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Reiseapotheke

Urlaub ohne Pech und Pannen

27.06.2007
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Reiseapotheke

Urlaub ohne Pech und Pannen

Gudrun Heyn, Berlin

Damit die schönste Zeit des Jahres nicht zum Albtraum wird, sollte jeder Reisende die typischen Erkrankungsrisiken seines Urlaubszieles kennen und gut vorbereitet verreisen. Ob Magen-Darm-Infektionen in den Mittelmeerländern oder der Karibik, Malaria in den Tropen oder die Höhenkrankheit im Hochgebirge, vieles lässt sich verhindern oder besser meistern. Die gute Beratung in der Apotheke trägt einen großen Teil zum Gelingen der Reise bei.

Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Rund 60,5 Milliarden Euro gaben sie 2006 für das schönste Vergnügen des Jahres aus, in diesem Jahr rechnet die Reisebranche mit einem Plus von 3 Prozent. Laut einer Befragung des BAT-Freizeit-Forschungsinstituts wollen 71 Prozent der Bevölkerung länger als fünf Tage verreisen.

Für alle Reiselustigen fängt der gelungene Traumurlaub mit der Wahl des richtigen Ferienortes und der besten Reiseroute an. Manchem Urlauber machen schon die klimatischen Bedingungen am Ankunftsort Schwierigkeiten. Wer beispielsweise nach Tibet oder in die Anden fliegt, dem könnte die Höhe zu schaffen machen. So liegt der Flughafen von La Paz auf 4000 Metern und viele Touristen bekommen schon bei der Ankunft in Bolivien Kopfschmerzen und Schwindelgefühle.

Wichtiger Impfschutz

Für alle Reisenden gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Jeder sollte daher gegen Infektionskrankheiten wie Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis geimpft sein. Die meisten Deutschen haben schon als Kind eine Grundimmunisierung gegen die Erreger erhalten, denn die Dreifachprophylaxe gehört hierzulande zu den allgemein empfohlenen Impfungen.

Alle zehn Jahre ist jedoch eine Auffrischungsimpfung notwendig. Wem beispielsweise der Impfschutz gegen das Gift der Tetanusbakterien fehlt, bei dem treten ein bis zwei Wochen nach einer Infektion Muskelkrämpfe und Lähmungen auf, die bis zum Tod führen können.

Die Tetanuserreger sind weltweit verbreitet. Beim Freizeitsport, mit dem Straßenstaub oder bei Tierbissen gelangen sie durch offene Hautstellen in den Körper. Die Fahrt in den Urlaub ist daher immer ein guter Anlass, im Impfausweis nachzusehen, ob der Impfschutz erneuert werden muss.

Doch auch zuhause in Deutschland kann man sich mit gefährlichen Erregern infizieren. In diesem Jahr erkrankten bis Ende April mehr als 190 Personen an Masern. Zwei Kinder sind Anfang 2007 an den Komplikationen einer Hirnhautentzündung durch Masern gestorben.

Fachkreise wie die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V. raten daher allen Reisenden auch die anderen Standardimpfungen gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) wahrzunehmen, zum Beispiel Impfungen gegen Hepatitis B, Masern, gegebenenfalls Varizellen (Windpocken) sowie Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündungen).

Vor allem vor Reiseantritt können zudem weitere Impfungen sinnvoll sein, wie etwa gegen Hepatitis-A, Typhus, Tollwut, Meningokokken-Meningitis, FSME und Cholera. Aktuelle Impfempfehlungen für die verschiedenen Reisegebiete können Interessierte auf den Internetseiten des Auswärtigen Amts unter www.diplo.de, Rubrik Länderinformationen, medizinische Hinweise abrufen.

Die einzige Impfung, die heute noch bestimmte Länder bei der Einreise vorschreiben, ist die Gelbfieberimpfung. Gelbfieber gefährdete Gebiete liegen vor allem im tropischen Afrika und im Amazonasgebiet. Wer beispielsweise mehrere Länder Südamerikas nacheinander bereist, muss die Impfung bei der Einreise nachweisen. Die Gültigkeit muss eine Impfstelle oder ein Arzt mit staatlicher Zulassung dokumentiert haben. Neben dem persönlichen Schutz des Reisenden soll diese Vorschrift vor allem verhindern, dass Reisende die Erreger in gelbfieberfreie Gebiete verschleppen.

Zu den wichtigsten Reisevorbereitungen gehört das Zusammenstellen der Reiseapotheke (siehe auch Checkliste). Vor allem chronisch Kranke sollten sich besonders gut über ihr Reiseziel informieren. Auf Fernreisen müssen sie oft mit einer schlechteren medizinischen Infrastruktur rechnen, und der nächste Arzt oder die nächste Apotheke kann sehr weit entfernt sein. Experten für gefälschte Arzneimittel, so Dr. Frank Jung vom Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Nordrhein-Westfalen, warnen dringend davor, benötigte Medikamente erst im Ausland zu kaufen. So sind bis zu 40 Prozent der in Südostasien erhältlichen Arzneimittel Fälschungen. In Afrika sollen es sogar bis zu 50 Prozent sein. Wer dort ein Malariamittel kauft, wie etwa das in Deutschland sehr teure Malarone®, kann nicht sicher sein, dass die Tabletten den gewünschten Wirkstoff enthalten. Patienten mit Dauermedikation sollten daher ihre Arzneimittel für die Urlaubszeit berechnen und zusätzlich eine Reserve mitnehmen. Besonders auf Flugreisen ist es sinnvoll, den Vorrat auf mehrere Taschen zu verteilen. Schon so manches Reisegepäck hat seinen Zielort nie erreicht.

Regelmäßig einzunehmende Arzneimittel oder Notfallmedikamente wie Nitroglycerinspray für den Angina-pectoris-Anfall gehören in das Handgepäck. Nach den neuen Vorschriften müssen Flugreisende diese Artikel bei der Sicherheitskontrolle vorzeigen. Eine spezielle Verpackung oder ein ärztliches Attest für die während des Fluges benötigten Medikamente sind nicht notwendig. Dennoch sollten sich Flugreisende vor Antritt der Reise vorsichtshalber noch einmal bei ihrer Fluggesellschaft informieren. Spezielle Vorschriften gelten für Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen. Für sie muss eine mehrsprachige Bescheinigung vorliegen.

Neben den Arzneimitteln für den täglichen Bedarf dürfen in einer Reiseapotheke auch Mullbinden, Pflaster und eine entzündungshemmende Salbe nicht fehlen. Alle weiteren Arzneimittel hängen in erster Linie von der Reiseart und dem Reiseziel ab.

Checkliste für die Reiseapotheke

Für Magen und Darm
   Antiemetikum (Dimenhydrinat) gegen Reiseübelkeit und Erbrechen
   Elektrolytpräparat, Loperamid und Uzaratropfen gegen Durchfall
   Abführmittel gegen Verstopfung
   Antazidum gegen Sodbrennen
Für die Atemwege/gegen Erkältung
   Tabletten oder Zäpfchengegen Schmerzen und Fieber(ASS, Ibuprofen, Paracetamol)
   Nasenspray 
   Hustenlöser
   Halsschmerzmittel
   Augentropfen gegen Bindehautentzündung
   Ohrentropfen
Für die Haut
   Sonnenschutzmittel, Après-Sun-Produkt
   Spray zur Wunddesinfektion, desinfizierende Salbe
   Wundsalbe
   Repellents zum Mücken- oder Zeckenschutz
   Kortison-Creme und/oderAntihistaminikum-Gel gegenSonnenbrand, Insektenstiche und Allergien
   Salbe gegen Lippenherpes
   Creme gegen Fußpilz
Für die Muskulatur
   Gel gegen Prellungen und Verstauchungen
   Cold-Hot-Pack
   elastische Binde
   Schmerzstillende Sportsalbe
Für die Flugreise
   Kaugummis
   Kompressionsstrümpfe
   Abschwellendes und befeuchtendes Nasenspray
   Augentropfen gegen trockene Augen
Sonstiges
   Pinzette, eventuell Zeckenzange
   Verbandmaterial (Mull, Pflaster, Blasenpflaster, sterile  Kompresse, Klammerpflaster)
   Schere
   Bruchsicheres Fieberthermometer
   Ohrstöpsel als Lärmschutz
Für die Fernreise
   Sterile Nadeln und Spritzen
   Tabletten zur Trinkwasserdesinfektion
   eventuell Breitbandantibiotikum
   Malariaprophylaxe
Die ständig benötigten Arzneimittel
   ...
   ...

Unbeschwert reisen

Während eines Fluges verändern sich ständig die Druckverhältnisse in der Kabine, an die sich das Innenohr anpassen muss. Daher leiden viele Menschen an Ohrenschmerzen, vor allem beim Start und bei der Landung. Bereits das Kauen eines Kaugummis und häufiges Schlucken kann Erleichterung bringen. Der Unterdruck in Flugzeugen macht Erkälteten besonders zu schaffen. Ihnen helfen abschwellende Nasentropfen.

Wenn Flugzeuge in Turbulenzen geraten, Schiffe mit dem Seegang kämpfen oder Autostraßen in Serpentinen verlaufen, reagiert so mancher mit Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Häufig sind Kinder von der Reisekrankheit (Kinetose) betroffen. Um den unangenehmen Symptomen vorzubeugen, kann man eine Stunde vor Reiseantritt ein Präparat mit Dimenhydrinat einnehmen oder sich ein Scopolaminpflaster (verschreibungspflichtig) hinters Ohr kleben. Vor dem Verkauf müssen PTA oder Apotheker jedoch unbedingt die Altersbeschränkungen für Kinder und Jugendliche beachten.

Enge Sitzreihen in Bus oder Flugzeug erhöhen besonders bei langen Reisezeiten die Thrombosegefahr. Langstreckenreisende sollten daher immer wieder den Gang entlang laufen und Fußgymnastik betreiben. Auch das Trinken nicht alkoholischer Getränke dürfen sie nicht vergessen. Empfehlenswert sind zudem Kompressionsstrümpfe. Personen mit Venenschwäche oder Krampfadern sollten sie während der Reise tragen.

Mit einem erhöhten Erkältungsrisiko ist vor allem auf Busreisen zu rechnen. »Im Gegensatz zu den Klimaanlagen in Flugzeugen weisen die Anlagen in Bussen in der Regel sehr viel schlechtere Filterleistungen auf und können so zu richtigen Keimschleudern werden«, sagte der Reisemediziner Dr. Dieter Mayer aus Mühlheim-Kärlich auf dem 8. Forum Reisen und Gesundheit in Berlin. Außerdem sind in einigen Ländern, beispielsweise in den USA, die Klimaanlagen in Bussen für Europäer viel zu kalt eingestellt. Damit entzündete Atemwege die Urlaubsfreude nicht trüben können, empfiehlt das Auswärtige Amt nicht antibiotikahaltige Halstabletten (Lutschtabletten) und Nasentropfen in der Reiseapotheke mitzuführen.

Gesund Bräunen

Wer in die Sonne fährt, darf auch den geeigneten Sonnenschutz nicht vergessen. Wasserfest sollte er sein und einen hohen Lichtschutzfaktor (LSF) aufweisen. Menschen mit heller Haut benötigen mindestens einen LSF von 20. Dabei geht es nicht nur darum, einen ausgeprägten Sonnenbrand zu verhindern, sondern auch, Tumoren und einer vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen. Eine hohe Schutzleistung haben Sonnenschutzmittel mit chemischen und physikalischen UV-Filtern. Physikalische Lichtfilter, zum Beispiel mikrosomales Titandioxid und Zinkoxid, decken ein breiteres Wirkspektrum im UV-A- und UV-B-Bereich ab als chemische Filtersubstanzen. Die Lichtschutzpräparate mit chemischen Wirkstoffen müssen mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad, dem Segeltörn oder dem Wandern aufgetragen werden. Gegen einen Sonnenstich hilft eine Kopfbedeckung und regelmäßiges Trinken.

In der Hitliste der häufigsten Reisekrankheiten steht Durchfall an vorderster Stelle. Je nach Urlaubsart und Ziel sind bis zu 70 Prozent aller Reisenden davon betroffen, besonders häufig Touristen in den Tropen oder Subtropen. Begleitet von einem unangenehmen Grummeln im Bauch müssen die Erkrankten mindestens viermal täglich zur Toilette.

Zumeist verursachen Kolibakterien (enterotoxinbildende Escherichia coli) die heftigen Beschwerden. So sind in Lateinamerika bis zu 72 Prozent, in Afrika bis zu 42 Prozent und in Asien bis zu 34 Prozent aller Diarrhöen auf das Gift der Mikroben zurückzuführen. Mit verunreinigten Nahrungsmitteln, unsauberen Getränken oder kontaminiertem Wasser gelangen sie in den Körper. Aber auch andere Durchfallerreger wie Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Rotaviren und Noroviren werden so übertragen. Erhöhte Infektionsgefahr besteht auf Toiletten und in Gemeinschaftswaschräumen.

Dem Durchfall keine Chance

Hygiene ist daher das A und O, wenn man den Reisedurchfall vermeiden will. So sollten Nahrungsmittel immer frisch gekocht oder geschält sein. Außerdem sollte man möglichst auf Eiswürfel, Speiseeis und Meeresfrüchte verzichten. Wenn Montezumas Rache dennoch zuschlägt, gilt es Ruhe zu bewahren. Zumeist ist der Reisedurchfall harmlos, und der Darm beruhigt sich nach einigen Tagen ganz von alleine wieder.

Durchfall ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers, der versucht, Krankheitserreger oder Gifte so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Daher sind Medikamente, die den Darm ruhig stellen, wie Loperamid (zum Beispiel Imodium®) für die Therapie nicht geeignet. Um jedoch eine kurze Bus- oder Autofahrt zu überstehen, können sie durchaus sinnvoll sein. Die größten Gefahren eines akuten Reisedurchfalls sind Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Daher ist es vor allem wichtig, den Patienten mit Flüssigkeit, Elektrolyten und Glucose zu versorgen. Hierzu gibt es Fertigpräparate, darunter auch eine spezielle Zubereitung für Säuglinge und Kleinkinder mit niedriger Osmolarität (zum Beispiel Oralpädon®). Zur Selbstherstellung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgende Zutaten auf einen Liter Wasser:

20 g Glukose (4 Teelöffel Zucker)
3,5 g NaCl (3/4 Teelöffel Salz)
2,5 g NaHCO3 (1 Teelöffel Bicarbonat)
1,5 g KCl (1 Becher Orangensaft).

Bei leichten Durchfällen hilft auch ein mit Traubenzucker gesüßter Tee mit einer Prise Salz.
Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Säuglinge, Kleinkinder oder alte Menschen betroffen sind, wenn der Durchfall länger als drei Tage andauert oder wenn beispielsweise während einer Kreuzfahrt gleich mehrere Personen erkranken. Eine ärztliche Diagnose ist zudem unbedingt notwendig, wenn der Patient Blut, Eiter und Schleim ausscheidet, wenn er hohes Fieber bekommt sowie längere Zeit über krampfartige Schmerzen klagt. Besonders bei Patienten, die gerade von einer Fernreise zurückgekehrt sind, muss ein Arzt  den Verdacht auf gefährliche Durchfallerkrankungen wie Typhus, Cholera und Ruhr ausschließen.

Schutz vor kleinen Vampiren

In vielen Gebieten der Erde übertragen Mücken Krankheitserreger. Zu den gefährlichsten gehören die Plasmodien als Auslöser der Malaria. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 1000 Erkrankte registriert. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs, denn dabei sind diejenigen Patienten nicht erfasst, die sich bereits im Urlaubsland behandeln lassen. Die Infektion äußert sich durch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, und die Betroffenen fühlen sich sehr krank. Malaria tritt in verschiedenen Formen auf, wobei die Malaria tropica besonders gefährlich ist. Unbehandelt kann sie tödlich verlaufen. Auch noch Monate nach der Rückkehr aus einem Malariagebiet sollte man daher bei Fieber oder anderen unklaren Symptomen einen Arzt aufsuchen.

Zur Chemoprophylaxe einer Malaria stehen Mefloquin (Lariam®), Proguanil (Paludrine®), die Kombination aus Atovaquon und Proguanil (Malarone®) sowie Chloroquin (zum Beispiel Resochin®, Weimer®quin) zur Verfügung. Daneben verordnen deutsche Ärzte häufig auch Doxycyclin, das allerdings für diese Indikation nicht zugelassen ist.

Bei der Wahl des richtigen Präparats ist der Rat eines Tropenmediziners unverzichtbar, denn in vielen Reisegebieten hat die Resistenz der Malaria-tropica-Erreger (Plasmodium falciparum) gegen bestimmte Arzneimittel erheblich zugenommen. Welche Malariaprophylaxe die richtige ist, hängt außerdem von der Reisezeit, dem körperlichen Zustand des Reisenden und der Art des Aufenthalts ab. Doxycyclin kann zu phototoxischen Reaktionen führen. Badeurlaubern und Sonnenanbetern sollten es daher nicht einnehmen.

Der Überträger des Malaria-Erregers, die Anopheles-Mücke, sucht in der Dämmerung und nachts nach Opfern. Gleiches tun die Culex-Mücke (überträgt zum Beispiel Japanische Encephalitis, Filariosen, West-Nil-Fieber) und die Sandmücke (überträgt zum Beispiel Leishmaniosen, Sandmückenfieber). Aber auch tagaktive Plagegeister verbreiten bei ihrer Blutmahlzeit gefährliche Infektionskrankheiten. So ist die Aedes-Mücke vor allem in Asien und Südamerika für das Dengue-Fieber und das Gelbfieber verantwortlich, in Afrika die ebenfalls tagaktive Kriebelmücke für die Flussblindheit.

Ein sorgfältiger Mückenschutz verhindert daher nicht nur lästige Stiche, er bewahrt auch vor manch schwerer Erkrankung. Empfehlenswert sind ein engmaschiges Moskitonetz über dem Bett und ein klimatisiertes Hotelzimmer. Dabei kann es nicht schaden, wenn das Netz mit einem Insekten abtötenden Kontaktmittel (zum Beispiel NoBite® Kleidung) imprägniert ist. Einen Stich verhindern kann man in gewissem Maße auch durch helle Kleidung, die nicht eng an der Haut anliegt. Unbedeckte Hautstellen sollten Reisende unbedingt mit einem Repellent einreiben. An so manchen Stränden, wie etwa an der Copacabana in Rio de Janeiro, ist dies auch tagsüber beim Baden erforderlich, denn dort ist die Aedes-Mücke aktiv.

Als beste Mückenschutzmittel gelten derzeit Repellentien mit Diethyltoluamid (DEET, zum Beispiel NoBite® Haut) und mit Icaridin (zum Beispiel Autan® Active). Diese Wirkstoffe verderben auch anderen Insekten den Appetit, so etwa Zecken und Milben.

Nicht zu hoch hinaus

Etwa 30 Prozent aller Bergwanderer, die sich in sauerstoffarme Regionen über 3000 Meter wagen, zeigen Symptome der Höhenkrankheit. Durch den geringeren Luftdruck und die verminderte Menge an Sauerstoff in der Atemluft wird das arterielle Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff beladen. Der Blutdruck steigt, und Flüssigkeit kann in das Gewebe übertreten. Frühzeichen sind beispielsweise Kopfschmerz, Übelkeit und ein beschleunigter Herzschlag. Werden die Symptome ignoriert, kann es zu Lungen- und Hirnödemen kommen. Treten selbst in Ruhe Atemnot oder schwerer Husten auf, besteht akute Lebensgefahr. Dann kann nur noch der sofortige Abtransport in tiefere Regionen helfen. Dies gilt auch, wenn bei einer Rast leichte Symptome nicht von alleine verschwinden.

Flugreisende haben es da schwerer. In extremen Höhen wie in La Paz empfehlen US-amerikanische Ärzte die prophylaktische Einnahme von Diamox® (Acetazolamide). Doch das Mittel ist verschreibungspflichtig und in Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten daher immer ärztlichen Rat einholen, bevor sie eine Flugreise in hochgelegene Regionen der Welt unternehmen.

Warnung an Autofahrer

Oft sind im Ausland die Straßen schlecht und die Leihwagen verkehrsunsicher. Vor allem in Mittel- und Südamerika kommt es daher häufig zu Verkehrsunfällen mit Schwerstverletzten. Aber auch in Ländern wie Ägypten ereignen sich immer wieder dramatische Unfälle an schlecht abgesicherten Baustellen. Jeder Autofahrer sollte deshalb neben einer gut ausgestatteten Reiseapotheke die Notrufnummern des Gastlandes stets zur Hand haben, einen Blutgruppenpass mitnehmen und im Vorfeld eine Reiserückholversicherung abschließen.

Wichtige Internet-Adressen

  • Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes gibt es unter www.auswärtiges-amt.de und www.diplo.de.
  • Aktuelle Informationen zu Infektionsrisiken weltweit stehen auf den Internetseiten des Centrums für Reisemedizin (CRM) unter www.crm.de und www.travelmed.de.
  • Empfehlungen und Leitlinien zu Impfungen und Medikamenten gibt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V. (DTG) heraus unter www.dtg.org.

 

E-Mail-Adresse der Verfasserin:
gheyn(at)gmx.de