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11.01.2007
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Ein Anruf beruhigt die Nerven

PTA-Forum / Wer eine stressige Prüfung überstanden hat, ruft oft danach eine vertraute Person an. Das gilt vor allem für Frauen. Wie sehr diese Kommunikation die strapazierten Nerven beruhigt, wiesen nun Leslie Seltzer und ihre Kollegen von der University of Wisconsin-Madison nach.

Bislang waren Forscher überzeugt, Körperkontakt sei zwingend notwendig, damit der Körper das beruhigende und bindungsstärkende Hormon Oxytocin ausschüttet.

Für ihre Studie ließen die Wissenschaftler 61 Mädchen im Alter zwischen 7 und 12 Jahren vor einem ihnen fremdem Publikum Sprachtests absolvieren und mathematische Aufgaben lösen. Anschließend teilten Seltzer und Kollegen die Mädchen in drei Gruppen auf: Die erste Gruppe konnte mit ihren Müttern 15 Minuten lang kuscheln und sich mit Worten aufmuntern lassen. Die Mädchen der zweiten Gruppe durften in dieser Zeit lediglich mit ihren Müttern telefonieren. Die dritte Gruppe hatte gar keinen Kontakt zu ihren Müttern. Alle Mädchen mussten sich anschließend einen 75-minütigen gefühlsneutralen Film ansehen. Unmittelbar vor und nach der Prüfungssituation sowie anschließend mehrere Male analysierten die Wissenschaftler Urin- und Speichelproben der Mädchen auf Cortisol und Oxytocin.

Ihr Ergebnis: Der Körperkontakt mit der Mutter beschleunigte zwar den Abbau des Stresshormons Cortisol innerhalb der ersten 15 Minuten ein wenig stärker im Vergleich zu der »Telefongruppe«. Im Gegensatz zur reinen »Filmgruppe« war die Konzentration an Oxytocin jedoch in diesen beiden Gruppen vergleichbar hoch, und der Effekt hielt gleich lange an.

Die Forscher vermuten, dass Frauen entwicklungsgeschichtlich darauf angewiesen sind, das eigene Stressniveau rasch zu senken. Im Unterschied zu Männern könnten sie gegen einen potenziell feindlich gesinnten Fremden nicht kämpfen, sondern müssten versuchen, zu diesem möglichst schnell eine vertraute Beziehung aufzubauen.

Quelle: Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences

Mit Bluthochdruck alle 14 Tage zum Arzt

PTA-Forum / Zu Beginn einer Hypertonie-Therapie sollten die Patienten alle 14 Tage ihren Arzt aufsuchen. Dann erreichen sie am schnellsten die angestrebte Blutdrucksenkung. Zu diesem Ergebnis kamen Dr. Alexander Turchin vom Massachusetts General Hospital in Boston und seine Kollegen.

Die Mediziner durchforsteten retrospektiv die Daten von 5 042 Diabetikern, die wegen erhöhten Blutdrucks behandelt wurden. Alle ausgewählten Diabetiker hatten vor der Therapie einen Blutdruck von über 130/85 mmHg.

Turchin und Kollegen interessierten sich für den Zusammenhang zwischen drei Faktoren: der Häufigkeit der Arztbesuche, der Zeit bis zur Normalisierung des Blutdrucks und der Geschwindigkeit der Blutdruckabnahme. Dazu werteten sie die Patientendaten der Diabetiker für den Zeitraum von durchschnittlich 4 Jahren aus.

Bei ihrer Analyse stellten die Wissenschaftler drastische Unterschiede fest: Nahmen die Patienten Kontrolltermine in monatlichen Abständen wahr, hatten sie durchschnittlich nach 1,5 Monaten ihren angestrebten Blutdruckwert erreicht. Pro Monat nahm der Blutdruck um 29 mmHg ab. Gingen die Patienten in größeren Abständen als einmal monatlich zu ihrem Arzt, vergingen im Durchschnitt 12,2 Monate, bis sich der Blutdruck auf den Zielwert gesenkt hatte. Pro Monat nahm der Blutdruck nur um 2,6 mmHg ab. Lagen mehr als sechs Monate zwischen den Arztbesuchen, dauerte es sogar 29,4 Monate, bis sich der Blutdruck normalisierte. Die besten Werte fanden die Mediziner bei den Patienten, die in der Einstellungsphase mindestens alle zwei Wochen einen Termin bei ihrem Arzt hatten: Ihr Blutdruckwert sank innerhalb von 0,7 Monaten auf den Zielwert.

Gründe für diese Unterschiede lassen sich aus der Studie nicht ableiten. Möglicherweise nehmen die Patienten, die ihren Arzt in kurzen Abständen aufsuchen, die Blutdrucktherapie ernster und die verordneten Tabletten zuverlässiger ein.

Quelle: Hypertension online

Deutsche sparen am Sonnenschutz

PTA-Forum / Langes und intensives Sonnenbaden schädigt die Haut und kann sogar zu Hautkrebs führen. So vermuten Experten einen engen Zusammenhang zwischen intensiver UV-Belastung und hellem Hautkrebs (Basaliom und Spinaliom). Außerdem sollen starke Sonnenbrände – vor allem in der Kindheit – schwarzen Hautkrebs (maligne Melanome) fördern. Die beste Prophylaxe vor Hautkrebs ist daher ein vernünftiger Umgang mit der Sonne und ausreichender Sonnenschutz.

Wie nachlässig Deutsche mit diesen Erkenntnissen umgehen, zeigt eine aktuelle Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchführte. Forsa befragte 1020 über 18-Jährige.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Nur jeder dritte Erwachsene schützt sich ausreichend vor Sonnenbrand. Knapp jeder Zweite denkt zwar am Strand ans Eincremen, vergisst dies aber zu Hause im Alltag, zum Beispiel beim Radfahren. Etwa jeder Dritte verzichtet ab und zu sogar ganz auf das Eincremen. Jeder Vierte gab an, öfter einen Sonnenbrand zu bekommen. Insbesondere die 18- bis 25-Jährigen sind sehr nachlässig in puncto Sonnenschutz: 23 Prozent der Befragten verwenden grundsätzlich keine Sonnenschutzmittel.

Laut Angaben der TK erkranken in Deutschland pro Jahr rund 250 000 Menschen an hellem und etwa 16 000 an schwarzem Hautkrebs. Circa 3 000 Menschen sterben hierzulande jährlich an den Folgen eines Hauttumors.

Quelle: Techniker Krankenkasse