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Neue Glaukom-OP

21.05.2010
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Neue Glaukom-OP

PTA-Forum / Bei der Standard-Operation von Glaukom-Patienten schneiden die Chirurgen die Bindehaut großflächig auf. Mit dem Trabektom, einem neuen mikroskopisch kleinen Gerät, können die Patienten jetzt minimalinvasiv operiert werden, sodass die Bindehaut völlig unversehrt bleibt.

Das Trabektom sieht mit dem bloßen Auge wie eine Nadel aus. Erst unter der Lupe wird sichtbar, dass es aus einem Messer, einer Elektrode, einem Absaug- und Infusionskanal besteht. Der Operateur setzt einen 1,7 mm kleinen Hornhautschnitt und trägt elektrochirurgisch Gewebe ab, sodass Kammerwasser aus dem Auge abfließen kann. Dazu reicht eine örtliche Betäubung aus.

»Die Methode ist deutlich weniger traumatisierend für das Auge. Die bisherigen Eingriffe sind komplikationsfrei und sehr ermutigend verlaufen«, so Oberarzt Dr. Randolf Widder vom St. Martinus-Krankenhaus in Düsseldorf. Dort und an der Universitäts-Augenklinik in Freiburg wird die in den USA entwickelte Methode bereits eingesetzt. Mit etwas Routine dauert der Eingriff nur etwa zehn Minuten.

Bei 2000 Eingriffen mit der neuen Methode in den USA konnte der Augeninnendruck um durchschnittlich 30 Prozent gesenkt werden, so Dr. Jens Jordan von der Uni-Augenklinik in Freiburg. Nach der Operation müssen viele Patienten allerdings weiterhin Medikamente gegen den erhöhten Innendruck nehmen, allerdings meist eine reduzierte Dosis. Widder schätzt, dass das neue Verfahren etwa der Hälfte aller Glaukom-Patienten helfen würde. Ist der Augeninnendruck sehr stark erhöht, reiche die neue Methode nicht aus.

Quelle: Ärzte-Zeitung online