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Schmerzmittel beeinflussen Gefühle

20.02.2018  11:12 Uhr

Nicht verschreibungspflichtige Schmerz­mittel wie Ibuprofen und Paracetamol beeinflussen Gefühle und Verhalten des Anwenders womöglich stärker als bislang gedacht.

 

Sie dämpfen anscheinend nicht nur das physische Schmerzem­pfinden, sondern auch Gefühle, berichten Forscher der Universität Kali­fornien in Santa Barbara im Fachmagazin »Po­licy Insights from the Behavioral and Brain Sciences«. 

So empfanden Frauen emotional schmerzliche Erfahrungen, zum Beispiel von einem Spiel ausgeschlossen zu werden oder über einen Betrug zu schreiben, als weniger schlimm, wenn sie eine Dosis Ibuprofen genommen hatten, im Vergleich zu Frauen unter Placebo. Bei Männern zeigte sich allerdings der gegenteilige Effekt.

Testpersonen, die eine Dosis Paracetamol eingenommen hatten, reagierten zudem weniger emotional gestresst­, wenn sie über eine Person lasen­, die physische oder mentale Schmerzen erlitt. Auch auf schöne oder unangenehme Fotos reagierten die Versuchspersonen weniger ausgeprägt nach Paracetamol-Einnahme. Bild­gebende Verfahren hätten gezeigt, dass körperliche und soziale Schmerzen im Hirn wohl ähnlichen Mechanismen unterliegen. Die Studienautoren sehen die Ergebnisse als alarmierend an: »Wenn Verbraucher ein OTC-Schmerzmittel einnehmen, glauben sie, dass das ihre körperlichen Symptome lindert, aber sie vermuten keinen breiten psychologischen Effekt«, schreiben Kyle G. Ratner, Amanda R. Kaczmarek und Youngki Hong. Auf der anderen Seite ließen sich die Effekte aber vielleicht auch nutzen, um Personen mit verletzten Gefühlen zu helfen. Hierzu sei jedoch­ mehr Forschung nötig. (PZ/dh)