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Reanimation rettet Leben

18.03.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Rund acht bis zwölf Minuten braucht es im Durchschnitt, bis nach Absetzen eines Notrufs Rettungskräfte vor Ort sind. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand dauert das zu lange: Schon nach drei bis fünf Minuten trägt das Gehirn schwere Schäden davon. Ersthelfer können also mit einer Reanimation Leben retten, darauf haben Mediziner des deutschen Reanimationsregisters hingewiesen.

»Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit entscheidend erhöhen«, erklärte Professor Dr. Thea Koch, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im Rahmen der Bad Boller Reanimationsgespräche.

Doch viele Menschen schreckten davor zurück, eine Herzdruckmassage durchzuführen. Sie haben es zwar erlernt, doch der Ersthelfer-Kurs liegt oft lange zurück. Die Experten bei der Fachtagung in Bad Bollen empfahlen deswegen einstündige niederschwellige Schulungen am Arbeitsplatz zum Erlernen von Wiederbelebungsmaßnahmen. Diese könnten als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt werden.

»Auch am Telefon müssen Laien bei der Reanimation unterstützt werden und zwar durch die im Notfall angerufene Leitstelle«, sagte Privat-Dozent Dr. Andreas Bohn, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Münster. Führt die Leitstelle den Ersthelfer telefonisch durch die Herzdruckmassage, steigen die Überlebenschancen des Betroffenen deutlich an. »Der einzige Fehler, den Laien dabei machen können, ist nichts zu machen.« Bayern ist das erste Bundesland, das die Telefonreanimation flächendeckend umgesetzt hat. Auch in anderen Bundesländern finden telefonisch angeleitete Reanimationen durch Leitstellenpersonal immer mehr Anwendung. /