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Naturmedizin

Pascoe feiert 50 Jahre dokumentierte Forschung

21.04.2011  14:46 Uhr

PTA-Forum / Über 200 Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft, Verbänden und Behörden sowie der Politik fanden sich am 12. März in der Aula des Hauptgebäudes der Justus-Liebig-Universität Gießen ein. Zum Festakt anlässlich 50 Jahren dokumentierter Forschung hatte die Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH am Standort des Unternehmens eingeladen.

Seit seiner Gründung im Jahr 1896 hat sich der Arzneimittelhersteller Pascoe Naturmedizin leidenschaftlich der Homöopathie und Phytotherapie verschrieben. Die Firmenphilosophie ist zum einen geprägt von Traditionbewusstsein und zum anderen durch die Orientierung an Innovationen. Das Familienunternehmen leitet Geschäftsführer Jürgen F. Pascoe in dritter Generation. Er konnte unter anderem Professor Dr. Barbara Sickmüller vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Dr. Rose Schraitle vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH), Professor Dr. Karin Kraft, Lehrstuhlinhaberin für Naturheilkunde an der Universität Rostock sowie Privatdozent Dr. Werner Knöss vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) begrüßen.

In den Mittelpunkt seiner Rede stellte er die Frage nach der Wirksamkeit der Homöopathie, die in jüngster Zeit in den Medien kontrovers diskutiert wird: Kann Homöopathie aufgrund der starken Verdünnungen überhaupt wirken, wenn doch stofflich nichts nachgewiesen werden kann? Die von Kritikern der Homöopathie oft gebetsmühlenartig wiederholten Hinweise auf die Nichtnachweisbarkeit von Wirksubstanzen in höheren Potenzen hätten erst im letzten Jahr Forscher des Indian Institute of Technology in Delhi widerlegt. Den Wissenschaftlern sei der Nachweis von Ausgangsmaterial auf Nanoebene in Verdünnungen bis zu einer D 2000 gelungen.

Auch andere praktische Beispiele führte Pascoe an: Der Lebensmittel-Grenzwert des in Nahrungsmitteln enthaltenen Dioxins entspreche einer homöopathischen Verdünnung D 12 und auch das Nervengift Botolinum Toxin, bekannt als Botox, werde zur Faltenbekämpfung und zur medizinischen Behandlung von Spasmen in Verdünnungen eingesetzt, die einer D 8 Potenz entsprechen.

Im Jahr 1961, also vor 50 Jahren, gründete das Unternehmen eine eigene Forschungsabteilung. Der neue Weg der damaligen Leiter, Professor Dr. Horst Herget und Dr. Helmuth Schimmel, sollte auch das Selbstverständnis von Pascoe als wissenschaftlich orientiertem Pharmaunternehmen prägen: die Hinwendung von der Erfahrungsmedizin zu moderner dokumentierter Forschung. So entstanden im Laufe der Jahre aus der ursprünglichen Forschungsabteilung die beiden Bereiche: Klinische Forschung und Medizinische Wissenschaft. Das Ergebnis der jahrelangen intensiven Arbeit sind 19 klinische Studien, 86 medizinische Datenerhebungen, 193 Erfahrungsberichte und 56 Anwendungsbeobachtungen mit Daten von über drei Millionen Patienten, die Wirksamkeit und Sicherheit der circa 200 Präparate belegen.

Naturmedizin international bekannt

Dr. Gabriele Weiß, Bereichsleitung Forschung & Entwicklung im Hause Pascoe, skizzierte die Entwicklung des Unternehmens. Gegründet wurde es vor mehr als 100 Jahren durch den Apotheker Friedrich H. Pascoe und den als »Lehmpastor« bekannten Naturheilkundler Emanuel Felke. Heute präsentiert sich Pascoe mit hochmodernen Rezeptorstudien auf internationalen Kongressen und publiziert diese in wissenschaftlichen Fachjournalen. Doch auch in Round-table-Gesprächen mit Experten aus dem Bereich Naturmedizin sorgt das Unternehmen dafür, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst weltweit bekannt zu machen. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch Schulungen von Ärzten, Apothekern und Behördenvertretern, beispielsweise in Italien, Ecuador oder Peru. »Mit wissenschaftlichen Publikationen tragen wir dazu bei, die Wirksamkeit der Naturmedizin national und international bekannt zu machen«, so Weiß.

Pascoe Naturmedizin legt großen Wert auf die Kontinuität des jahrzehntelangen Erfahrungsaustauschs mit Ärzten, Heilpraktikern, Apothekern und Patienten bei der Anwendung von Pascoe-Präparaten. Daher kamen während der Jubiläumsveranstaltung neben Wissenschaftlern auch Praktiker zu Wort. In ihren Beiträgen über Therapiekonzepte, die immer den Patienten als Ganzen im Blick behalten, zeigten die Referenten auf, dass die moderne Naturheilkunde den Vergleich mit chemisch-synthetisch orientierter, klassischer Schulmedizin nicht zu scheuen braucht. /