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BVpta

Neues aus der Novellierungsgruppe

19.04.2013
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Von Bettina Schwarz / Der Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen AssistentInnen e.V. (BVpta) und die Fachgruppe PTA der Apothekengewerkschaft Adexa arbeiten seit circa fünf Jahren gemeinsam an einem Vorschlag zur Novellierung der PTA-Ausbildung.

Während der unregelmäßig stattfindenden Treffen herrschte schnell Einigkeit darüber, dass eine Veränderung und Verlängerung der PTA-Ausbildung unabdingbar geworden ist. Einer der Gründe hierfür ist die Tatsache, dass sich für PTA auch außerhalb der Apotheke zahlreiche Beschäftigungsfelder in der Gesundheitsbranche aufgetan haben. Gut die Hälfte aller ausgebildeten PTA wählen letztendlich als Arbeitsplatz die öffentliche Apotheke.

Im Februar 2013 trafen sich in Berlin auf Einladung der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände Vertreterinnen des BVpta und der Adexa, um mit Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA, über die verschiedenen Ideen zur Novellierung der PTA-Ausbildung zu diskutieren. Die Vertreter der Apothekerschaft sehen eine Verlängerung der Ausbildung nicht als notwendig an; sie halten lediglich eine inhaltliche Veränderung des Stundenplans und der Lehrinhalte für erforderlich. Von diesem Vorschlag waren die Vertreterinnen des BVpta nicht begeistert. Vielmehr hatten sie den Eindruck, an einer »Aufwertung« des Berufes bestehe seitens der Apothekerschaft keinerlei Interesse.

Bewerberzahlen gehen zurück

Schon heute bewerben sich an den PTA-Schulen immer weniger Interessenten, für viele ist dieser Beruf nicht mehr attraktiv. Schüler mit der für die Ausbildung geforderten Kompetenz entscheiden sich oft für einen anderen Beruf. Auf diese Problematik weist der BVpta schon lange hin, denn im PTA-Beruf gibt es weder Aufstiegschancen noch Perspektiven. Diese sind gerade in der heutigen Zeit für viele junge Menschen sehr wichtig. Eine Argumentation der Apothekerschaft lautet nach wir vor: PTA sei ein wunderbarer Frauenberuf mit wohnortnahem Arbeitsplatz und familienfreundlichen, flexiblen Arbeitszeiten – eine fatale Betrachtung des Berufes – gehen doch viele gute und motivierte Kolleginnen der öffentlichen Apotheke verloren. Und diese werden dort in Zukunft sicher dringend gebraucht!

Ausbildung auf drei Jahre verlängern

Nach wie vor setzt sich der BVpta für eine dreijährige Ausbildung ein, die den heutigen und zukünftigen Anforderungen entspricht. Dazu ist eine neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung erforderlich; eine einfache Stundenplanverschiebung löst die derzeitigen Probleme nicht.

Der PTA-Beruf ist der letzte der bundesrechtlich geregelten Gesundheitsberufe ohne dreijährige Ausbildung und wird somit zu einem »Hilfsberuf« degradiert. Im europäischen Ausland sind vergleichbare Berufe wesentlich höher eingestuft, der deutsche PTA-Beruf fällt damit im europäischen Vergleich heraus. Auch das Argument, dass sich eine neue Ausbildungszeit nicht mit den schulischen Gegebenheiten vereinbaren lasse, ist nach Auskunft vieler Lehrkräfte durchaus lösbar.

Den Novellierungsvorschlag der ABDA empfindet der BVpta als Schlag in das Gesicht des Berufsstandes. Daher fordert der Verband die ABDA auf, sich noch einmal mit einer Neuerung der Ausbildung zu beschäftigen und alle vorgebrachten Aspekte und Argumente zu beachten. /

E-Mail-Adresse der Verfasserin

bettina.schwarz(at)bvpta.de