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Aquatraining bei COPD

19.04.2013  17:23 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Körperliches Training in einem Bewegungsbad ist für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eine gute Alternative zum klassischen Lungensport. Dies ergab eine Studie aus Australien.

COPD Patienten, die im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms dreimal wöchentlich an einem einstündigen Aquatraining teilgenommen hatten, waren nach zwei Monaten körperlich leistungsfähiger und zeigten weniger Ermüdungserscheinungen als Teilnehmer des konventionellen Bewegungstrainings.

Aquatraining hat einige Vorteile: Der Wasserauftrieb verringert den Druck des Körpergewichts auf die Gelenke und das warme Wasser fördert die Durchblutung und lindert Schmerzen. Zudem steigert der Widerstand des Wassers den Trainingseffekt. Vor allem für Patienten mit zusätzlichen Erkrankungen wie Rückenschmerzen oder Übergewicht ist Aquatraining oft besser geeignet als ein Training auf dem Trocknen. In der australischen Studie fühlten sich viele Teilnehmer aus der Aquatrainingsgruppe nach dem Training weniger deprimiert und ihr Selbstwertgefühl hatte zugenommen.

Lungensport ist ein wichtiger Baustein der COPD-Therapie. Ansonsten kommen die Patienten schnell in einen Teufelskreis: Wegen ihrer zunehmenden Atemnot schonen sie sich, wodurch ihre körperliche Belastbarkeit weiter sinkt und die Atemnot schwerwiegender wird. Regelmäßiges Training in Form von Lungensport steigert die körperliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität der Patienten nachweislich. Außerdem schreitet die Krankheit langsamer voran und Begleiterkrankungen treten seltener auf. Das regelmäßige Training verbessert die Kraft und Beweglichkeit des Brustkorbs. Dadurch können die Patienten leichter abhusten, was bei einer chronischen Lungenerkrankung die Überlebenschancen erhöht.

Professor Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung, sagt: »Welche Art von Lungensport man absolviert, ist letztlich nicht so entscheidend – wichtig ist nur, dass die Übungen den Betroffenen Spaß machen.« Auch moderate Tai Chi-Übungen eignen sich laut einer weiteren Studie als Trainingstherapie für COPD-Patienten. /

Quellen: European Respiratory Journal 2012, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)