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Flugreisen riskant

25.03.2013
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Von Annette Immel-Sehr / Patienten mit Lungenhochdruck sind bei Flugreisen gefährdet. Schlimmstenfalls kann es zu Herzversagen kommen. Deshalb sollten sie Sauerstoff mitführen, vor allem wenn der Flug länger als zweieinhalb Stunden dauert, raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS).

In einer Flugzeugkabine herrscht je nach Flughöhe ein erniedrigter Sauerstoffpartialdruck. Für einen gesunden Menschen ist dies meist unproblematisch, denn sein Körper gleicht diesen verminderten Druck automatisch durch eine schnellere und tiefere Atmung aus. Patienten mit Lungen­erkrankungen kann dies jedoch Probleme bereiten.

Bei Lungenhochdruck (pulmonaler Hypertonie) beispielsweise ist der Gefäßwiderstand in den Lungenarterien krankheitsbedingt erhöht. Häufig sind die Gefäße zusätzlich durch kleine festsitzende Blutgerinnsel oder eine Ver­dickung der Gefäßwände verengt. Dies führt zu einem erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf, was die Durchblutung der Lunge und die gesamte Sauerstoffversorgung des Körpers behindert. Der verminderte Sauerstoff­partialdruck bei einer Flugreise kann dann schwere Folgen haben, weil die Lungenarterien aufgrund des erniedrigten Drucks sich zusätzlich stark verengen. Das führt zu einem akuten Druckanstieg im kleinen Lungenkreislauf. Das Herz muss gegen den hohen Druck extrem anpumpen. Dies kann im Extremfall zu Herzversagen führen.

Eine neuere US-amerikanische Studie kommt zu dem Schluss, dass etwa jeder vierte Lungenhochdruckpatient auf einer Flugreise von einer Hypoxämie betroffen war, das heißt, dass der Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut zu niedrig war. Je länger ein Flug dauerte, umso niedriger lag der Sauerstoffwert. »Deshalb muss man Patienten mit Lungenhochdruck empfehlen, bei Flugreisen, die länger als zweieinhalb Stunden dauern, Sauerstoff mitzuführen. Das gilt insbesondere für Lungen­hochdruck-Patienten, die nachts auf Sauerstoff angewiesen sind«, erklärt Professor Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. »Wer Sauerstoff auf dem Flug benötigt, muss mit der betreffenden Fluggesellschaft im Vorfeld abklären, ob ein tragbares Sauerstoffgerät zur Verfügung gestellt werden kann beziehungsweise ob dessen Mitnahme erlaubt ist.« Die Patienten sollten sich vor einer beabsichtigten Flugreise individuell von ihrem Arzt beraten lassen. /

Quelle: Lungenärzte im Netz