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Feinstaub weckt schlafende Viren

13.03.2017  13:46 Uhr

Nanopartikel, wie sie etwa bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern entstehen, können Viren aktivieren, die im Lungengewebe schlafen. Das haben Forscher des Helmholtz Zentrums München herausgefunden.

Um dem Immunsystem zu entgehen, verbergen sich einige Viren in Zellen ihres Wirts und verharren dort. Ist das Immunsystem geschwächt oder ändern sich bestimmte Bedingungen, werden sie wieder aktiv, vermehren sich und zerstören die Wirtszelle. Die Wissenschaftler aus München fanden nun heraus, dass auch Nanopartikel den Aktivierungsprozess schlafender Epstein-Barr-Viren, die zur Familie der Herpesviren gehören, auslösen können.

Aus vorangegangenen Studien wusste man bereits, dass das Einatmen von Nanopartikeln eine entzündliche Wirkung hat und das Immunsystem moduliert. Im aktuellen Versuchsmodell mit menschlichen Zellen konnten die Forscher einen deutlichen Anstieg viraler Eiweiße nachweisen, die nur bei aktiver Virusvermehrung produziert werden. Auch Stoffwechsel- und Genanalysen deuteten auf eine akute Infektion hin. (ew)