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Deutschland hat die Grippe

10.03.2015
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Von Elke Wolf / Die Grippewelle hat Deutschland komplett überrollt. Vom Süden kommend hat sie sich innerhalb der vergangenen zwei Wochen fast flächendeckend bis in den hohen Norden ausgebreitet.

Allein in der neunten Kalenderwoche bis zum 28. Februar 2015 wurden bundesweit über 9500 neue Influenzafälle gemeldet. Das ist deutlich mehr als in der gesamten Grippesaison 2013/2014.

Insgesamt kletterte diese Saison die Zahl der im Labor bestätigten Diagnosen seit Anfang Oktober auf 38 455, teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert-Koch-Institut mit. Die stark erhöhte Influenza-Aktivität sei aber im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben, was ein Hinweis dafür sein könnte, dass der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle erreicht ist, heißt es bei der AGI.

Den besten Schutz vor der Grippeerkrankung bietet die alljährliche Influenzaimpfung. Auch wenn der diesjährige Impfstoff vor den derzeit kursierenden Viren nur eingeschränkt schütze, erkrankten geimpfte Patienten meist weniger stark, teilt die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) mit. Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger gefährden sie zudem Kinder, Senioren und abwehrgeschwächte Personen.

Schwere Verläufe einer Grippe bedürfen mitunter einer intensivmedizinischen Betreuung. Bei einer Grippewelle, wie sie derzeit über Deutschland hinweggeht, werden die Betten auf den Intensivstationen knapp, und Patienten müssen teils weit in Kliniken im Umland verlegt werden. Um einen solchen Ansturm künftig zu verhindern, rät die DGI zur Impfung. Doch seit der Schweinegrippe im Jahr 2009 seien die Impfzahlen hierzulande rückläufig. Die daraus resultierende schwache Grund­immunität der Bevölkerung erleichtere die Verbreitung von Grippeviren. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich laut DGI selten gegen Influenza impfen. Doch gerade sie erleiden häufig schwere Infektionen, da ihr Immunsystem zu heftigen entzündlichen Reaktionen in der Lage ist. Auch hier würde eine Impfung vorbeugen. /

Quelle: Wochenbericht Arbeits­gemeinschaft Influenza, RKI; Pressemitteilung DGI