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Adipositas

Kilo um Kilo zur Krankheit

10.03.2015
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Von Inga Richter / Mehr als die Hälfte der Deutschen ist übergewichtig. Der überlastete Stoffwechsel reagiert über kurz oder lang mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Schäden. Einzig eine Änderung des Lebensstils in Bezug auf Ernährung und Bewegung kann diesem Trend entgegenwirken.

Warum Menschen dicker werden, daran besteht kein Zweifel. Der wesent­liche Faktor für Übergewicht ist »eine über dem Energiebedarf liegende Energiezufuhr in Verbindung mit zu wenig Bewegung in Beruf und Freizeit«, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wer mehr Kilos auf die Waage bringt, als es seiner Gesundheit gut tut, sollte demnach weniger essen und sich mehr bewegen. Ganz einfach. Aber so einfach nun auch wieder nicht. Andere Aspekte rund um das Gewicht werfen nach wie vor Fragen auf. Wieso können manche Menschen folgenlos essen während andere bei ähnlichen Essgewohnheiten Kilo um Kilo zulegen? Weshalb nehmen einige rasch zu und andere nur langsam? Warum braucht der eine zwei Wochen, um ein Kilo an Gewicht zu verlieren, und der andere nur drei Tage?

Erst nach und nach decken Wissenschaftler entscheidende Zusammenhänge im Körper auf und sind damit längst noch nicht fertig. »Es ist sicher ungerecht«, sagt Dr. Stefanie Gerlach, Mitglied im Vorstand der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG), »dass es den Menschen unterschiedlich schwer fällt, ihr Gewicht in Grenzen zu halten.« Zum Teil würde die genetische Veranlagung für ein gewisses Körpergewicht in die Wiege gelegt. So zeigen Adoptionsstudien, dass adoptierte Kinder gewichtsmäßig deutlichere Ähnlichkeit mit den leiblichen als mit den Adoptiveltern aufweisen; Zwillingsstudien belegen, dass genetisch identische eineiige Geschwister oftmals ein ähnliches Gewicht aufweisen, selbst wenn sie bei verschiedenen Eltern aufgewachsen sind. Experten schätzen den Einfluss der Gene auf 60 bis 70 Prozent. Geprägt wird das un­geborene Kind schon während der Schwangerschaft, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. »Ist die Mutter übergewichtig, bekommt das Kind neben einer möglichen genetischen Veranlagung zum Dicksein noch eine ungünstige metabolische Prägung auf den Weg.« Der kindliche Stoffwechsel passt sich während der Entwicklungsphase dem der Mutter an.

Immer mehr immer dicker

Allerdings erklärt die Genetik nicht, warum immer mehr Menschen immer dicker werden. Einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie zufolge hat sich die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit von 860 Millionen im Jahr 1980 auf 2,1 Milliarden im Jahr 2013 mehr als verdoppelt. Den Daten aus 188 Ländern zufolge wiegt somit knapp ein Drittel der Weltbevölkerung zu viel. In Deutschland sind das derzeit über die Hälfte der Erwachsenen (58,8 Prozent), zwei von drei Männern und jede zweite Frau. Fast jeder Dritte davon (18,1 Prozent) ist fettleibig, also adipös. Laut den Ergebnissen des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheits-Surveys KiGGS des Robert-Koch-Institutes (RKI) waren 2006 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig, davon 800 000 adipös. Zwischen 1985 bis 1999 ergab sich ein Anstieg um 50 Prozent, besonders in der Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren. Der Anteil übergewichtiger Jugendlicher hatte sich in der Zeit fast verdoppelt und der von Adipositas verdreifacht.

Teils sind sogenannte »adipogene« Lebenswelten Schuld an dieser Tendenz, wie die Kieler Adipositas-Präventions­studie (KOPS) im Jahr 2013 herausfand. Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI, siehe Kasten) von Kindern zwischen 6 und 14 Jahren und der Anzahl an Fast-Food Geschäften in der Umgebung, den Wegen zum nächsten Spielplatz oder Wald, der Verkehrsdichte sowie der Kriminalitätsrate. Lebensumfelder, welche eine hohe Energieaufnahme begünstigen und einen aktiven Lebensstil erschweren, erhöhen demnach das Risiko für Übergewicht und Adipositas.

Umfeld und Familie

Mehr noch als das äußere Umfeld, so das Fazit der Studie, wirken sich jedoch soziale und familiäre Faktoren aus. »Was die Eltern den Kindern nicht vorleben, kann das Kind nicht lernen«, sagt Gerlach. Würde die angeborene Geschmacksvorliebe »süß« ständig bestärkt durch Nutella­brote und gezuckerten Milchreis, Limonaden, Schokolade und Bonbons, sei der Grundstein für ein ungünstiges Ernährungsverhalten gelegt. Später sind Pommes oder Pizza in der Mittagspause sowie Chips und Cola für den Fernsehabend ständig verfügbar. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Zumal Bewegung zunehmend aus der Tagesplanung verschwindet. Zur Fortbewegung nutzt man das Auto oder öffentliche Verkehrsmittel, die Arbeitszeit verbringen viele Menschen auf dem Bürostuhl und den Abend auf dem Sofa. Kinder und Jugendliche sitzen vormittags in der Schule, danach womöglich vor dem Fernseher oder der Spielekonsole. »Wenn ich nicht weiß, wie wichtig Bewegung ist, werde ich immer den bequemeren Weg wählen«, sagt Gerlach. Neue Kommunikationswege über soziale Medien nehmen den Kindern zusätzlich die Notwendigkeit ab, sich zu bewegen. Miteinander zu skypen ist cooler als sich auf das Fahrrad zu setzen, um die Freunde zu besuchen.

Die Rolle der Hormone

Auch Medikamente, Stoffwechselstörungen oder Depressionen können zur Gewichtszunahme führen, ebenso wie Nachtarbeit oder andauernder Schlafmangel. Unregelmäßigkeiten im Schlaf-Wach-Rhythmus bringen das Gleichgewicht der Hormone im Körper durcheinander und sorgen für eine vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Bei Aufregung jedweder Art erhöht es den Blutdruck, die Herzschlagfrequenz sowie den Blutzuckerspiegel und somit auch die Produktion von Insulin, welches eine Gewichts­zunahme begünstigt. Normalerweise wird Cortisol nur tagsüber ausgeschüttet. Eine zusätzliche nächtliche Produktion verlängert seine Wirkung. Doch auch ohne Schlafmangel ist unser Stresssystem permanent überfordert. Dies hält der Lübecker Hormon- und Diabetes­forscher Professor Achim Peters für den wahren Grund des Dickwerdens. Nachdem er und seine Forschergruppe viele Studien über die Zusammenhänge zwischen dem Energiebedarf des Gehirns und dem Körpergewicht ausgewertet hatten, war er sicher: »Dicksein macht nicht krank, sondern schützt sogar vor Krankheit«, wie auf dem Klappentext seines Buches »Mythos Übergewicht« zu lesen ist.

Eigentlich war Cortisol im Verlauf der Evolution dafür gedacht, uns in kurzen, lebensbedrohlichen Situationen in einen Alarmzustand zu versetzen. Flucht oder Kampf. Heutzutage jedoch stressen uns kaum mehr gefährliche Feinde, sondern unzählige kleine Aufregungen am Tag, im beruflichen wie im privaten Leben. »Wenn Menschen sich unterdrückt, unverstanden, bedroht fühlen, reagiert das Gehirn mit einem Überlastungsschutz.« Dieser besteht Peters zufolge darin, dass das selbstsüchtige Gehirn (»Selfish brain«) ständig mehr Glucose und dementsprechend mehr Nahrung anfordert, um das Stresshormon in Schach zu halten – völlig egal, ob der Körper ausreichend versorgt ist.

Body-Mass-Index (

Bei Kummer und Ärger

Dass Essen für viele Menschen tröstlich oder entspannend wirkt, ist nicht neu. Bei Hektik, Ärger oder Kummer kommt so manchem automatisch der Gedanke an Schokolade oder Kekse. Nachweislich senken vor allem süße Speisen Stressreaktionen und heben die Stimmung. Über Jahre hinweg sorgt regelmäßiges Trost-Essen jedoch dafür, dass sich diese positive Verknüpfung im Gehirn verankert: Essen wird zur Sucht. Eine Sucht, die ebenso schwere Folgen nach sich ziehen kann, wie die nach Drogen jeglicher Art.

Schon lange kennt man den Zusammenhang von hohem Körpergewicht und Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Insulinresistenz. Oft gehen die Erkrankungen Hand in Hand und bilden das metabolische Syndrom. Aber was haben überflüssige Pfunde mit Entzündungen oder Ablagerungen an Arterienwänden zu tun?

Botenstoffe aus Fettzellen

Da sind zum einen zwischen 40 und 120 Milliarden Fettzellen, die ein Mensch je nach Statur mit sich herumträgt. Diese enthalten nicht nur Fett, sondern auch Boten- und Entzündungsstoffe, welche in angemessener Menge für eine Vielzahl an Körperfunktionen wichtig sind. Umso mehr die Fettzellen an Anzahl und Größe zunehmen, desto mehr Botenstoffe überschwemmen den Körper: Zytokine und sogenannte Adipokine fördern Entzündungen – unter anderem an den Gefäßwänden –, mindern die Wirkung von Insulin, unterdrücken die Auflösung von Blutgerinnseln und sind verantwortlich dafür, dass sich die Gefäße verengen. Besonders die Fettzellen des viszeralen Fettgewebes zwischen den Organen im Bauchraum produzieren mehr Botenstoffe und bedingen ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes als die am Po und an den Schenkeln. »Die sogenannte Apfelform fördert auch die Entwicklung einer Fettleber«, sagt Gerlach. Riskant wird es ab einem Taillenumfang von 88 cm bei Frauen und ab 102 cm bei Männern.

Folgen von Adipositas

Zusätzlich bringen Mediziner bestimmte Krebserkrankungen in Dickdarm, Brust oder Gebärmutter mit Übergewicht in Verbindung. Knochen und Gelenke nehmen durch die übermäßige Belastung Schaden, häufig kommt es zu Plattfüßen und Verschleißerscheinungen an Knie, Wirbelsäule und Hüfte. »Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, ist für stark übergewichtige Menschen erhöht«, sagt Gerlach. Aufgrund der Stigmatisierung werden dicke Menschen vielfach ausgegrenzt – oder sie grenzen sich aus Scham selbst aus.

An Ermahnungen, Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen, mangelt es nicht. Kurzfristige Diäten, darüber sind sich die meisten Experten einig, versprechen dabei kaum Erfolg. Einzig die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten kann zu dauerhaftem Gewichts­verlust führen. Wurde früher stets argwöhnisch in Richtung der Fette geschielt, haben in den vergangenen Jahren vor allem verschiedene kohlenhydratreduzierte Konzepte von sich Reden gemacht. Ob Logi, Glyx oder Schlank im Schlaf, sie alle verfolgen mehr oder weniger streng den Ansatz, Nudeln, Kartoffeln, Brot oder auch süßen Früchten möglichst wenig Platz auf dem Speisezettel einzuräumen. Die Idee betrifft eine Schlüsselsubstanz bei der Verwertung von Lebensmitteln: das bereits genannte Insulin. Kohlenhydrate erhöhen den Blutzuckerspiegel und bewirken somit, dass vermehrt Insulin ausgeschüttet wird. Bekannt ist das Hormon vor allem durch seine Rolle im Zuckerstoffwechsel in Verbindung mit Diabetes. Doch ebenso steuert es den Fett-und Eiweißstoffwechsel nach den Mahlzeiten. Zu viel Insulin hemmt die Verbrennung von Fett und fördert dessen Aufbau. Zusätzlich erzeugt es ein Hungergefühl im Gehirn, sodass mehr Kalorien zugeführt werden. Im Gegensatz zu früheren Zeiten schäumt die heutige Ernährung geradezu über vor Lebensmitteln, die eine Insulin­antwort erfordern: Getreide-, Stärke-, und zuckerhaltige Produkte, aber auch diejenigen aus Milch. Ein dauerhafter Zucker- und Insulin-Überschuss im Blut kann sowohl Ursache als auch Folge von Übergewicht sein, eine Insulin­resistenz der Zellen verursachen und damit zu Diabetes mellitus führen.

Trend Low-Carb

Somit sehen die Verfechter der Low-Carb-Bewegungen weniger hochkalorische und fetthaltige Lebensmittel als Feind, sondern solche, die eine Insulin­antwort hervorrufen. Viele Studien geben ihnen Recht. Eine der aktuellsten Untersuchungen veröffentlichten US-amerikanische Wissenschaftler von der Tulane University in New Orleans im vergangenen Jahr. Die eine Hälfte ihrer 148 adipösen Probanden (BMI > 35) ernährte sich ein Jahr lang kohlenhydratarm, die andere fettarm. Eine Kalorienzahl legte man nicht fest, das Ausmaß an Bewegung sollte gleich bleiben. Am Ende des Jahres hatten die Teilnehmer der Low-Fat-Gruppe durchschnittlich 1,8 Kilogramm abgenommen, die Low-Carb-Teilnehmer im Schnitt 5,3 Kilogramm. Auch die Blutfettwerte waren durch die Low-Carb-Kost deutlicher gesunken als in der Low-Fat-Gruppe, der Anteil des gefäßschützenden HDL-Cholesterols hingegen gestiegen.

An einer erfolgreichen Gewichts­abnahme durch Low-Carb-Ernährung scheinen keine Zweifel zu bestehen. Wohl aber über mögliche gesundheit­liche Langzeitauswirkungen. Zwei Jahre zuvor hatte eine Studie einen Zusammenhang zwischen der Reduktion von Kohlenhydraten und kardio­vas­kulären Folgen hergestellt. Forscher der Athener Universität befragten 43 396 schwedische Frauen per Fragebogen über ihr Ernährungsverhalten und verfolgten die gesundheitliche Entwicklung über 15 Jahre hinweg. Das Ergebnis: Pro 20 Gramm weniger Kohlenhydrate am Tag, die die Frauen zu sich genommen hatten, und pro 5 Gramm mehr Protein täglich stieg das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten um jeweils 5 Prozent. Zum Vergleich: 20 Gramm Kohlenhydrate stecken in etwa 100 Gramm Banane und 5 Gramm Protein in einer Portion von 30 Gramm Cashewkernen.

Diese Befürchtung teilen manche Ernährungswissenschaftler: Wer weniger Kohlenhydrate isst, verzehrt automatisch mehr Fett und Eiweiß. Viel Fett hebe den Cholesterinspiegel und fördere Fettstoffwechselstörungen, viel eiweißreiche Nahrung liefere Purine, die riskant sind für Menschen mit Gicht oder der Neigung dazu. Außerdem würde eine Low-Carb-Ernährung gesunde Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Kartoffeln und bestimmte Obstsorten weitgehend vom Speiseplan verbannen.

Das Kalorien-Defizit zählt

»Low-Carb oder Low-Fat, letztlich ist es egal, welche kalorienreduzierende Strategie angewendet wird, um Gewicht abzunehmen«, sagt Privatdozent Dr. Stefan Engeli, Vorstandsmitglied der DAG und Leiter eines Forschungsprojektes im Kompetenznetz Adipositas. Engeli hatte im Rahmen einer Gewichts­reduktions­studie mit 170 Probanden (BMI > 27 kg/m2) an der Medi­zinischen Hochschule Hannover festgestellt, dass sich beide Ernährungs­formen gleichermaßen auf Körper­gewicht, Taillenumfang, Fettmasse im Bauchraum, Blutdruck, Blutzucker, Herzgröße oder Leberverfettung auswirkten. Letztlich, so das Fazit, zählt das erreichte Energiedefizit von mindestens 500 kcal am Tag.

»Am günstigsten ist die Ernährungsform, welche der jeweiligen Person am besten entspricht«, bestätigt Gerlach. So würden Männer wahrscheinlich eher auf Nudeln und Kartoffeln verzichten als auf Fleisch, während Frauen womöglich die Low-Fat-Variante bevorzugen: »Wenn man sich nicht ständig kasteien muss, ist die Aussicht auf dauerhaften Erfolg besser.« Wichtig sei die Bilanz am Ende des Tages: Wie viel Nahrungsenergie hat man zu sich genommen, wie viel davon hat man verbraucht. Dabei zählt jede Bewegung: Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto, täglich ein Spaziergang. Beim Sport sind Kraft- oder Ausdauertraining empfehlenswert, am besten beides. /

Eine Auswahl verschiedener Diät-Programme

Glyx Diät

Prinzip: Der glykämische Index (Glyx, GI) ist ein Maß für die Wirkung von Lebensmitteln auf den Insulinspiegel. Je höher der Insulinspiegel, desto mehr Fett wird eingelagert. Als (schlechter) Maßstab gilt Traubenzucker mit einem Glyx von 100 und Weißbrot mit einem Glyx von 50. Lebensmittel mit niedrigerem Glyx: Vollkornprodukte, die meisten Obst- und Gemüsesorten.

Kritik: Die Blutzuckerwirksamkeit wird von zahlreichen Faktoren bestimmt, zum Beispiel Flüssigkeitsgehalt, Temperatur oder Fettgehalt einer Mahlzeit. Als alleiniger Faktor für eine Gewichtsabnahme ist der GI nicht geeignet.

Logi

Prinzip: Eine vierstufige Ernährungspyramide

1. Stufe: Fünfmal am Tag stärkefreies Gemüse, Obst und gesunde Öle, süße Früchte aufgrund der Glykämischen Last (GI pro Portion) nur geringfügig

2. Stufe: mageres Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Nüsse, Hülsenfrüchte

3. Stufe: Vollkornprodukte, brauner Reis und braune Nudeln

4. Stufe: Produkte aus Weißmehl, mehlige Kartoffeln und Süßes möglichst meiden

Kritik: Die eingeschränkte Zufuhr von ballaststoffreichen Vollkornprodukten widerspricht den Empfehlungen der DGE.

Trennkost

Prinzip: Strikte Trennung von eiweiß- und kohlenhydrathaltiger Nahrung, da diese, so die Annahme, nicht zusammen verdaut werden können. Neutrale Lebensmittel sind sowohl mit Eiweiß als auch mit Kohlenhydraten kombinierbar.

Nachteil: Beliebte Kombinationen wie Brot mit Käse oder Braten mit Knödeln fallen weg. Das verleitet leicht zum Abbrechen der Diät.

Kritik: Eine strikte Trennung von Kohlenhydraten und Proteinen ist aufgrund der natürlichen Lebensmittelzusammensetzung nicht möglich.

Schlank im Schlaf

Prinzip: Tageszeitliche Trennung von Kohlenhydraten und Eiweiß. Morgens nur kohlenhydratreiche und abends nur eiweißreiche Lebensmittel. Mittags ist ein Mix erlaubt. Dazwischen jeweils vier bis fünf Stunden Pause. Auch Sport wird erst zwischen 16 und 20 Uhr empfohlen.

Kritik: Der Körper verwendet Nährstoffe nicht nach der Uhrzeit, sondern nach Bedarf.

Weight Watchers

Prinzip: Ein Punkte-Plan (Pro-Points) bewertet Lebensmittel je nach ihrem Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydrat- und Ballaststoffgehalt. Täglich darf ein gewisses Budget an Punkten gegessen werden. Versprechen: Bis zu ein Kilo pro Woche. Gruppentreffen sollen motivieren, das Wunschgewicht zu erlangen.

Nachteile: Hohe Teilnahmekosten; die Punkte sind Orientierungshilfen zum Kaloriengehalt, garantieren aber keine ausgewogene Nährstoffzufuhr.

Vorteile: Das Programm ist flexibel und kann individuell auf die persönlichen Ernährungsgewohnheiten abgestimmt werden. Bei viel Bewegung gibt es Bonuspunkte.

»Ich nehme ab«

Prinzip: Das Abnehmprogramm von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) basiert auf zwölf Schritten: Zunächst werden Motivation und die bisherige Ernährung beleuchtet. Es gibt außerdem Tipps für eine langfristige Ernährungsumstellung und mehr Bewegung.

Nachteil: Das Programm ist auf mindestens drei Monate angelegt, etwas Geduld ist gefragt.

Vorteile: Das Programm schärft auch den Blick dafür, warum bestimmte Nahrungsmittel gegessen werden und wie der Übergewichtige Stress-Situationen meistert. Es gibt Tipps, um das geänderte Essverhalten langfristig umzusetzen und einen Jojo-Effekt zu vermeiden.

Foto: Shutterstock/Gts