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PTA mit einbeziehen

25.03.2014
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Von Bettina Schwarz / Der Bundesverband Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta) unterstützt den Leitbildprozess, über den die Apotheker noch mehr pharmazeutische Leistungen für die Bevölkerung entwickeln wollen.

»Angesichts der demografischen Entwicklung mit immer mehr älteren Menschen geht dieser Schritt genau in die richtige Richtung«, erklärte die BVpta-Vorsitzende Sabine Pfeiffer anlässlich der Eröffnung des Pharmaziekongresses am Freitag in Berlin. Gerade Senioren leiden oft unter mehreren Krankheiten, gegen die sie eine Vielzahl von Arzneimitteln einnehmen müssen. »Mit dem derzeit entwickelten Medikationsmanagement können sie chronisch kranken Menschen helfen, weiterhin ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen«, so die Verbandsvorsitzende. Ausdrücklich warnte Pfeiffer die Apotheker aber davor, jetzt »zu kurz zu springen«.

»Die geplante Weiterentwicklung darf sich nicht nur auf die Apotheker beschränken, sondern muss auch die PTA mit einbeziehen. Schon heute geben die PTA rund 70 Prozent der Arzneimittel ab und beraten dazu. Wollen die Apotheker verstärkt pharmazeutisch-wissenschaftliche Leistungen anbieten, wird sich diese Relation noch weiter zu den PTA verschieben. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, unseren Beruf deutlich attraktiver zu machen.«

Denn schon heute zeichnet sich ein Mangel an künftigen PTA ab. In Nordrhein-Westfalen sind derzeit beispielsweise nach fünf Berufsjahren mehr als 50 Prozent der PTA nicht mehr in Apotheken tätig, sondern in andere Arbeitsbereiche »abgewandert«, weil sich ihnen dort wesentlich bessere Chancen für die berufliche Weiterentwicklung bieten. Dem müsse die Novellierung der Ausbildungsordnung entsprechen, fordert Pfeiffer. »Es ist ein Anachronismus, dass unsere Ausbildung nur zweieinhalb Jahre dauert und sich immer noch an Lehrinhalten orientiert, die vor mehr als 40 Jahren entwickelt wurden«, so die BVpta-Vorsitzende.

Sie forderte eine Ausweitung der Ausbildung auf drei Jahre ebenso wie neue zeitgemäße Inhalte und eine bessere finanzielle Ausstattung der PTA-Schulen. »Man kann es jungen Menschen kaum noch verständlich machen, warum die wissenschaftliche Ausbildung der Apotheker an Universitäten vom Staat bezahlt wird, PTA dagegen das Schuldgeld aus eigener Tasche tragen müssen«, erklärte Pfeiffer.

Ende 2012 versorgten in deutschen Apotheken 48 422 Apotheker gemeinsam mit 58 368 PTA die Bevölkerung mit Arzneimitteln. »Bricht bei uns der Nachwuchs weg, ist die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland massiv gefährdet. Dagegen nutzt dann auch das beste Leitbild für die Apotheker nichts«, so Pfeiffer.

Wichtige Adresse

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66121 Saarbrücken

Tel. 0681 960 23-0,

Fax 0681 960 23-11, E-Mail: info(at)bvpta.de und www.bvpta.de