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Sich zu schonen ist die falsche Strategie

07.03.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) können den Krankheitsverlauf durch regelmäßige Bewegung und Sport günstig beeinflussen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) rät Lungenpatienten aufgrund neuer Studienergebnisse, bereits im frühen Krankheitsstadium regelmäßig körperlich aktiv zu sein.

Bei COPD-Patienten werden durch die chronische Entzündung der Atemwege die Lungenbläschen schleichend abgebaut. Dies führt zu starker Luftnot – anfangs nur bei anstrengenden Tätigkeiten, später auch im Ruhezustand.

»Die meisten Patienten neigen dazu, sich körperlich zu schonen«, erklärt Privatdozent Dr. Henrik Watz, Leiter des Pneumologischen Forschungsinstituts an der LungenClinic Grosshansdorf bei Hamburg. Dies kann den Krankheitsverlauf jedoch dramatisch beschleunigen. Denn je weniger der COPD-Patient sich körperlich betätigt, desto schneller wird die Muskulatur abgebaut.

Dies wiederum reduziert seine körperliche Belastbarkeit. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass die Abnahme der körperlichen Aktivität zu häufigeren Krankenhausaufenthalten und vermehrten Todesfällen führt. »Dabei sind die Patienten oft leistungsfähiger als sie denken«, sagt Watz.

Mehrere Langzeitstudien zeigten, dass bereits geringe körper­liche Aktivität die Sterblichkeit von Pa­tienten mit chronischen Erkrankungen senken kann. Neben einer professionellen Rauchentwöhnung sollte deshalb zur sofortigen Behandlung ein moderates Trainingsprogramm gehören. »Möglicherweise reichen schon 15 bis 30 Minuten tägliches schnelleres Spazierengehen oder Nordic Walking aus«, so Watz. /

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin