger Lösung zwingend erforderlich. Während der Neutralisation wird CO2 freigesetzt, was zur Aufschäumung führt. Solange sich dieser Schaum bildet, muss die Neutralisation anhalten. Solche Peelings erfolgen zum Teil auch in mehrwöchigen Intervallen mit stetig steigenden Konzentrationen.

 

Dieser massive Einschnitt für die Haut kann nicht von jetzt auf gleich erfol­gen. Er braucht eine gewisse Vorlaufzeit. Etwa vier bis sechs Wochen vor dem eigentlichen Peeling beim Arzt muss die Patientin ihre Haut Schritt für Schritt mit niedrig konzentrierten Säuren an die Säurebelastung gewöhnen. Nach Maßgabe des Arztes werden Fruchtsäuren in steigen­den Konzentrationen zu Hause aufgetragen.

 

Sonne meiden

Durch das Fruchtsäure-Peeling verdünnt sich die Hornschicht. Allerdings wird damit auch die Lichtschwiele herabgesetzt, die Empfindlichkeit für UV-Strahlung nimmt zu. Deshalb ist es in jedem Fall ratsam, täglich einen UV-Blocker mit Lichtschutzfaktor 50 anzuwenden. Für Eingriffe beim Arzt empfiehlt sich der Winteranfang. Vor Sommerbeginn sollte man nur peelen, wenn direkte Sonneneinstrahlung gemie­den wird, keine Ferien in sonnenintensiver Gegend anstehen und intensiver­ Lichtschutz betrieben wird. Vorgebräunte Haut ist kein Problem beim Fruchtsäure-Peeling, wichtig ist absolute UV-Karenz nach den Sitzungen. /

Hände weg von AHA

  • α-Hydroxysäuren eignen sich für alle Hautzustände; bei empfindlicher Haut ist Zurückhaltung geboten.
  • Fruchtsäuren sind auch nicht für Couperose-gezeichnete Haut geeignet. Die Säuren regen die Durchblutung der Haut zu sehr an.
  • Ein Fruchtsäure-Peeling ist nicht geeignet für Personen mit der Weißfleckenkrankheit Vitiligo, mit frischen Hautinfektionen wie Herpes oder Keloiden in der Vorgeschichte.
  • Die Einnahme von Medikamenten ist zu berücksichtigen. So sollte bei gleichzeitiger Einnahme von Isotretinoin bei unreiner Haut nicht gepeelt werden. Auch manche Antibiotika können problematisch sein. Zum Beispiel werden durch Tetracycline die Lichtempfindlichkeit und die Neigung zu Pigmentstörungen verstärkt.
Seite<12
TEILEN
Datenschutz