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Solarien

Studie führt in die Irre

20.02.2018  11:12 Uhr

Von Katja Egermeier / Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat Solarien­gänger aufjubeln lassen – aber möglicherweise in die Irre geführt. Das Fazit einer Untersuchung der Univer­sität des Saarlandes: »Ein kausaler Zusammenhang zwischen maßvoller Solariennutzung und einem erhöhten Melanom-Risiko ist nach aktueller Studienlage nicht erwiesen.«

 

In einigen­ Fällen kam dies beim Nicht-Fachpublikum als Freispruch­ für Solarien an. Doch der Schluss, dass Solarien keinen Hautkrebs verursachen, wie vor allem in sozialen Medien­ nach dieser Veröffentlichung verbreitet, lässt sich aus diesem Ergebnis nicht ziehen.

Vielmehr bemängeln die Forscher um Professor Dr. Jörg Reichrath, Leitender Oberarzt der dermatologischen Klinik am Universitätsklinikum Homburg, das Vorgehen in den Studien­ und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Die Wissenschaftler hatten Datenbanken nach entsprechenden Studien durchforstet und diese in einer Meta-Analyse unter die Lupe genommen.

Laut einer Pressemeldung der Universität bestätigen die Forscher, dass bei den Studienteilnehmern nach Solarien­nutzung eine gering erhöhte Melanom-Rate festgestellt worden sei. Gegenübergestellt wurde in der Untersuchung »jemals ein Solarium genutzt« und »niemals ein Solarium genutzt«. Viele Ergebnisse basieren nach Ansicht der saarlän­dischen Forscher aber hauptsächlich auf Beobachtungen, die keine kausalen Zusammenhänge beweisen. Auch andere Einflüsse könnten eine Rolle spielen. »So kann die Solariennutzung ein Marker sein für Sonnenanbeter, die sich auch der natürlichen Sonnenstrahlung exzessiv aussetzen und durch häufige Sonnenbrände ihr Melanom-Risiko erhöhen«, so Reichrath.

Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz hat UV-Strahlung in kommerziell betriebenen oder häuslichen Solarien die gleichen akuten und langfristigen Wirkungen an Augen und Haut wie die UV-Strahlung der Sonne. Demnach gelte es als erwiesen, dass die Strahlung in Solarien in gleichem Maße Krebserkrankungen auslösen kann wie die der Sonne. Aus diesem Grund habe die Internationale Agentur für Krebsforschung die künstlich erzeugte UV-Strahlung (Wellenlänge 100 bis 400 Nanometer) ebenso wie die natürliche in die höchste Krebsrisikostufe eingereiht. Minder­jährigen ist in Deutschland der Besuch von Solarien zu kosme­tischen Zwecken seit Mitte 2009 untersagt. /