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Hornhaut

Auf gesundem Fuß leben

01.06.2007  10:43 Uhr

Hornhaut

Auf gesundem Fuß leben

Sven Siebenand, Eschborn

28 Knochen, 19 Muskeln und mehr als 100 Sehnen und Bänder: Die Füße der Menschen sind Wunderwerke der Natur. Mit ihnen können sie gehen, laufen, tanzen, hüpfen, klettern und vieles mehr. Selbst jemand, der nur ungern zu Fuß geht, läuft in seinem Leben durchschnittlich eine Strecke von rund 100 000 Kilometern. Das sind etwa zweieinhalb Runden um den Erdball. Mehr als fünf Millionen Schritte pro Jahr sind bei vielen Menschen keine Seltenheit.

Diese Belastung bleibt nicht ohne Folgen. So wie harte Arbeit an den Händen zu Hornhautschwielen führt, bildet sich auch bei zu langem Stehen oder Gehen an den Füßen eine dicke Hornhautschicht, vor allem an Ballen und Fersen. Enges Schuhwerk trägt zusätzlich zur Druckbelastung bei. Mehr als 40 Millionen Deutsche, also rund jeder zweite Bundesbürger, haben zu viel Hornhaut an den Füßen. Diese entsteht üblicherweise durch lang anhaltenden Druck auf die Fuß- oder Zehenhaut. Selbst bei beidfüßigem Stehen lasten fast 600 Gramm auf jedem Quadratzentimeter Fußhaut. Müssten alle Hautpartien des Körpers diesem Druck standhalten, entspräche dies einem Gewicht von zehn Tonnen, die auf die Körperoberfläche verteilt würden. Schnelles Laufen und Springen potenzieren diese Belastung. Durch den ständigen Druck wird die Fußhaut zum Schutz zur vermehrten Bildung von Hautzellen angeregt. Auf diese Weise verhärtet sich die Haut an den Druckstellen und wird dicker. Druckstellen entstehen allerdings auch dann, wenn sich die Haut alterungsbedingt verändert. So werden mit zunehmendem Alter die Hautschichten dünner, Kollagenfasern werden abgebaut, und Elastinfasern büßen an Elastizität ein. Zudem sorgen Gelenkverschleiß, Spannkraftverlust bei Sehnen und Bändern sowie die Rückbildung von Muskeln dafür, dass sich die Fußarchitektur im Alter verändert.

Fettpolster verhindern Verhornung

Bei einem gesunden, richtig geformten Fuß verhindert das Fettpolster unter der Fußsohle die Entstehung von Hornhaut. Verlagern sich die Fußknochen aber im Laufe des Lebens aus ihrer natürlichen Position, dann sind Teile der Fußhaut vermehrtem Druck ausgesetzt, sodass sich leichter Hornhaut bildet. In der Apotheke sollten daher PTA oder Apotheker vor allem ältere Menschen zur sorgfältigen Fußpflege ermuntern.

Hornhaut ist jedoch nicht ausschließlich eine Frage des Alters. Besonders häufig sind auch Übergewichtige und Menschen, die auf hartem Boden viel barfuß laufen, davon betroffen.

Urea hoch dosiert

Um die Hornhaut mechanisch zu entfernen, greifen viele Betroffene zu Hobel, Raspel oder Skalpell. Daneben können sie der Verhornung der Haut auch mit Cremes zu Leibe rücken, beispielsweise Cremes mit Salicylsäure. Der zu den Hydroxysäuren zählende Arzneistoff wirkt über eine pH-Wert-Erniedrigung. Je saurer das Milieu, desto besser wirken entsprechende Produkte. Leider ist die Erniedrigung des pH-Wertes häufig mit Hautirritationen verbunden. Patienten mit besonders sensibler Haut beziehungsweise Diabetes sollten Salicylsäure nicht einsetzen. Eine Alternative zu säurehaltigen Präparaten stellt nun eine Kombination aus hoch dosiertem Harnstoff (18 Prozent) und dem Wirkstoff-Komplex Defensil (Scholl Professional Hornhaut Reduziercreme) dar, die es nur in der Apotheke gibt. Harnstoff (Urea) gehört zu den körpereigenen Feuchtigkeitsspeicher-Substanzen (Natural Moisturizing Factors, NMF). In der verwendeten Konzentration von 18 Prozent erhöht der Harnstoff den Feuchtigkeitsgehalt der Haut deutlich. Zudem lockern sich die abgestorbenen Hautzellen in der Hornhaut, wodurch sie leichter abgeschilfert werden.

Der pflanzliche Wirkkomplex Defensil besitzt zudem Sofortwirkung bei Juckreiz und Irritationen, die bei verdickter Hornhaut oftmals auftreten. Nach vierwöchiger Anwendung reduzierte die Creme in einer Untersuchung die Hornhaut um durchschnittlich 30 Prozent gegenüber dem Ausgangswert, erste spürbare Ergebnisse traten nach sieben Tagen ein.

 

E-Mail-Adresse des Verfassers:
siebenand(at)govi.de