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Proteste in NRW

Demonstration vor dem Landtag

25.03.2013
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Von Verena Arzbach, Düsseldorf / Mehr als 1000 nordrhein-westfälische PTA-Schülerin­nen und -Schüler haben am 20. März im Rahmen der Kampagne »NRW braucht PTA« vor dem Düsseldorfer Landtag für den Erhalt der PTA-Ausbildung in Nordrhein-West­falen (NRW) demonstriert. Sie fordern, die Ausbildung an Berufskollegs zu verlagern. Die Landesregierung plant, die finanzielle Unterstützung für die landesweit 16 PTA-Schulen zu streichen.

Bislang förderte das Land NRW jeden Ausbildungsplatz mit monatlich 73 Euro. Jeder Schüler einer PTA-Schule zahlt selbst pro Monat durchschnittlich rund 200 Euro Schulgeld. Fällt die Landesför­derung weg, würde der Betrag auf bis zu 378 Euro ansteigen. »Das Pharmaziestudium ist kostenlos, warum nicht die PTA-Ausbildung?«, fragten PTA-Schülerinnen aus Essen bei der Demonstration. Die rot-grüne Landesregierung hat die Studiengebühren in NRW abgeschafft, PTA-Auszubildende, die später weniger verdienen als Akademiker, sollen aber weiterhin Schulgeld bezahlen.

Das sei »ungerecht« und »unsozial«, so die Meinung der PTA-Schülerinnen und -Schüler. Viele hätten schon jetzt Probleme, das Schulgeld aufzubringen. Sollte der Betrag ansteigen, würden die Bewerber­zahlen weiter sinken – das könnte das Aus für viele PTA-Schulen bedeuten, so die Befürchtungen. »Damit ist ein wichtiger Berufszweig vom Aussterben bedroht«, klagte eine Demonstrantin. Tatsächlich haben bereits die PTA-Schulen in Hagen und Minden ihre Schließung angekündigt.

Zum Erhalt der PTA-Ausbildung hatten die Apothekerkammern und -verbände in Nordrhein und Westfalen-Lippe im Februar die Kampagne »NRW braucht PTA« gestartet. Laut den Apotheker­organisationen mit großem Erfolg: Mehr als 48 000 Menschen beteiligten sich an der Unterschriftenaktion und schlossen sich damit der Forderung an, die PTA-Ausbildung an öffentliche und damit für die Schüler kostenlose Berufs­kollegs zu verlegen. Gleichzeitig würden die Schüler – ebenso wie zum Beispiel Auszubildende zum Chemisch-technischen Assistenten – mit dem Abschluss die Fachhochschulreife erhalten. Diese Lösung hatte die Landesregierung im Januar jedoch abgelehnt. Die Kosten für eine beruf­liche Erstausbildung, für die die Schüler kein Schulgeld bezahlen müssten, seien zu hoch und daher politisch nicht gewollt, so die Begründung.

Die Apotheker in NRW beteiligen sich nach eigenen Angaben bislang mit jährlich 800 000 Euro an der Finanzierung der PTA-Lehranstalten. Sie seien bereit, auch in Zukunft einen Teil der Kosten der PTA-Ausbildung zu tragen, versprechen die Apothekerorganisationen. Die vollen Kosten könnten jedoch nicht allein von ihnen übernommen werden. Immerhin arbeitet ein großer Teil der ausgebildeten PTA später nicht dauerhaft in einer öffentlichen Apotheke. Die Finanzierung von Berufsschulen oder Berufskollegs sei zudem nicht Aufgabe einzelner Unternehmen oder Branchen. Zwar zahlen Betriebe bei dualen Ausbildungs­gängen den Auszubildenden eine Vergütung für ihre Arbeitsleistung, aber nicht den Betrieb der Berufs­schulen. Dafür sehen die Apotheker Länder und Kommunen in der Verantwortung. Denn während der Schulausbildung arbeiten PTAs nicht in Apotheken.

Vor dem Landtag übergaben die Demonstranten die Unterschriftenliste der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Barbara Steffens sowie Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiter­bildung (beide Bündnis 90/Die Grünen). Löhrmann hat angekündigt, sich Ende April mit Vertretern der Apothekerschaft zu treffen, um die Zukunft der PTA-Ausbildung in NRW zu besprechen. Die Apothekerorganisa­tionen hoffen, gemeinsam eine sozial gerechte Lösung zum Erhalt der PTA-Ausbildung zu finden. /

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