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Diabetes erhöht Krebsrisiko

21.04.2011  14:17 Uhr

PTA-Forum / Diabetes erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Tatsache ist den meisten Diabetikern bekannt. Aktuell ergeben Studien auch eine höhere Gefahr, dass sie an Krebs erkranken. So belegte unter anderem die DETECT-Studie mit 7482 Patienten das erhöhte Krebsrisiko bei Diabetikern.

Die Studie wurde in deutschen Hausarztpraxen durchgeführt. Sie ergab: Innerhalb von fünf Jahren erkrankten 5,1 Prozent der Typ-2-Diabetiker und 3 Prozent der Nichtdiabetiker an Krebs. Berücksichtigten die Forscher bei der Auswertung der Studiendaten außerdem das Alter und Geschlecht der Teilnehmer, ihren BMI und HbA1c-Wert, hatten die Diabetiker, die rauchten, ein um den Faktor 1,64 erhöhtes Krebsrisiko. Aufgrund einer Tumor­erkrankung starben doppelt so viele Typ-2-Diabetiker im Vergleich zu Nichtdiabetikern. Bei den Diabetikern, die Insulin spritzen mussten, war die Todesrate sogar vervierfacht, berichtete Dr. Wolfgang Rathmann beim 6. Diabetologie-Update-Seminar in Mainz.

US-amerikanische Forscher gingen der Frage nach, an welchen Tumorarten Diabetiker hauptsächlich erkranken. Über ihr Ergebnis berichteten die Experten der US-amerikanischen Diabetes- und der Krebsgesellschaft im Fachmagazin Diabetes Care: Diabetiker haben ein höheres Risiko, an Leber, Pankreas, Kolon, Rektum, Endometrium, Brust und Harnblase einen bösartigen Tumor zu entwickeln.

Diabetologen sind davon überzeugt, dass neben Diabetes weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und höheres Alter die erhöhte Krebsgefahr bei Diabetikern zum Teil erklären. Darüber hinaus könnten aber auch Hyperinsulinämie, Hyperglykämie und subklinische Entzündungsprozesse dazu beitragen.

Zur Prävention beider Krankheiten raten die Experten, Übergewichtigen zu gesunder Ernährung, Bewegung und Gewichtsreduktion. Außerdem sollten Diabetiker unbedingt die angebotenen Maßnahmen der Krebsfrüherkennung nutzen. Hinweise, dass Metformin das Krebsrisiko senkt und Insulin dieses erhöht, bedürften der weiteren Klärung, so die US-Ärzte.  /

Quelle: Ärzte Zeitung online