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Homöopathie

Gute Reise und gesunde Heimkehr

31.05.2007  20:32 Uhr

Homöopathie

Gute Reise und gesunde Heimkehr

Brigitte M. Gensthaler, München

Viele Menschen, die im Alltag gute Erfahrungen mit homöopathischen Arzneimitteln gemacht haben, wollen auch auf Reisen und im Urlaub nicht auf diese verzichten. Die neue Umgebung, das ungewohnte Klima, die fremde Kost und eine Überforderung durch sportliche Aktivitäten, aber auch eine lange Anreise in Auto oder Flugzeug können akute Beschwerden auslösen. Eine kleine homöopathische Reiseapotheke hilft dann rasch weiter.

Das übliche Erste-Hilfe-Set mit Schere, Verbandstoffen und einem Hautdesinfektionsmittel gehört in jeden Koffer. Chronisch Kranke müssen selbstverständlich an alle Medikamente denken, die sie dauerhaft einnehmen. Dabei ist es auf jeden Fall empfehlenswert, den Bedarf für die Reise reichlich zu bemessen, denn im Ausland ist es oft schwierig, deutsche Medikamente in geprüfter Qualität zu bekommen. Dann geht wertvolle Urlaubzeit durch die Suche nach dem richtigen Medikament verloren. In die Reiseapotheke packen die meisten Urlauber auch ihre erprobten chemisch-synthetischen Arzneimittel für die Selbstmedikation ein.

Viele Kunden freuen sich, wenn ihnen die PTA einige Homöopathika gegen Beschwerden auf Reisen empfiehlt oder gleich eine kleine homöopathische Reiseapotheke zusammenstellt. Auch bei homöopathischen Mitteln ist die seriöse Beratung in der Apotheke für die Menschen ganz wichtig. Apotheker und PTA sind Fachleute, die sich gut mit den Mitteln und Methoden der »besonderen Therapierichtungen« auskennen. Bei vielen selbst ernannten Gesundheitsberatern und im Internet gibt es dagegen teilweise haarsträubende Informationen. Zu Recht sind Homöopathika daher apothekenpflichtige Arzneimittel. Und damit ist das pharmazeutische Personal in der Apotheke verpflichtet, die Kunden über diese Arzneimittel kompetent zu beraten. 

Bewährte Indikationen

Die klassische Homöopathie umfasst etwa 1000 Mittel. Für die Selbstmedikation kommen längst nicht alle in Frage. Aus langjähriger Erfahrung haben sich im Lauf der Zeit »bewährte Indikationen« ergeben, das heißt: Bei bestimmten Beschwerden haben sich einige Mittel besonders bewährt. Für zahlreiche Krankheitsbilder ergibt sich so eine engere Auswahl an Homöopathika, die meistens helfen. Welches Mittel dann das »richtige« ist, kann die PTA anhand weniger gezielter Fragen an den Patienten herausfinden. Ein Tipp für das Kundengespräch: Fragen Sie nach Auslöser und Ursache (Causa), nach der Art der Beschwerden (Symptomen) und nach den Umständen, die die Krankheit verschlechtern oder verbessern (Modalitäten).

In der Selbstmedikation, zum Beispiel bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder einem verstauchten Fuß, zielt die Behandlung auf ein erkranktes Organ oder Gewebe. In diesen Fällen sprechen Homöopathen von einer organotropen oder histiotropen Therapie. Für die Selbstmedikation eignen sich nur niedrige Potenzen, in der Regel D3, D6 und D12. Deren Wirkung hält meist nur einige Stunden an. Die Einnahme muss daher öfter wiederholt werden.

Globuli praktisch für unterwegs

Homöopathische Mittel werden als alkoholhaltige Lösung (Dilution), Rohrzucker-Kügelchen (Globuli) oder Milchzucker-haltige Tabletten angeboten. Es gibt auch homöopathische Salben und Cremes. Für die Reiseapotheke eignen sich Globuli am besten, da sie nicht auslaufen können. Auch Babys, Kleinkinder und Schwangere können die alkoholfreien Arzneiformen einnehmen. Bei Beschwerden wie Insektenstichen oder Verstauchungen hat es sich zudem bewährt, einige Globuli in Wasser aufzulösen, die verletzte Haut damit zu betupfen und Umschläge zu machen.

Patienten sollten homöopathische Mittel nicht zum Essen einnehmen. Am besten steckt man die Kügelchen eine halbe Stunde vor oder nach der Mahlzeit in die Backentasche, wo sie sich langsam auflösen. Strenge Homöopathen empfehlen, während der Therapie auf Alkohol, Tabak, Kaffee und Produkte mit ätherischen Ölen wie Campher und Menthol zu verzichten, also auch keine Menthol-haltige Zahnpasta zu verwenden.

In der Beratung sollte die PTA den Kunden darauf hinweisen, dass homöopathische Mittel sparsam dosiert werden. Im Klartext: Fünf Tropfen/Globuli oder eine Tablette sind die Einzeldosis für Erwachsene. Für Kinder reichen drei Globuli. Ein Esslöffel voll Globuli wirkt nicht besser als fünf Stück.

Die Mittel werden nach Bedarf und nicht nach der Uhr eingenommen. Das bedeutet, dass ein Patient in Akutsituationen häufiger eine Dosis nimmt als bei chronischen Krankheiten oder einem milden Krankheitsverlauf. Wichtig ist, die Häufigkeit der Einnahme sofort zu reduzieren, wenn eine Besserung spürbar wird. Sobald die Beschwerden fast verschwunden sind, kann der Patient das Mittel absetzen.

Dazu einige Beispiele: In hochakuten Situationen, zum Beispiel bei Kreislaufschwäche mit drohender Ohnmacht und kaltem Schweiß, sollte der Betroffene drei- bis viermal hintereinander alle 2 bis 10 Minuten fünf Tropfen/Globuli (hier Veratrum album D6) in der Backe zergehen lassen oder auf die Zunge tropfen. Bei akuten Beschwerden, zum Beispiel plötzlichem Fieber, nehmen die Patienten alle halbe bis volle Stunde eine Dosis; diese können sie fünf- bis sechsmal wiederholen. Danach reduzieren sie auf eine Einnahme alle zwei Stunden; sinkt das Fieber, reichen drei Gaben pro Tag. Sind die Beschwerden eher gleichförmig und dauerhaft, zum Beispiel Schmerzen bei Muskelkater oder nach einer Prellung, genügt dreimal täglich eine Dosis, eventuell kombiniert mit Umschlägen.

Spürt der Patient, dass seine Beschwerden nach der ersten Dosis zunehmen, kann eine sogenannte Erstverschlimmerung vorliegen. Diese zeigt, dass das Mittel »passt«. In einem solchen Fall pausiert der Patient mit der Einnahme, damit der Körper Zeit hat zu reagieren.

Gesundheitsproblemen vorbeugen

Die Zusammenstellung einer Reiseapotheke hängt von Reiseziel und Reiseart ab. Ein Rucksacktourist in Indien setzt sich einem anderen Erkrankungsrisiko aus als ein Strandurlauber in der Türkei oder ein Wanderer im Schwarzwald. Außerdem sollte die PTA fragen, ob Kinder oder alte Menschen mitfahren und ob ein Reisender an einer Krankheit, zum Beispiel Migräne, leidet. Die folgenden Mittel sind bewährte Helfer auf fast jeder Reise und auch für Kinder geeignet.

Kleine Auswahl bewährter Mittel für den Urlaub mit Kindern

Mittel Beschwerden
Aconitum D6 plötzliches heftiges Fieber ohne Schweiß, Kind ist unruhig und ängstlich
Arnica D6 Wunden, Sportverletzungen
Belladonna D6 stürmischer fieberhafter Infekt mit starkem Schwitzen, pochende Kopf- oder Ohrenschmerzen
Chamomilla D6 Blähungskoliken, Zahnungsbeschwerden bei Säuglingen
Cocculus D6 Reiseübelkeit, auch zur Vorbeugung
Ferrum phosphoricum D6 mild verlaufender grippaler Infekt mit Fließschnupfen und Reizhusten
Ledum D6 Insektenstiche, kleine Stichwunden
Okoubaka D3 Erbrechen und Durchfall durch Kost- und Klimaumstellung
Pulsatilla D6 Brechdurchfälle nach Durcheinander-Essen

Berichtet der Kunde, dass er auf Reisen immer wieder die selben Probleme bekommt, ist die Vorbeugung mit Homöopathika möglich. Das homöopatische Mittel lindert quasi die Neigung eines Menschen zu erkranken (Disposition). Bei bekannter Reisekrankheit eignet sich Cocculus D6, ab drei Tage vor Reiseantritt dreimal täglich einzunehmen (ansonsten erste Dosis einige Stunden vor dem Start). Auch Petroleum D12 wird schon einige Stunden vor Reisebeginn genommen; dieses Mittel eignet sich, wenn der Kunde beschreibt, dass ihm auf Reisen meist sehr schlecht wird, er aber trotz Übelkeit und Erbrechen weiterhin Appetit hat.

Kleine Auswahl an bewährten Homöopathika für Sportsfreunde

Mittel Beschwerden
Arnica D6 Wunden, Sportverletzungen
Belladonna D6 Sonnenbrand, pochender Kopfschmerz
Hypericum D12 Nervenverletzungen, Quetschung der Finger oder Zehen
Rhus toxicodendron D12 Gelenkschmerzen, Muskelkater nach Durchnässung oder Überanstrengung

Wer auf die Kost- und Klimaumstellung bei Fernreisen mit Magen-Darm-Störungen reagiert, kann schon einige Tage vor Reiseantritt mit Okoubaka D3 beginnen (einmal täglich eine Dosis).

Ganz klar: Homöopathika können Impfungen nicht ersetzen! Der gute Immunschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio sollte durch spezielle Impfungen bei Fernreisen ergänzt werden. Homöopathische Mittel können niemals eine Malariaprophylaxe ersetzen. Keine Experimente, denn Malaria tropica kann tödlich enden. Und: Gegen HI-Viren kann kein Homöopathikum schützen, sondern nur das richtige Verhalten.

Gegen den brummenden Kopf

Schmerzmittel gehören in jede Reiseapotheke. Auch auf Reisen richtet sich die Mittelwahl nach Ursachen und typischen Symptomen. Wenn nach einem langen Sonnenbad plötzlich heftige Kopfschmerzen beginnen und in Schläfen und Stirn pulsieren, ist Belladonna D6 geeignet. Typischerweise ist das Gesicht heiß und rot. Solche Beschwerden können auch als Folge von Angst und Schreck auftreten.

Feierfreudige Menschen, die vielleicht sogar eine All-inclusive-Reise gebucht haben, sollten Nux vomica D12 einpacken. Dies ist ein typisches »Kater-Mittel« nach einer durchzechten Nacht, wenn die Urlauber zu üppig gegessen, reichlich Alkohol oder Kaffee getrunken und viel geraucht haben. Am nächsten Morgen geht es ihnen miserabel.

Wer ab und zu an dumpfen drückenden Kopfschmerzen im Hinterkopf und Nacken oder an Migräne mit dumpfem Schmerz und Schwindel leidet, sollte Gelsemium D6 mitnehmen. Typisch: Der Patient fühlt sich »wie betäubt«, erschöpft und benommen. Berichtet der Kunde, dass ihn die Migräne genau dann überfällt, wenn er nach großer geistiger Anstrengung schön entspannen will, kann ihm die PTA Iris D6 empfehlen.

Fieber konsequent angehen

Wer mit Kindern verreist, muss ein Fiebermittel mitnehmen. Schnell haben die Kleinen einen Infekt eingefangen und reagieren mit Fieber, Schnupfen, Erkältung und manchmal auch Ohrenschmerzen. Am besten bei den ersten Anzeichen das homöopathische Mittel geben!

Als schnell wirkende Mittel bei entzündlichen fieberhaften Infekten haben sich Aconitum und Belladonna sehr bewährt – besonders für Kinder, aber nicht nur diese. Aconitum D6 ist das Mittel der Wahl in der ersten stürmischen Phase einer Erkältung, wenn das Fieber rasch und heftig steigt und sich die Haut trocken und heiß anfühlt (»trockenes Fieber«). Sobald der Patient anfängt zu schwitzen und der Infekt sich langsam in einem Organ festsetzt, folgt Belladonna. Ganz typisch: Das Gesicht ist hochrot, heiß und feucht-schweißig, die Schleimhäute in Hals und Rachen sind rau und wund. Trockener Husten, bellende Hustenanfälle und pulsierende Kopf- oder Ohrenschmerzen können dazukommen. 

Passionierten Cabrio-Fahrern, die sich im Sommer gerne den Wind um die Ohren blasen lassen, kann man ebenfalls Aconitum empfehlen. Aconitum hat sich bewährt bei Beschwerden, zum Beispiel heftigen starken Ohrenschmerzen, die durch Zugluft und Fahrtwind ausgelöst wurden.

Beginnt der Infekt jedoch eher schleichend, und das Fieber steigt allmählich, ist Ferrum phosphoricum D6 ein gutes Mittel. Trotz Fließschnupfen, Niesen, trockenem Husten oder Ohrenschmerzen fühlen sich die kleinen Patienten nicht »richtig krank«, sind aber erschöpft. Die Gesichtsfarbe wechselt rasch (blass/rot). Extra-Tipp: Kündigt sich eine Mittelohrentzündung an, sollte das Kind Ferrum phosphoricum und Belladonna im Wechsel erhalten.

Gegen die Rebellion im Magen

Ein relativ neues Mittel in der Homöopathie, das bei Abenteuerurlaubern, auf Fernreisen und bei magenempfindlichen Personen keinesfalls fehlen darf, ist Okoubaka D3. Es eignet sich nicht nur zur Prophylaxe, sondern auch zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die durch die veränderte Kost im Reiseland ausgelöst wurden. Typisch: Rauchen verschlimmert, eine Nahrungspause bessert die Beschwerden.

Nux vomica, das schon als Kopfschmerzmittel bei einem »Kater« vorgestellt wurde, lindert auch Koliken, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, aber auch Obstipation nach Völlerei. Sehr aktive, reizbare und ungeduldige Menschen sprechen gut auf Nux vomica an. Wenn Kinder nach einer Sommerparty mit viel Kuchen, Eis, kalten Getränken und fetten Speisen über Magendrücken und Blähungen klagen oder Brechdurchfall bekommen, hilft Pulsatilla D6.

Der starke Wasserverlust durch explosionsartige Brechdurchfälle und dünnen Stuhlgang belastet vor allem den Kreislauf älterer Menschen und von Kindern. Viel trinken, am besten Elektrolytlösungen, heißt dann das oberste Gebot. Zusätzlich lindert Veratrum album D6 das Schwächegefühl und stoppt die Neigung zu einem Ohnmachtsanfall. Das Mittel hilft auch Frauen, die während der Menstruation an Krämpfen mit großer Schwäche, Frösteln und Kreislaufproblemen leiden. Wenn Kindern und Erwachsenen beim Autofahren schlecht wird und sie mit Erbrechen und allgemeiner Erschöpfung reagieren, sollte Cocculus D6 mit »an Bord« sein.

Kündigt sich ausgerechnet während der »schönsten Tage des Jahres« die Monatsblutung mit Bauchkrämpfen, Kopf-, Brust- oder Rückenschmerzen und Ziehen im Unterleib an, ist jeder Frau der Urlaub zunächst vergällt. Hat sie aber dank der guten Beratung in der Apotheke Magnesium phosphoricum D6 im Gepäck, ist der Spuk bald vorbei. Das Mittel hat sich bewährt bei krampf- und kolikartigen Schmerzen im Unterleib, die blitzartig kommen, gehen und wiederkehren. Auch beim prämenstruellen Syndrom, einem Beschwerdepaket »vor den Tagen«, sollte die Frau es mit diesem krampflösenden Schmerzmittel der Homöopathie versuchen. Das Mittel hilft übrigens auch Säuglingen und Kleinkindern mit Blähungskoliken.

Berichtet eine Frau in der Apotheke, dass sie oft vor und zu Beginn der Menstruation heftige kolikartige Schmerzen bekommt, die sie schier zur Verzweiflung treiben, kann die PTA Chamomilla D6 empfehlen. Dieses ist zudem ein ideales Mittel für Kinder; es lindert zum Beispiel Blähungskoliken und Zahnungsbeschwerden bei Säuglingen. Große und kleine Patienten, die ärgerlich, gereizt, garstig und quengelig sind und ihre Schmerzen als unerträglich empfinden, sprechen gut auf Chamomilla an.

Sommer, Sonne, Insektenstich: Die Haut ist im Urlaub vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Wirklich jeder, besonders aber Kinder brauchen einen guten Sonnenschutz. An erster Stelle steht die Kleidung, auch der Sonnenhut darf nicht fehlen. Die Mittagszeit lässt sich bei einer Siesta im Schatten am besten genießen. Für Lichthungrige ist ein Sonnenschutzmittel Pflicht: vor jedem Sonnenbad rechtzeitig und gründlich eincremen. Dies gilt für Bergwanderer und Radfahrer ebenso wie für Wassersportler und Strandurlauber.

Wenn die Haut Schaden nimmt

Hat die Sonne dennoch ihre Spuren hinterlassen, ist das Gesicht hochrot und schweißig und die Haut schmerzhaft gerötet, hilft Belladonna D6. Bei einem Sonnenstich kann das Mittel im Notfall die Zeit überbrücken, bis der Arzt eintrifft. Führt der Sonnenbrand (eine Verbrennung oder Verbrühung) sogar zu Blasen auf der Haut, ist Cantharis D6 angezeigt. Dieses Mittel wirkt zudem gut auf Blase und Nieren. Es hilft bei Blasenentzündung mit heftigem Harndrang und brennenden Schmerzen beim Wasserlassen.

Naturfreunde, die wandern und draußen picknicken wollen, sollten ein Mittel gegen Insektenstiche mitnehmen. Paradebeispiel ist Ledum D6, das Jucken, Brennen und Anschwellen nach allen punktförmigen Verletzungen lindert. Haben Wespen oder Bienen zugestochen, sollte der Betroffene sofort Apis D6 einnehmen. Beide Mittel kann man auch äußerlich einsetzen: Einige Globuli oder Tropfen in ein Glas Wasser geben und die Stichstelle damit betupfen. 

Egal, ob der Urlaub in den Bergen oder an der See geplant ist, zur Städte- oder Trekkingreise, zum Spazierengehen, Surfen oder Segeln genutzt wird: Arnica muss mit! Dies gilt erst recht, wenn die Familie mit Kindern unterwegs ist.

Allroundmittel bei Verletzungen

Arnica D6 ist das Wundheilungsmittel bei allen Beschwerden durch Verletzung oder Überanstrengung: oberflächliche offene Wunden, Gewebsverletzungen wie Prellung, Quetschung und Verstauchung (»stumpfe Verletzungen«) oder Bluterguss und Muskelkater. Das Mittel stillt Blutungen, mildert das Anschwellen, lindert den Schmerz und fördert die Heilung. Auch Umschläge haben sich bewährt: Einige Tropfen oder Globuli in kaltem Wasser auflösen und damit die verletzte Stelle benetzen und kühlen.

Mittel der Wahl bei Gelenk- und Nackenschmerzen, Muskelkater und stumpfen Sportverletzungen, die als Folge von Überanstrengung sowie nach Durchnässung und Unterkühlung auftreten, ist Rhus toxicodendron D12. Man kann es auch im Wechsel mit Arnica geben.

Ist nervenreiches Gewebe, zum Beispiel an Fingern oder Zehen, verletzt oder gequetscht, hilft Hypericum D12. Extra-Tipp: Hypericum eignet sich für Heimwerker ebenso wie für Menschen mit Zahnschmerzen. Es lindert Schmerzen und Schwellungen nach dem Zähneziehen oder einer Wurzelbehandlung und kann im Wechsel mit Arnica eingenommen werden.

Sorgfältig auswählen

Die genannten Homöopathika sind nur eine kleine Auswahl unter den bewährten Mitteln. Dennoch wird der Kunde in dieser kleinen übersichtlichen Reiseapotheke viele hilfreiche Mittel für den »Ernstfall« finden.

Die PTA kann dem Kunden eine Reiseapotheke individuell nach seinen Bedürfnissen zusammenstellen oder eine Reiseapotheke empfehlen, die von pharmazeutischen Firmen angeboten werden. Manche Kunden bevorzugen auch Komplexmittel, die mehrere aufeinander abgestimmte Einzelmittel enthalten und dadurch breiter einsetzbar sind. In jedem Fall lindern die passenden Mittel akute Beschwerden rasch. Somit tragen Homöopathika dazu bei, dass Alt und Jung ihre wertvollen Urlaubstage unbeschwert genießen können und gesund und erholt heimkehren.

Hahnemanns spezielle Mittel

Der deutsche Arzt Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann entwickelte vor mehr als 200 Jahren das Heilkonzept der Homöopathie. Sein System basiert auf wissenschaftlicher Beobachtung und Selbstversuchen. Er stellte sein gut verträgliches Heilverfahren der damals üblichen Medizin gegenüber, die den Patienten oft mit drastischen Methoden wie Aderlass, Brech- und Abführkuren quälte. Heute gehört die Homöopathie zu den »besonderen Therapierichtungen«, zu denen der Gesetzgeber auch die Phytotherapie und die Anthroposophie zählt. Viele Experten sprechen von einer Komplementärmedizin.

Grundsätzlich werden homöopathische Mittel individuell für einen Patienten nach der sogenannten Ähnlichkeitsregel ausgewählt. Hahnemann entwickelte dieses Simile-Prinzip und stellte fest: Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Das bedeutet, dass ein Mittel in homöopathischer Zubereitung diejenigen Beschwerden lindern kann, die es bei einem gesunden Menschen auslöst. Dieses sogenannte Arzneimittelbild ermitteln Ärzte in der »Arzneimittelprüfung am Gesunden«.

Um das individuell passende Mittel zu finden, befragen klassisch arbeitende Homöopathen, die sich streng an die Regeln Hahnemanns halten, den Patienten sehr genau und ausführlich nach seinen körperlichen, seelischen und geistigen Besonderheiten. Im Zentrum steht die Heilung der ganzen Person; Homöopathen nennen dies eine personotrope Behandlung.

Für die Selbstmedikation eignen sich vor allem die Mittel, die sich in langer Erfahrung bei bestimmten Beschwerden bewährt haben. Die homöopathischen Mittel werden nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs hergestellt. Bei jedem Verarbeitungsschritt (Potenzierung) wird die homöopathische Kraft stärker, obwohl der stoffliche Gehalt abnimmt. Die Mittel tragen den Namen des tierischen, pflanzlichen oder mineralischen Ausgangsstoffs und die hergestellte Potenz. So bezeichnet beispielsweise „Arnica D6“ eine Zubereitung aus Arnica montana, Bergwohlverleih, in der sechsten Dezimalpotenz.

E-Mail-Adresse der Verfasserin:
bm.gensthaler(at)t-online.de 

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