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Gürtelrose durch Windpocken-Impfung

18.03.2016
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Von Elke Wolf / Die allgemeine Windpocken-Impfung erhöht das Risiko, dass nicht geimpfte Erwachsene an Gürtelrose erkranken. Das haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig nun anhand eines mathematischen Modells berechnet. Allerdings gilt der Zusammenhang nur für rund 30 Jahre. Langfristig zeigen sich auch bei den nicht selbst Geimpften positive Effekte, analysierten die Forscher in dem vom Robert Koch-Institut finanzierten Projekt.

Der Zusammenhang zwischen Windpocken und Gürtelrose ist seit Langem bekannt. Bei der ersten Infektion, die meist im Vorschulalter erfolgt, löst das Varizella-zoster-Virus Windpocken aus. Das Virus verbleibt nach überstandener Krankheit im Körper und kann dann in jedem Alter zu Gürtelrose führen, am ehesten, wenn die Abwehrkräfte durch schwere Krankheiten oder altersbedingt geschwächt sind. Eine Varizellen-Impfung schützt Kinder ­zuverlässig vor einer Wind­pocken-­Erkrankung.

Die Berechnungen der Wissenschaftler zeigen, dass »sich der positive Effekt der allgemeinen Windpockenimpfung auf die Krankheitslast bezüglich Windpocken im Kindesalter, wie er seit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission im Jahr 2004 zu beobachten ist, für Ältere nachteilig auswirkt«, wird Studienautor Johannes Horn in einer Pressemitteilung des HZI zitiert. Darüber hinaus besteht ein Risiko, dass sich das Erkrankungsalter für Windpocken bei bisher ungeimpften Personen nach oben verschiebt, mit deutlich schwereren Krankheitsverläufen. Umgekehrt haben gegen Windpocken geimpfte Personen ein reduziertes Risiko, je an Gürtelrose zu erkranken.

Für etwa 30 Jahre könne es zu einer Erhöhung der Fälle von Gürtelrose kommen, dann würden die Erkrankungszahlen wieder deutlich fallen – dann nämlich, wenn die Gruppe der heute schon gut geschützten Jüngeren älter wird und damit in Zukunft auch bei Erwachsenen gute Impfraten vorhanden sind. /