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Quecksilber

Erhöhte Gefahr für Autoimmunerkrankungen

23.02.2015  12:07 Uhr

Von Verena Arzbach / Quecksilber könnte das Risiko für Autoimmunerkrankungen bei Frauen erhöhen – auch in Dosen, die bisher als harmlos eingestuft wurden. Das berichtet ein US-amerikanisches Forscherteam im Fachjournal »Environmental Health Perspectives«.

Die Wissenschaftler um Emily Somers von der University of Michigan hatten Daten aus den Jahren 1999 bis 2004 von insgesamt 1352 Frauen im Alter von 16 bis 49 Jahren ausgewertet. Über Haar-, Blut und Urinproben wurde im Rahmen der Studie die Quecksilberbelastung der Frauen bestimmt.

Die Wissenschaftler verglichen die Werte mit dem Gehalt von antinukleären Antikörpern (ANA) im Blut. Ein erhöhter ANA-Wert kann ein erstes Indiz für eine beginnende immunologische Fehlregula­tion sein und auf das Auftreten einer Autoimmunerkrankung hindeuten.

Je mehr organisch gebundenes Quecksilber die Forscher in den Haar- und Blutproben fanden, desto häufiger wiesen sie auch erhöhte ANA-Werte bei den Frauen nach. Auch geringfügig erhöhte Quecksilberwerte in den Haaren, die eigentlich als gesundheitlich unbedenklich gelten, waren mit einem Risiko für höhere ANA-Werte assoziiert, so die Forscher. Hingegen wirkten sich erhöhte Werte für anorganisches Quecksilber in den Urinproben nicht auf die ANA-Werte aus, berichten die Wissenschaftler.

Quecksilber kann sowohl akute als auch chronische Vergiftungen auslösen, schädigt Nervensystem und Organe. In der Schwangerschaft kann die erhöhte Aufnahme von Quecksilberverbindungen auch zu Schäden beim Kind führen. Organische Quecksilberverbindungen, insbesondere Methylquecksilber, sind vor allem in Fisch und Meeresfrüchten enthalten, die mit dem Schwermetall belastet sind. Anorganisches Quecksilber, das sich ebenfalls in Fisch findet, ist weniger giftig. /

Quelle: Environmental Health Perspectives