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OTC-Beratungscheck

Loratadin

20.02.2018
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Kontraindikationen, Neben- und Wechsel­wirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger be­ratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausge­wähl­ten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Dieses Mal: Loratadin.

Arzneistoffgruppe

H1-Antihistaminikum

Präparate

Zum Beispiel Lorano® akut, Loraderm®, Loratadin-ratiopharm®

Indikation

Zur Behandlung der Beschwerden der allergischen Rhinitis und der chronischen, idiopathischen Urtikaria (Nesselsucht).

Dosierung/Anwendung

  • Erwachsene und Kinder über 2 Jahre (> 30 kg): Einmal täglich 1 Tablette á 10 mg
  • Patienten mit schwerer Leber­schädigung: als Anfangsdosis 1 Tablette jeden zweiten Tag
  • Die Tablette kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Kontraindikationen/Warnhinweise

  • Vorsicht bei Leberfunktions­störungen
  • Für Kinder unter 2 Jahren nicht geeignet
  • Nicht für Kinder mit einem Körpergewicht < 30 kg geeignet
  • Loradatin sollte 48 Stunden vor der Durchführung eines Hauttestes abgesetzt werden, um positive Reaktionen nicht zu verhindern oder abzuschwächen.
  • In seltenen Fällen kann es zu Benommenheit kommen. Vor dem Führen von Fahrzeugen oder dem Bedienen von Maschinen sollte die eigene Reaktionsfähigkeit überprüft werden.

Nebenwirkungen

Häufig:

  • Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schläfrigkeit

Gelegentlich

  • Schlaflosigkeit
  • Appetitsteigerung

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Einnahme von CYP3A4- oder CYP2D6-Inhibitoren (wie Ketoconazol, Erythromycin oder Cimetidin) kann zu erhöhten Wirk­spiegeln von Loratadin führen. Dies kann vermehrt Neben­wirkungen hervorrufen.

Schwangerschaft/Stillzeit

In tierexperimentellen Studien konnte keine fruchtschädigende Wirkung von Loratadin festgestellt werden. Loratadin kann in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Während der Stillzeit gehört Loratadin zu den Mitteln der Wahl. Symptome wie Unruhe, Sedierung, Mund­trockenheit und Tachykardien sind zwar beim gestillten Säugling nicht vollständig auszu­schließen, erscheinen jedoch eher unwahr­scheinlich (www.embryotox.de).

Hinweis

Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittel­informationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiter­­führende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.