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Hoffnung für afrikanische Frauen

07.03.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer wirkungsvollen Prophylaxe vor einer HIV-Infektion. Trotz wirksamer Methoden ist das Hauptproblem anscheinend die Compliance.

Vor allem bei Frauen scheint die tägliche Einnahme einer ­Tablette mit antiviralen Wirkstoffen schwer durchführbar. Auch Vaginal-Gele erzielten bislang – vermutlich wegen nicht-konsequenter Anwendung – keine Wirkung.

Deshalb setzten Wissenschaftler die Hoffnungen auf ­einen Vaginalring, der den Wirkstoff Dapivirin über längere Zeit freigibt und der nur einmal im Monat gewechselt werden muss, und führten dazu zwei Studien in mehreren afrikanischen Ländern mit insgesamt 2629 Frauen durch. Während des Stu­dienverlaufs infizierten sich von den 1313 Frauen, die einen Vaginalring mit Dapivirin erhalten hatten, 71 neu mit HIV, in der Placebo­gruppe hingegen 168. Die Reduktion der Infektionsrate um durchschnittlich 27 Prozent ist ­somit signifikant.

Die Wirksamkeit stieg mit dem Alter der Frauen, was die Wissenschaftler auf eine bessere Compliance zurückführen. Viele Teenager hatten den Vaginalring häufig nicht benutzt oder erst kurz vor der Kontrolluntersuchung eingesetzt. Dies verrieten die Untersuchungen der Vaginalringe und die Wirkstoffkontrollen im Blut. Dennoch gilt der Vaginalring derzeit als die effektivste Möglichkeit für Frauen in Afrika, sich vor HIV zu schützen, wenn der Partner kein Kondom benutzt. Der Ring soll etwa 5 US-Dollar kosten. /

Quelle: Deutsches Ärzteblatt