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Resistenz bestimmt Arzneimittelwahl

07.03.2016
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Von Elke Wolf / Die Resistenzlage gegenüber Clarithromycin bestimmt zunehmend, welche Therapie Ärzte zur Eradikation von Helicobacter pylori wählen. Das ist die wesentliche Neuerung der überarbeiteten Leitlinie »Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit«, die von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) Anfang 2016 veröffentlicht wurde. Ist die regionale Resistenzlage kritisch, gehen Experten heute weg von einer Triple- hin zu einer Quadrupeltherapie mit Bismut als vierter Komponente.

Bisheriger Therapiestandard zur Eradikation des Magenkeims H. pylori ist die sogenannte französische siebentägige Tripeltherapie, bestehend aus einem Protonenpumpenhemmer sowie den beiden Antibiotika Amoxicillin und Clarithromycin. Das italienische Pedant, bei dem Metro­nidazol statt Amoxicillin zum Einsatz kommt, hat in den vergangenen Jahren aufgrund zunehmender Metronidazol-Resistenzen an Bedeutung verloren.

Diese liegen derzeit in Deutschland bei rund 30 Prozent. Für Personen mit Penicillinallergie ist das italienische Therapieregime allerdings nach wie vor eine Option. Doch erhöhte ­Resistenzraten bedrohen zunehmend auch den Effekt der französischen ­Therapievariante. So nimmt in allen Teilen der Welt die Resistenz des Magenkeims gegenüber Clarithromycin zu. Bei der Quadrupeltherapie wird der Protonenpumpenhemmer mit Metronidazol und Tetrazyklin sowie zusätzlich mit Bismut kombiniert. Unter gleichzeitiger Bismutgabe wurden bislang keine Metronidazol-Resistenzen beobachtet.

Die neue Leitlinie orientiert sich bei der Erstlinientherapie an der regionalen Clarithromycin-Resistenz. Liegt diese bei über 20 Prozent, sollten ­Ärzte die Bismut-basierte Quadrupeltherapie in Erwägung ziehen. Liegt die Resistenzrate unter 20 Prozent, wird die Tripeltherapie weiterhin empfohlen. Neben dem Herkunftsland der Patienten nennen die Autoren der Leitlinie als weitere Risikofaktoren für eine Clarithromycin-Resistenz frühere Einnahmen eines Makrolids sowie das weibliche Geschlecht. /

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten