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Nuklear-Therapie gegen chronische Sinusitis

10.03.2015
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Von Elke Wolf / Zeigen medikamentöse und operative Behandlungen keinen Erfolg, dann könnten Patienten mit chronischer Nasennebenhöhlenentzündung von einem nuklearmedizinischen Eingriff profitieren. Bei dieser Radio-Tympano-Sinu-Orthese (RTSO) bekämpfen radioaktive Partikel die entzündete Schleimhaut, teilt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner mit.

Die RTSO dauert zehn Minuten, ist eine Kassenleistung und neben der chronischen Sinusitis auch eine Behandlungsoption für Erwachsene mit chronischer Mittelohrentzündung.

»Zu Beginn des Eingriffs saugt der HNO-Arzt den Hohlraum mit einem kleinen Schlauch ab, um das Eingriffsgebiet zu säubern. Dafür nutzt er das Loch, das zuvor für die Operationen geschaffen wurde«, erläutert Dr. Norbert Czech vom Zentrum für Nuklearmedizin in Bremen die Vorgehensweise. Anschließend verteilt der Nuklearmediziner mittels einer kleinen Sonde ein bis zwei Tropfen der radioaktiven Sub­stanz als feinen Sprühnebel auf der entzündeten Schleimhaut. Als radio­aktive Partikel werden Erbium oder Rhenium verwendet.

Effekt des nuklearmedizinischen Eingriffs: Die Makrophagen der entzündeten Schleimhaut nehmen die radioaktiven Partikel auf, die Schleimhautzellen sterben daraufhin ab. »Anschließend entsteht eine neue, gesunde bindegewebige Wundhaut, die die krankhafte Schleimhaut ersetzt«, erklärt Czech. Durch den Eingriff weicht die Entzündung, Infektion und Schwellung klingen ab. Für die Patienten ist die Therapie ungefährlich, die Strahlenbelastung gering. »Nach wenigen Tagen ist keine Radioaktivität mehr nachweisbar.« Eine Studie mit 45 Patienten, die Czech leitete, belegt die Effektivität der Behandlung. Nach dem Eingriff konnten alle Teilnehmer wieder besser riechen und schmecken und benötigten keine weiteren Eingriffe.

»Für die RTSO sind alle Patienten geeignet, die seit Monaten und Jahren unter einer Sinusitis oder Otitis media leiden und mehrfach operiert wurden«, informiert Czech. »Typische Symptome in diesem Stadium sind eine nasale Stimme, Einbußen bei Geruchs- und Geschmacksempfinden und ein beeinträchtigtes Hörvermögen.« Das Behandlungsverfahren wird in spezialisierten Praxen und nuklearmedizinischen Kliniken angeboten.

Quelle: Pressemitteilung Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner