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Gefahr durch Pfefferspray

18.03.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Der Kontakt mit Pfefferspray kann Augen und Atemwege schwer reizen und für Asthmatiker lebensbedrohlich sein. Davor haben jetzt Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) gewarnt.

Seit den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist die Nachfrage nach Pfefferspray gestiegen. Solches Sprays sind zur Abwehr von Tieren ohne Altersbeschränkung freiverkäuflich. Gegen Menschen dürfen sie nur in einer Notwehrsituation verwendet werden, eine vorsätzliche Anwendung ist strafbar.

Der enthaltene Wirkstoff Oleoresin Capsicum (OC) wird aus Capsaicin gewonnen. Er reizt sensorische Nerven und verursacht ein schmerzhaftes Brennen auf der Haut und in den Augen sowie eine Bindehautschwellung. Auch eine vorübergehende Erblindung ist möglich. Die Wirkungen klingen in der Regel nach einigen Stunden ab. Manchmal aber bleiben Hornhautentzündungen über Wochen bestehen.

In den Atemwegen reizt das Spray die Nervenendigungen in der Bronchialmuskulatur und verursacht Hustenreiz. »Besonders gefährdet beim Einatmen von Pfefferspray sind Asthmatiker, weil ihre Atemwege ohnehin dazu neigen, sich zu verengen, und ihre Bronchialmuskulatur leicht verkrampft, sodass es zu einem lebensbedrohlichen Asthmaanfall und zu einem Stimmritzenkrampf kommen kann«, erläutert Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP, in einer Pressemitteilung. »Bei Menschen mit hohem Blutdruck kann das Einatmen von Pfefferspray zu einer Blutdruckkrise mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall führen.«

Todesfälle im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pfefferspray sind in der Fachliteratur belegt. Um die Reizstoffe zu neutralisieren, ist es wichtig, die vom Pfefferspray benetzten Körperstellen gründlich mit fließendem kaltem Wasser zu reinigen. Dies gilt auch für die Augen. Trotz Juckreiz sollten Betroffene die mit dem Reizgas in Kontakt gekommenen Stellen keinesfalls durch Reiben weiter reizen. Bei schweren Atemproblemen ist der Rettungsdienst zu rufen. /