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Schmerzdauer vorhersagen

27.02.2017
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Australische Forscher der Macquarie University in Sydney haben fünf Fak­toren ausgemacht, mit denen sich die Dauer akuter Rückenschmerzen vorhersagen lässt.

Welchen Verlauf Rückenschmerzen im Lumbalbereich nehmen, entscheiden nach den Analysen des Forscherteams um Professor Dr. Tatiane da Silva: die Dauer der aktuellen Schmerzperiode, die Zahl bereits vorangegangener Episoden, die Höhe des Depressionsscores, die Schmerzlinderung sowie die Schmerzintensität nach einer Woche.

Die Wissenschaftler erhoben Daten von 1070 Patienten mit akuten Kreuzschmerzen eine Woche, nachdem die Patienten erstmals um medizinische Hilfe gebeten hatten. Ziel der Studie war es, im Vorfeld anhand eines Scores zu prognostizieren, wie es den Patienten in einer Woche, einem Monat und in drei Monaten gehen wird. Ab einer Zeitspanne von drei Monaten gelten Rückenschmerzen üblicherweise als chronisch.

Das Ergebnis der Forscher: Bei Patienten, deren Rückenschmerz bereits lange anhielt, in der Vergangenheit häufiger auftrat, mit einem hohen Depressionsscore, keiner Linderung und starken Schmerzen nach einer Woche, liegt die Chance auf Gesundung innerhalb von drei Monaten nur bei 30 Prozent. Besteht die akute Episode jedoch erst maximal 14 Tage, hatte der Pa­tient nur wenige Attacken in der Vergangenheit, neigt er kaum zu Depressionen und nahmen die Schmerzen nach einer Woche ab, beträgt die Wahrscheinlichkeit, nach drei Monaten gänzlich geheilt zu sein, 97 Prozent. Das Prognose-Modell müsse noch extern validiert werden, schreiben die Wissenschaftler im European Journal of Pain. (ew)