PTA-Forum online
Firmenporträt

Ein traditionsreiches Unternehmen

25.05.2010  09:53 Uhr

Firmenporträt

Ein traditionsreiches Unternehmen

PTA-Forum / Das Homöopathische Laboratorium A. Pflüger zählt heute international zu den bedeutendsten Herstellern homöopathischer Arzneimittel. Seit 1983 leitet Inhaber und Geschäftsführer Horst Pflüger das mittelständige Familienunternehmen mit circa 120 Mitarbeitern. Pflüger beantwortete PTA-Forum Fragen zur Firmenphilosophie.

PTA-Forum: Wie lange reicht die Firmengeschichte zurück? Wer hat das Unternehmen gegründet?

Pflüger: Die Wurzeln des Familienunternehmens Pflüger liegen in Rheda-Wiedenbrück. Dort führte mein Großvater Georg Pflüger eine homöopathische Praxis. Er wurde im Januar 1890 geboren und starb 1966. Als Heilpraktiker entwickelte er eigene homöopathische Präparate, die er mit großem Erfolg bei seinen Patienten anwendete. Sein Sohn Alexander begann im Jahr 1949 mit der industriellen Fertigung der vom Vater entwickelten Rezepturen und gründete das Homöopathische Laboratorium A. Pflüger.

PTA-Forum: Wie hat sich das Unternehmen seitdem entwickelt?

Pflüger: Im Laufe der Jahre wuchs die Produktpalette durch Eigenentwicklungen, Firmen- und Produktübernahmen auf rund 400 Artikel an. Immer noch basieren etwa 60 Prozent der Präparate auf den Original-Rezepturen meines Großvaters. Sie stellen seit nunmehr sechs Jahrzehnten in der täglichen Anwendung bei vielen tausend Patienten ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit unter Beweis. Durch jahrzehntelanges Sammeln von Fallberichten, durch klinische Studien, durch den Erfahrungsaustausch mit Heilpraktikern und Ärzten in Praxen, auf Seminaren und Kongressen wächst das Wissen um die homöopathischen Arzneimittel von Pflüger ständig.

PTA-Forum: Wie setzt sich die Produktpalette der Firma Pflüger zusammen?

Pflüger: Zum Programm des Homöopathischen Laboratoriums A. Pflüger gehört zum einen ein umfangreiches Sortiment von mehr als 200 zugelassenen homöopathischen Komplexmitteln. Die Indikationsgebiete reichen von akuten Beschwerden wie Magen-Darm-Erkrankungen, Erkältungskrankheiten und Kopfschmerzen bis hin zu chronischen Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rheumatischen Beschwerden und Hautkrankheiten.

Zweites starkes Standbein des Unternehmens ist die Biochemie mit den Schüßler-Salz-Präparaten, die von Anfang an Bestandteil der firmeneigenen Produktpalette waren. Die wechselnden Bedürfnisse der Kunden stets im Blick, bietet Pflüger glutenfreie Schüßler-Tabletten, laktosefreie Schüßler-Tropfen, Schüßler-Cremes und seit Kurzem auch -Lotionen an. Besonders verbraucherfreundlich ist die Nummernprägung aller Schüßler-Salz-Tabletten von Nr. 1 bis zur Nr. 27, die die Verwechslungsgefahr bei der Selbstmedikation minimiert und damit beispielsweise die Anwendung von Kuren mit den Schüßler-Salzen enorm erleichtert.

PTA-Forum: Müssen die verwendeten Ausgangsstoffe besondere Qualitätsmerkmale erfüllen?

Pflüger: Das Homöopathische Laboratorium Pflüger stellt sämtliche Urtinkturen für die homöopathischen Präparate selbst her. Dazu verarbeiten wir ausschließlich frisch geerntete Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile, die aus kontrolliert ökologischem Anbau und von langjährigen, geprüften Anbietern stammen. Pflüger legt großen Wert auf einen engen Kontakt zu seinen Lieferanten, die wir auch regelmäßig vor Ort inspizieren. Jede Lieferung von Frischpflanzen prüfen wir im Labor genauestens auf Rückstände von Pestiziden, Insektiziden, Schwermetallen wie Blei, Cadmium oder Quecksilber und auch auf Aflatoxine, hochgiftige Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen.

Therapeuten im In- und Ausland schätzen die Qualität der Pflüger-Präparate, die streng nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs (HAB) gefertigt werden. Die gesamte Produktion erfolgt nach den EU-Richtlinien des Good Manufacturing Practices und unterliegt somit internationalen Standards.

PTA-Forum: Wie setzen Sie die Vorschriften Samuel Hahnemanns in einem modernen Herstellungsbetrieb um?

Pflüger: Pflüger kombiniert modernste Herstellungsverfahren mit traditionellen homöopathischen Grundsätzen. Trotz der technischen Möglichkeiten werden die entscheidenden Arbeitsschritte noch immer in Handarbeit vollzogen. Die homöopathischen Arzneistoffe werden manuell stufenweise verdünnt und nach jedem Verdünnungsschritt zehnmal per Hand verschüttelt oder verrieben. Erst durch dieses sogenannte Potenzieren entwickelt ein homöopathisches Arzneimittel seine besondere Kraft. Dies ist ein wesentlicher Grundsatz, den der Begründer der Homöopathie, der deutsche Arzt Samuel Hahnemann, im Jahr 1796 erstmals publizierte. Bis heute bildet er bei Pflüger die Grundlage der Herstellung homöopathischer Arzneimittel. Modernste High-Tech-Anlagen wechseln sich also ab mit manuellen Tätigkeiten, die nur von Menschen mit Sachverstand, Erfahrung und Liebe zum Detail durchgeführt werden können.

PTA-Forum: Haben Sie sich auf bestimmte Indikationen spezialisiert?

Pflüger: Viele Indikationsgebiete der Pflüger-Komplexmittel habe ich ja bereits genannt. Das homöopathische Komplexmittel verdankt seinen Namen der Kombination von Einzelmitteln mit unterschiedlichen Angriffspunkten. Ziel ist der vielseitige Behandlungsansatz, mit dem das Mittel unterschiedliche Organe und akute Symptome erreicht. In einem homöopathischen Komplexmittel muss nachweislich jeder einzelne Bestandteil seinen positiven Beitrag zur Wirksamkeit leisten.

Bei chronischen Erkrankungen ist beispielsweise eine Vielzahl von Schritten erforderlich, um das Gleichgewicht im Körper wieder herzustellen. Die Erkenntnis der modernen Medizin, dass die Behandlung chronischer Krankheiten die Anregung beziehungsweise die Reparatur blockierter Abläufe erfordert, rechtfertigt den Einsatz homöopathischer Komplexmittel. Diese können langfristig Blockaden lösen, indem sie verschiedenste physiologische Abläufe in Gang setzen wie die Ausscheidungsleistungen von Leber, Galle, Nieren, Lunge und Darm.

Auch der akut Erkrankte profitiert vom Einsatz eines homöopathischen Komplexmittels, indem er – im weiteren Rahmen als durch ein Einzelmittel – in seiner Abwehrleistung unterstützt wird. Die körpereigenen Reaktionen werden durch das Komplexmittel in zumutbarer Stärke gefördert und die Krankheit so schneller, sicherer und vollständiger überwunden.

PTA-Forum: Auf welchen Gebieten engagiert sich die Firma Pflüger denn noch?

Pflüger: Wir engagieren uns besonders für soziale Projekte in der Region. So sammelten wir in der Vergangenheit beispielsweise im Rahmen von Firmenveranstaltungen, -festen oder auch Tagen der offenen Tür Spenden für den »Laibach-Hof« im westfälischen Halle und für das »Kinderhospiz Königskinder« in Telgte im Münsterland und rundeten diese Gelder durch das Unternehmen auf. Darüber hinaus unterstützt die A. Pflüger GmbH & Co. KG heimische Sportvereine und Einzelsportler.

Das Homöopathische Laboratorium Pflüger bemüht sich bei seinen Angestellten in besonderer Weise um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür wurden wir in der Vergangenheit bereits mehrfach von der Bertelsmann Stiftung und dem Kreis Gütersloh im Rahmen des Wettbewerbs »Familie gewinnt« ausgezeichnet. Die Mitarbeiter genießen im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Den Beweis dazu liefern viele von ihnen selbst: Oft entscheiden sich die Kinder der Angestellten für einen Ausbildungsplatz in dem Unternehmen. Darauf sind wir sehr stolz, und das zeigt, dass bei uns ein vorbildliches Arbeitsklima herrscht.

Der rücksichtsvolle Umgang mit den aus der Natur gewonnenen Produkten findet sich auch in der Gebäudephilosophie wieder. Geothermie für den gesamten Verwaltungsbereich, Solarzellen für die Warmwasseraufbereitung und Photovoltaik zur Stromgewinnung zeigen, dass Pflüger auch in anderen Bereichen schonend mit den Ressourcen dieser Erde umgeht.

PTA-Forum: Haben Sie sich für die nahe Zukunft besondere Aufgaben gesetzt?

Pflüger: Wir möchten, dass sich die Homöopathie zu einem festen Bestandteil in der gesundheitlichen Therapie etabliert, und halten sie für geeignet, besonders in der Prävention gute Dienste zu leisten. Leider sind Politik und Bürokratie weit davon entfernt, sich konstruktiv mit dem Fundus an Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Es ist das Phänomen des Besonderen, das die Homöopathie begleitet, und leider wird bis heute eher argwöhnisch-misstrauisch als wohlwollend und fördernd damit umgegangen. Zu unseren Aufgaben gehört es, die Menschen aufzuklären und zu überzeugen.