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Viele befürworten Masern-Impfpflicht

10.03.2015
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Von Verena Arzbach / Eine Mehrheit der Deutschen sagt Umfragen zufolge »Ja« zu einer Impfpflicht gegen schwere Krankheiten wie Masern. Das zeigen zwei repräsentative Umfragen der Meinungsforschungsinstitute YouGov und Emnid, die Ende Februar je rund 1000 Menschen befragt hatten.

Bei der YouGov-Umfrage sagten 40 Prozent, sie seien »sehr für eine Impfpflicht« bei schweren Krankheiten, 34 Prozent waren »eher für eine Impfpflicht«. 21 Prozent gaben an, sie seien »eher oder sehr gegen eine Impfpflicht«. Besonders viele Befürworter hatte die Impfpflicht in der Altersgruppe ab 55  Jahre. Bei der Emnid-Umfrage sprachen sich 76 Prozent für eine gesetzliche Impfpflicht für Masern aus, 17 Prozent dagegen.

Hintergrund der aktuellen Impfpflicht-Debatte ist die stark angestiegene Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland. Besonders betroffen ist Berlin, hier wurden seit Beginn des Ausbruchs im vergangenen Oktober bereits mehr als 600 Erkrankungen registriert. Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO war es eigentlich, die gefährliche Erkrankung bis 2015 in ganz Europa auszurotten.

Unter den Erkrankten sind nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene ohne Impfschutz. Masern sind hoch ansteckend, selbst bei mehreren Metern Abstand. Eine Erkrankung kann lebensbedrohliche Folgen haben, zum Beispiel eine Hirnhautentzündung. Vor allem Eltern von Säuglingen sollten sich impfen lassen, drauf weist die Krankenkasse Barmer GEK in einer Pressemitteilung hin. Da Babys frühestens ab neun Monaten geimpft werden können, entstehe eine gefährliche Immunitätslücke. Auch vor 1970 Geborene sollten ihren Impfstatus prüfen und sich gegebenenfalls impfen lassen. /

Quellen: dpa, Barmer GEK